Präventionstraining

„Wir brauchen das Lächel-Virus“ – Heideschüler lernen respektvollen Umgang

Um Respekt, Konfliktlösungen und Toleranz, aber auch um Selbstbehauptung und das Aufzeigen der eigenen Grenzen geht es derzeit in Flaesheim beim Präventionsprojekt der Heideschülerinnen und Schüler.
Klassenlehrerin Michaela Parie-Fromm besuchte am Donnerstag morgen mit der 3b dasTraining von Oliver Henneke (hinten) in der Sporthalle. © Antje Bücker

Vor und nach den Weihnachtsferien erlernen die Kinder des Grundschulverbundes Flaesheim/Hullern von „!Respect“-Coach Oliver Henneke, was sie beachten sollten, damit sie in einem Konflikt ernstgenommen werden. Im jeweils sechsstündigen, auf drei Tage verteilten Programm sind die Kinder mit großem Eifer bei der Sache.

In der Schule lernt man für das ganze Leben

Oliver Henneke erklärt, wie wichtig es ist, mit dem Respekt-Training so früh wie möglich anzufangen. Grundschüler seien noch lernwilliger als die Schüler weiterführender Klassen. „Es geht uns darum, Höflichkeits-Rituale im Umgang mit anderen zu festigen. Da sind Drittklässler wesentlich offener als zum Beispiel Schüler der siebten oder achten Klassen.

Mancher sicher gut gemeinte, aber pädagogisch nicht besonders wertvolle Rat bestimmter Eltern ‚Wenn dich jemand haut, dann hau zurück‘, kann in unteren Klassen noch viel einfacher überwunden werden als in späteren Jahren. Wir schulen die Kinder, angemessen verbal zu reagieren und eine respektable Körperhaltung einzunehmen, wenn sie bedroht werden.“

„In der Coronazeit brauchen wir das Lächel-Virus. Das steckt an!“

Die Corona-Pandemie hat auch dem Verein „!Respect“, der in Grundschulen mit seinem Präventionsprogramm ein wertschätzendes Miteinander vermittelt, die Arbeit erschwert. „Wir brauchen das Lächel-Virus“, begrüßte Oliver Henneke die Schülerinnen und Schüler der 3b und ihre Klassenlehrerin Michaela Parie-Fromm am Donnerstagmorgen (16. Dezember) in der Sporthalle in Flaesheim. Seine Art, mit den Kindern zu interagieren, war tatsächlich ansteckend. Alle waren mit Ernst und viel Spaß bei der Sache, winkten beim Abschied und freuten sich auf eine mögliche Wiederholung im nächsten Jahr.

Achtsamkeitstraining an der Heideschule in Flaesheim
Ein respektvoller Umgang kann früh geübt werden und prägt das ganze weitere Leben. Die Kinder der Heideschule erwiesen sich als sehr lernfreudig. © Antje Bücker © Antje Bücker

Schule als Wohlfühlort „Hier passiert mir nichts“

Schulleiter Martin Blißenbach freut sich, dass das Konflikttraining auch im Grundschulverbund Flaesheim/Hullern dank der Förderungen der Stiftung Münster Sparda-Bank West und der Landesregierung durchgeführt werden kann: „Mit dieser Schulung wird nicht nur der Zusammenhalt in der Klasse gestärkt und die Schule zu einem sicheren Wohlfühlort. Was die Kinder hier lernen, wirkt sich im besten Falle auf das ganze spätere Leben aus.“

Das bestätigt auch Oliver Henneke, der zusammen mit seinen akademisch ausgebildeten Mitarbeitern deutschlandweit an Schulen tätig ist: „Unser Training ist keine einmalige Sache. Wir kommen regelmäßig an die Schulen zurück und frischen das Gelernte noch einmal auf. Dabei zeigt sich immer wieder, dass die jüngeren Klassen in der Zwischenzeit von den schon umgangsgeschulten Klassen gelernt und deren Verhalten abguckt haben. Dieser Nachahmeffekt ist wichtig und wird natürlich auch außerhalb der Schule praktiziert.“

In der Heideschule setzten die Kinder das Gelernte sofort um. © Antje bücker © Antje bücker

Zuvor hatte es einen Info-Abend für die Eltern gegeben, im Nachgang des praktischen Trainings in der Sporthalle wird mit jeder Klasse noch einmal in der Schule ein Resümee gezogen. Ute Cewe, Geschäftsführerin der Stiftung Münster Sparda-Bank West, sieht Respekt als Grundwert, den die Stiftung fördert. Interessierte Schulen können sich bei der Stiftung um eine Förderung bewerben.

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