Die Erich-Kästner-Schule wurde 2010 mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket aufgehübscht. © Wolter (A)
Schulen in Haltern

Zukunft der Erich-Kästner-Schule: Stadt Haltern hat es nicht eilig

Der Asylkreis hat die Erich-Kästner-Schule in Richtung Innenstadt verlassen. Was wird aus der ehemaligen Förderschule, die noch 2010 für über 300.000 Euro saniert worden ist?

Fünf Jahre lang nutzte der Asylkreis Haltern Klassenräume der Erich-Kästner-Schule, um geflüchteten Menschen im Willkommenscafé und in Kursen Hilfestellungen für den Start in der neuen Heimat zu geben. Nun zog der Asylkreis aus: Er hat städtische Räume in der Innenstadt gefunden.

Der Asylkreis war nicht der einzige „Untermieter“ der Immobilie. Das Unternehmen „Kinderhaus Rasselbande“ organisierte bis zum 1. August 2020 eine Spielgruppe in der Erich-Kästner-Schule, um den hohen Bedarf an Kindergartenplätzen in Haltern aufzufangen.

Die Turnhalle wird bis heute von Sportvereinen, Tanzgruppen (Devil Dancers) und Stadtsportverband genutzt. Die Klassenräume belegen Stenografenverein und Volkshochschule, außerdem ist hier das Back-Up-Projekt für Schulabbrecher und die Großtagespflegestelle zu Hause.

Schulgebäude wurde 2010 aufwändig saniert

Was wird langfristig aus der Schule? Das Statement der Stadt dazu ist kurz und knapp: „Aktuell haben wir noch keine konkreten Pläne für die weitere Nutzung der Erich-Kästner-Schule.“ Interesse von Investoren und Gewerbetreibenden gibt es angesichts des großen Grundstücks durchaus.

Das Schulgebäude hat eine schöne Hülle, im Kern ist sie allerdings renovierungsbedürftig. 2010 investierte die Stadt mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket gut 340.000 Euro, um Fenster zu erneuern, Dachraum und Fassade zu dämmen und das Gebäude optisch attraktiv zu präsentieren. Damals war hier die Förderschule der Stadt mit einem erfolgreichen Konzept unterwegs.

Erfolgreiche Förderschule musste 2016 schließen

Diese schloss allerdings 2016 nach einem aus Sicht des Lehrerkollegiums schmerzhaften Auflösungsprozess – gewollt von der Landesregierung. Im 9. Schuländerungsgesetz war festgelegt worden, dass eine Förderschule mindestens 144 Schüler haben müsse, damit sie weiter bestehen könne. Die Halterner Schule hatte zuletzt 60.

Bereits 2013 sprach die Politik über Zukunftsideen für den Schulstandort. Es gab Überlegungen, dort die städtische Bauverwaltung unterzubringen. Ein Umbau der Schule mit nötigem Anbau wurde kaputt gerechnet: 5,347 Millionen Euro seien notwendig, hieß es. Für eine überschuldete Stadt wie Haltern indiskutabel.

Nun hat es die Stadt mit konkreten Plänen für ein langfristiges Konzept gerade nicht eilig.

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Redaktion Haltern
Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
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Elisabeth Schrief
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