Bernd Redemann, hier ein Archivbild, war Inhaber der Falken-Apotheke in der Weseler Straße. Nun musste seine Apotheke schließen. © Said Rezek
Falken-Apotheke

Zum Islam konvertierter Halterner muss seine Apotheke schließen

Zuletzt sorgte die Falken-Apotheke in Haltern nicht immer aus fachlichen Gründen für Aufsehen. In die Schlagzeilen geriet vor allem ihr Inhaber. Nun musste sie schließen.

Ein Rundgang durch die Falken-Apotheke hatte schon etwas Besonderes. Neben den üblichen Arzneimitteln, den Husten-Bonbons und Hautpflegeprodukten fanden Besucher auch immer wieder Hinweise auf den Islam. Bereits über dem Eingang hing ein Schild mit einer arabischen Kalligrafie, die übersetzt „Tretet ein in Frieden – Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen“ bedeutet.

Nun musste der Betrieb der Apotheke eingestellt werden. Am Schaufenster klebt ein Zettel. „Die Falken-Apotheke bleibt ab dem 6. April 2021 geschlossen. Mit freundlichem Gruß, Bernd Redemann.“

Dieser Zettel befindet sich am Schaufenster der Falken-Apotheke.
Dieser Zettel befindet sich am Schaufenster der Falken-Apotheke. © Benjamin Glöckner © Benjamin Glöckner

Nicht im Insolvenzregister zu finden

Die genauen Hintergründe der Schließung sind aktuell unklar. Inhaber Bernd Redemann war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auf eine telefonische Anfrage, sowie bei Facebook und per Mail reagierte er bis Redaktionsschluss nicht.

Vermutlich könnte eine Insolvenz der Anlass der Schließung sein. Anfang Februar warb der Inhaber auf der Facebook-Seite der Apotheke für Spenden. Bei den Insolvenzbekanntmachungen ist jedoch sowohl der Geschäftsführer als auch die Falken-Apotheke nicht zu finden.

Die Stadt Haltern teilte auf Anfrage mit, dass bisher keine offizielle Meldung vom Gericht über eine Insolvenz vorliegt. Zudem ist die Immobilie nicht im städtischen Besitz, sodass es noch keine Angaben gibt, wie mit dem Ladenkomplex weiterverfahren wird.

Inhaber trug kein Kittel in der Apotheke

In den vergangenen Jahren war der Standort in der Weseler Straße immer weniger mit einer „klassischen Apotheke“ vergleichbar. Der Grund: Immer mehr wirkte die Falken-Apotheke wie ein religiöser Ort. Redemann sprach in einem Facebook-Video selbst von einem „Laden“.

Mit dem Inhaber ist der religiöse Einschlag eng verbunden. Vor knapp fünf Jahren konvertierte er zum Islam und wird in muslimischen Kreisen Mehmet genannt. Statt Kittel trug er meist T-Shirts mit Aussagekraft: „Islam The true message of God“, zu Deutsch: „Islam – die wahre Botschaft Gottes“ oder „Allah – Islam is the best connection“, zu Deutsch: „Allah – Islam ist die beste Verbindung“ mit einem Wlan-Signal über dem zweiten A sind nur einige Beispiele für seinen Kleidungsstil.

„Den Menschen den Islam nahe legen“

In der Apotheke selbst fanden sich arabische Kalligrafien mit dem Namen des Propheten Mohammed und seinen Nachfolgern, den Imamen und Kalifen Hassan, Omar, Ali und weiterer. Zudem taucht der Aufkleber „Islam inside“ mehrmals auf – auch ein Korankommentar und das Buch „Warum Gott Sinn macht“ lagen dort aus.

Vor-Ort-Gespräche nutzte Redemann, um sich mit interessierten Kunden über seine Religion auszutauschen. Gegenüber der Deutschen Apotheker-Zeitung sagte er mal: „Ich habe nach einem Weg gesucht, wie ich meinen Beruf damit verbinden kann, den Menschen auch den Islam nahe zu legen.“ Denn als Muslim habe er nun einmal die Pflicht, den Menschen die „wahre Botschaft Gottes“ ans Herz zu legen.

Dazu gehört für den Inhaber auch, dass er die Leute vor der ewigen Hölle warnen möchte, „weil jeder Mensch der den Islam nicht annimmt, in die Hölle gehen wird“, wie er es in einem unserer früheren Artikel beschrieb.

Präsent in den sozialen Medien

Seine Botschaft verbreitete er auch in den sozialen Medien. Auf der Facebook-Seite der Falken-Apotheke sprach er Anfang Februar über das Verhältnis von Mann und Frau bzw. Chef und Mitarbeiter. Zudem äußerte er sich zum Thema „Mafiasysteme die auf Zucker basieren“ und beschrieb dort, welche Folgen der weiße Pizzateig für den Zuckerspiegel des Menschen hat.

Da hatte er noch weniger Bart: Bernd Redemann im Jahr 2018.
Da hatte er noch weniger Bart: Bernd Redemann im Jahr 2018. © Silvia Wiethoff © Silvia Wiethoff

Auch auf Youtube produziert Redemann regelmäßig neue Videos. Ende März des vergangenen Jahres veröffentlichte er auf seinem Kanal den ersten Beitrag. Seitdem folgten in regelmäßigen Abständen viele weitere. Der Kanal hat 102 Abonnenten. Das erfolgreichste Video hat 999 Aufrufe. Die meisten Beiträge bewegen sich jedoch im zweistelligen Bereich der Klickzahlen.

Über den Autor
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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad
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