Zwangseinweisung rechtskräftig: Halterner Straßenmusiker muss in die Psychiatrie

hzLandgericht Bochum

Nach einem Messerangriff muss ein 40-jähriger Straßenmusiker aus Haltern nun endgültig auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie. Das Urteil des Bochumer Landgericht ist rechtskräftig.

Bochum/Haltern

, 30.11.2018, 15:22 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wie Gerichtssprecher Michael Rehaag am Freitag auf Anfrage bestätigte, hat weder die Verteidigung des Beschuldigten noch die Staatsanwaltschaft Revision gegen die Entscheidung des Bochumer Schwurgerichts vom 8. November eingelegt.

Damit ist die Anordnung der Richter, den psychisch kranken Messerstecher zum Schutz der Allgemeinheit in die geschlossene Straftäter-Psychiatrie einzuweisen, unanfechtbar.

Dreimal zugestochen

Weil er sich wahnhaft eingebildet hatte, der Recklinghäuser Künstler Iskender Gider sei der Kopf einer Verbrecherbande, die es sich zum Ziel gesetzt habe, ihn und seine Familie zu töten, hatte der 40-Jährige am 22. April zum Messer gegeriffen und zugestochen.

Der Künstler hatte seinerzeit nichts Böses ahnend in einem Straßencafé in der Altstadt von Recklinghausen gesessen. Der Straßenmusiker hatte sich zunächst unaufgefordert dazu an den Tisch gesetzt. Als der Künstler sich demonstrativ abwandte, stach der Halterner dreimal zu. Ein Rechtsmediziner hatte vor Gericht ausgesagt, das Opfer habe großes Glück gehabt, dass es den Angriff überlebt habe.

Erwiesene Schuldunfähigkeit

Wegen der erwiesenen Schuldunfähigkeit war es in dem Gerichtsverfahren nur noch um die Frage gegangen, ob der Halterner Akkordeonspieler auf unbestimmte Zeit in eine geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen werden muss. Das hatten die Richter am Ende eindeutig bejaht. Außerhalb der Mauern einer geschlossenen Einrichtung, sei es nur eine Frage der Zeit, bis er wieder schwere Straftaten begehen würde, hieß es in der Urteilsbegründung.

Der Halterner Straßenmusiker hatte vor Gericht immer wieder darum gebeten, die Unterbringung doch zur Bewährung auszusetzen. „Ich nehme auch meine Medikamente, das verspreche ich“, hatte er den Richtern gesagt.

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