Zehnjährige Mädchen vor Supermarkt belästigt

Vorfall beschäftigt Polizei

Eine Gruppe junger Männer steht im Verdacht, am Freitagabend um etwa 20.40 Uhr vor einem Supermarkt zwei zehnjährige Mädchen, insbesondere durch verbale Äußerungen, sexuell belästigt zu haben. Ein entsprechender Vorfall ist zur Anzeige gebracht worden, wie Polizeisprecher Michael Franz am Montag auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte.

HALTERN

, 01.02.2016, 18:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wie es in solchen Fällen üblich ist, wurde nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, erklärte er weiter.

Den Vorfall, so der Polizeisprecher, hätten die beiden Mädchen wie folgt beschrieben: Sie seien am Eingang des Supermarktes auf eine Gruppe Jugendlicher gestoßen und von diesen in herabwürdigender Art und Weise angesprochen worden. „Das alles soll in einem Abstand von etwa fünf Metern passiert sein“, so Franz. Weil die beiden Mädchen darauf nicht reagierten, soll einer der Beteiligten eine obszöne Geste in Richtung der beiden gemacht haben. Daraufhin sei er von einer älteren Person weggezogen worden. Zu handfesten Übergriffen sei es nicht gekommen.

Die erwachsenen Begleiter der beiden Mädchen, so erklärt der Polizeisprecher, hätten den Vorfall nicht mitbekommen, weil sie zum Zeitpunkt der Geschehnisse im Supermarkt beschäftigt waren.

Lückenlose Aufklärung

Die sechs Männer, die der Gruppe angehörten, hätten nach Angaben der Mädchen Deutsch mit ausländischem Akzent gesprochen. „Das bedeutet aber nicht, dass es sich deshalb um Zuwanderer gehandelt haben muss“, wie Polizeisprecher Michael Franz ausdrücklich betont. Er könne nur davor warnen, „alle Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen.“ Selbstverständlich werde sich die Polizei um eine lückenlose Aufklärung des Falls bemühen. Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, werden gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen (Tel. 0800 2361 111).

Neues Gerücht

Gerüchte, mit Unterstellungen, Beleidigungen und Vorbehalten gegen Menschen, die in Deutschland Schutz suchen, hatten in den vergangenen Wochen auch in Haltern die Runde gemacht. Eine Erzählung, dass Flüchtlinge in einem Restaurant die Zeche geprellt haben, hatte sich nach Recherchen unserer Redaktion als falsch herausgestellt (wir berichteten). „Aber in einer Bäckerei in Haltern City haben die Flüchtlinge das gemacht. Das weiß ich aus sicherer Quelle. Das Ordnungsamt kam und hat dann alles bezahlt“, schrieb daraufhin eine Nutzerin im sozialen Netzwerk Facebook. Doch auch dieses Gerücht scheint nicht zu stimmen.

Eine Nachfrage unserer Redaktion bei der Nutzerin, in welcher Bäckerei der Vorfall passiert sei, blieb bis gestern unbeantwortet. „Und den Kollegen vom Ordnungsamt ist davon nichts bekannt“, teilte Stadtsprecher Georg Bockey auf Anfrage unserer Redaktion mit.

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