Zum ersten Mal: Auch die Halterner FDP schickt einen Bürgermeister-Kandidaten ins Rennen

hzKommunalwahl 2020

Das Geheimnis ist gelüftet: Die Halterner FDP, die seit zehn Jahren im Stadtrat sitzt, tritt zur Kommunalwahl im September 2020 mit einem eigenen Bürgermeister-Kandidaten an.

Haltern

, 20.12.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die FDP ist seit 2009 mit zwei Mandaten im Halterner Stadtrat vertreten. „Wir haben in dieser Zeit solide Arbeit geleistet“, findet Fraktionschef Kai Surholt. Außerdem habe die Partei während dieser Zeit ihre Mitgliederzahl auf 30 verdoppeln können. „Unsere Stärke ist ein hochmotiviertes junges Team“, sagt Kai Surholt. Und dieses Team hat Ziele.

Bei den Vorbereitungsgesprächen für den Kommunalwahlkampf 2020 kristallisierte sich schnell heraus, dass die Partei sich noch stärker als bisher positionieren will. „Dazu gehört die Nominierung eines eigenen Bürgermeister-Kandidaten“, erklärt Kai Surholt. „Wir meinen es ernst, das ist keine Spielerei.“ Am Freitag stellte er den Bewerber um das höchste Amt in der Stadt vor: Torsten Dederichs aus Lavesum. Er ist seit 18 Jahren in der FDP, aktuell Stadtverbandsvorsitzender seiner Partei und ein überzeugter Bekenner zu seinem Ortsteil und seiner Wahlheimat Haltern.

Torsten Dederichs überquerte mit einem Großsegler den Atlantik

Der 44-Jährige wohnt seit 2004 in Haltern, geboren ist er in Würselen. Er war übrigens Nachbar von Ex-Bundeskanzlerkandidat Martin Schulz (SPD). Auf die Ausbildung zum Betriebselektriker folgte ein Intermezzo als Bergmann im Braunkohlebergbau, dann studierte Torsten Dederichs Elektrotechnik in Aachen. Als Diplom-Ingenieur machte er schließlich Karriere in einem großen Unternehmen für Kraftwerksbau.

Nach mehreren Führungs- und Projektleitungsfunktionen arbeitet er zurzeit in der Konzernzentrale seines Arbeitgebers in Düsseldorf. Er entwickelt hier als interner und externer Berater neue Geschäftsfelder, Betriebsorganisationen und operative Prozesse. Außerdem schreibt er Bücher über seinen Fachbereich - und übers Segeln: In 21 Tagen überquerte Torsten Dederichs als Wachführer mit dem Großsegler „Alexander von Humboldt“ den Atlantik. Und ganz nebenbei war er ein aktiver Pfadfinder.

Der Vater von vier Kindern ist in Lavesum sesshaft geworden

1993, während einer Gruppenleiter-Ausbildung im Gilwell-Haus auf dem Annaberg, lernte Torsten Dederichs Haltern kennen und schätzen. Auf diese Stadt fiel deshalb die Wahl, als er beruflich in Gelsenkirchen arbeitete und mit seiner Frau einen Bauplatz suchte. Damals war ihm Ludwig Deitermann, Immobilienmakler und WGH-Fraktionschef, behilflich.

„Wir sind sesshaft geworden“, sagt Torsten Dederichs, verheiratet und Vater von vier Kindern im Alter zwischen 22 und 6 Jahren. Seine Ehefrau ist Kinderkrankenschwester und Heilpraktikerin mit Fachbereich Psychotherapie.

Kandidat wünscht sich mehr Frauen in Führungspositionen

„Was gut ist, kann man noch besser machen“, ist der Leitspruch des 44-jährigen Kandidaten. Verbesserungsbedarf sieht er bei der Ausstattung Halterns mit Kita-Plätzen, bei der digitalen Ausstattung von Schulen, bei der Infrastruktur in den Ortsteilen und bei der Personalentwicklung in der Stadtverwaltung. Mehr Perspektiven für aufstrebende Mitarbeiter schaffen und Frauen in Führungspositionen heben - das sind für ihn zwei wichtige Herausforderungen. Er ist überzeugt, einiges bewegen zu können.

Kai Surholt traut dem Bürgermeister-Kandidaten viel zu. „Torsten Dederichs ist ein ein extrem strukturierter, sachlicher und analytisch denkender Mensch, der vor einer Entscheidung Themen von allen Seiten betrachtet und nicht polarisiert“, sagte er in einem Gespräch mit der Halterner Zeitung. „Eine ideale Besetzung für das Bürgermeister-Amt.“ Neben dem Engagement auf Halterner Ebene ist der Lavesumer auch Mitglied im FDP-Landesfachausschuss „Gestaltung der offenen Gesellschaft und Diversität“.

Parteitag nominiert Torsten Dederichs offiziell am 25. Januar

Die offizielle Nominierung als Bürgermeister-Kandidat erfolgt am 25. Januar im Holtwicker Uhlenhof. Dass die FDP einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicke, mute wie ein Kampf David gegen Goliath an. „Aber wir sind extrem beflügelt und rechnen mit einem guten Ergebnis“, wagt Kai Surholt eine Prognose für 2020.

Bisher hat Torsten Dederichs mit Andreas Stegemann von der CDU den einzigen Gegenkandidaten. Die SPD will ebenfalls einen Bewerber stellen, hat ihn aber noch nicht benannt.

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