Eltern und Kinder freuen sich über den neuen Elefantenspielplatz. Der Nachbar hat indes den Zaun höher ziehen lassen. © Ingrid Wielens
Streit um Kinderlärm

Zaun an Halterner Spielplatz erhöht: Wurde ein Präzedenzfall geschaffen?

In Sythen entbrannte im Juli ein Streit um den Spielplatz-Lärm am Reiherhorst. Die Verwaltung erhöhte unter anderem den Zaun zu einem Nachbarn. Schafft die Stadt damit einen Präzedenzfall?

Seit der „Elefantenspielplatz“ am Reiherhorst in Sythen fertig ist und nebenan der Naturkindergarten eröffnet hat, gab es Klagen wegen Kinderlärm. In einem Fall erhöhte die Stadt einen Zaun zu einem Nachbargrundstück, außerdem verkürzte sie die Nutzungszeiten des Spielplatzes. Im Ausschuss Generationen und Soziales wollten die Grünen mehr über die Hintergründe des Streits in Sythen wissen.

Es ging auch um die Frage, wie sich die Verwaltung verhalten wird, wenn in Zukunft an anderen Stellen im Stadtgebiet Anrainer die Einschränkung von Nutzungszeiten sowie Sichtschutz fordern. Bürgermeister Andreas Stegemann, der Gespräche mit Anwohnern und der Kita Glückspilze, aber nicht mit Eltern auf dem Spielplatz geführt hatte, verteidigte die Vorgehensweise der Stadt.

Vom Elefanten in Nachbars Garten blicken

Die Stadt habe sich zu einer Erhöhung des dann auch noch mit Kunststoff durchzogenen Stabgitterzaunes entschlossen, weil einer der Anwohner keinen Sichtschutz mehr gehabt habe. Der Elefant sei so hoch, dass Kinder von seinem Rücken aus in Nachbars Garten blicken könne. „Das haben wir nicht bedacht“, sagte er im Ausschuss. Die Stadt habe deshalb der Erhöhung des Zaunes zugestimmt. Die Arbeiten führte der Baubetriebshof aus, auch an den Kosten beteiligte sich die Stadt.

War das eine Gefälligkeit? Karl-Heinz Berse machte keinen Hehl daraus, dass die Grünen mit den Entscheidungen überhaupt nicht einverstanden sind. „Wir haben Sorge, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen wurde. Kinderlärm stellt keine Belästigung dar und eine zeitliche Einschränkung der Spielplatz-Nutzung ist auch nicht gerechtfertigt!“ Außerdem hätten sich die Grünen ein Gespräch zwischen Stadt und Eltern gewünscht.

„Wir wollen Kinder nicht vom Spielen abhalten“

Bürgermeister Stegemann sieht in der Nutzungsbeschränkung in den Sommermonaten bis 19 Uhr für kleine Kinder kein Problem. Natürlich sei Kinderlärm hinzunehmen. In Sythen handele es sich allerdings um den besonderen Fall, dass Kita und Spielplatz direkt beieinander liegen. Deshalb habe dieser Streit eine andere Qualität. Sollte es zu Beschwerden an anderen Stellen kommen, werde jeder Einzelfall gewissenhaft geprüft. „Wir wollen auf keinen Fall Kinder vom Spielen abhalten.“

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Elisabeth Schrief

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