Zehn Jahre Haft sind Brandstifter von der Recklinghäuser Straße zu viel

hzLandgericht Essen

Der Brandstifter von Haltern kann von Glück sagen, dass niemand zu Tode gekommen ist. Seine Verurteilung wegen Mordversuchs will der 24-Jährige trotzdem nicht akzeptieren.

Haltern/ Essen

, 18.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Erst brannte die Fußmatte, dann die Haustür, schließlich zog giftiger Qualm durchs ganze Treppenhaus: Nach einer nächtlichen Brandstiftung in Haltern hatte das Essener Schwurgericht den Täter zu zehn Jahren Haft verurteilt. Doch das will der 24-Jährige nicht akzeptieren.

Der Vater von zwei Kindern hat Revision eingelegt. Das hat ein Gerichtssprecher auf Anfrage bestätigt. Damit wird der Fall nun auch den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe beschäftigen. Dabei wird es vor allem darum gehen, ob der Angeklagte zur Tatzeit vermindert schuldfähig war. Die Essener Richter hatten das bestritten. Fakt ist allerdings: Der 24-Jährige war kurz vor der Tat von einer Familienfeier gekommen, bei dem ordentlich Schnaps getrunken wurde.

BGH-Entscheidung frühestens Ende des Jahres

Der Angeklagte hatte in der Nacht auf den 27. Oktober 2018 Feuer gelegt, weil er in dem Haus seinen Nebenbuhler vermutete. Tatsächlich wohnten dort jedoch nur dessen Großeltern. Die über 80-jährigen Senioren hatten mit einer Drehleiter aus dem Obergeschoss gerettet werden müssen. Ihr Leben haben sie laut Urteil möglicherweise nur einem Rauchmelder im Treppenhaus zu verdanken.

Mit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs ist wahrscheinlich frühestens Ende des Jahres zu rechnen.

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