Zerstäubungstechnik hilft Schweinen

Innovation aus Hullern

HULLERN Sein Job ist wirklich sehr besonders: Er ist dafür zuständig, dass wir nicht stinken und die Frisur sitzt. Und dass Wurstscheiben in leckeren Pfefferrand gehüllt sind. Und dass wir Regale gerade aufhängen können. Und dass Schweine nicht mehr husten.

HALTERN

von Von Sarah Hinderer

, 10.06.2009, 12:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ingenieur Thomas Richter ist Experte für Zerstäubungstechnik.

Ingenieur Thomas Richter ist Experte für Zerstäubungstechnik.

Das soll sich bald ändern, hofft der Ingenieur. Denn die Bedingungen in der Schweinezucht seien zwar schwierig, könnten aber durchaus optimiert werden. „Schweine werden oft ausschließlich in Ställen gehalten und hauptsächlich mit Trockenfutter gefüttert, beides wegen der Wirtschaftlichkeit. Das führt zu vermehrtem Staubaufkommen, das auch Jungschweine beim Toben aufwirbeln, wodurch die Schweine nicht nur Reizhusten und Lungenkrankheiten bekommen, sondern auch viel trinken.“ Diese Kettenreaktion führe also dazu, dass Schweine viel Wasser im Körper haben und nur wenig zunehmen. Doch der Hullerner Ingenieur und ein Forscherteam der FU Berlin wollen die Lösung für das Problem gefunden haben. „Bei solchen Reizungen helfen ätherische Öle, wie Teebaum- oder Citrusöl. Erste Messungen haben uns im konkreten Fall gezeigt, dass sich nach dem Sprühen der Öle die Keimzahl verringert hat“, so Richter. Im Stall riecht es so also nicht nur besser, die Schweine leben auch noch gesünder.

Thomas Richter kümmerte sich um die richtige Dosierung und die Tröpfchengröße der Öle. Eine Anlage soll dann automatisch in regelmäßigen Abständen genug davon versprühen, um die Keimzahl im Stall zu senken. Diese zunächst skurril klingende Anlage soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Ein Patent möchte der Ingenieur auch noch anmelden und dann Schluss machen mit dem Schweinehusten in den Ställen.  

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