Zweiter Wildunfall in drei Tagen: 26-Jährige erwischt Wildschwein mit ihrem Auto

hzWildunfällen vorbeugen

Erst am Samstag war in Haltern ein Mann mit einem Wildschwein kollidiert. Am Montagmorgen dann erwischte eine 26-Jährige in Haltern ein Wildschwein aus einer Rotte in Lippramsdorf.

Haltern

, 17.02.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Montagmorgen ist eine 26 Jahre alte Frau aus Borken mit einem Wildschwein auf der Lembecker Straße in Lippramsdorf zusammengestoßen. Die Frau wurde nicht verletzt. An ihrem Auto entstanden allerdings schätzungsweise 5000 bis 6000 Euro Schaden.

Laut der Polizei Recklinghausen war die Frau gegen 6.35 Uhr einen Kilometer nördlich der B 58 in Lippramsdorf unterwegs, als eine Wildschweinrotte vor ihrem Auto über die Straße lief. „Sie ist dann mit dem letzten Wildschwein zusammengestoßen“, sagt Michael Franz, Pressesprecher der Polizei Recklinghausen.

56-jähriger Dortmunder erwischt Wildschwein mit Quad

Es ist der zweite Wildunfall innerhalb von drei Tagen in Haltern. Erst am Samstagmittag war ein 56 Jahre alter Dortmunder mit seinem Quad auf der Hullerner Straße auf Höhe Hullerns unterwegs, als zwei Wildschweine auf die Fahrbahn liefen.

Weil er nicht mehr ausweichen konnte, kollidierte der Dortmunder mit einem der Schweine. Der Mann wurde leicht verletzt, am Quad entstanden rund 3000 Euro Sachschaden.

Um Wildunfällen vorzubeugen, geben Eckhard Wildhagen von der Hegegemeinschaft und Reinhold Bergjürgen vom Hegering Haltern folgende Tipps:

  • Umgeworfener Grünbewuchs am Straßenrand und blaue Reflektoren weisen darauf hin, dass hier Wild unterwegs ist. „Hier sollte man lieber mal 10 Stundenkilometer weniger fahren“, so Wildhagen. Auch, weil die Reflektoren das Wild nicht immer vertreiben.
  • Besonders da, wo es Deckungsmöglichkeiten und Vegetation entlang der Straße gebe, sei das Risiko für einen Wildunfall höher, so Reinhold Bergjürgen.
  • Straßenschilder mit Wildhinweisen sollten ernst genommen werden. „Die Schilder stehen nicht umsonst da“, sagt auch Reinhold Bergjürgen.
  • Steht ein Wild auf der Straße, sollten Autofahrer bremsen, auf das Tier draufhalten und nicht ausweichen. „Bevor Sie in den Graben fahren, retten Sie lieber Ihr eigenes Leben“, so Wildhagen. Bergjürgen empfiehlt, abzublenden, um die Tiere nicht zu blenden.
  • Und: Wo ein Tier ist, folgen meist noch mehr. Deshalb sollten Autofahrer besonders vorsichtig sein, wenn sie ein Tier sehen, so Bergjürgen.

Das sind die Gefahrenpunkte für Wildunfälle in Haltern

Wildunfälle müssen der Polizei gemeldet werden. Andernfalls kann das Weiterfahren als Fahrerflucht gewertet werden. Die Polizei informiert dann den Jäger, der in dem Bereich des Unfalls das Jagdrecht hat. Die Polizei stellt dem Unfallverursacher in dem Fall eine Unfallmitteilung aus, die er bei der Kaskoversicherung einreichen kann, um den Schaden zu regulieren.

Als neuralgische Punkte, an denen es in Haltern ein Wildunfallrisiko besteht, nennt Reinhold Bergjürgen neben der Recklinghäuser Straße die Granatstraße, die Sythener Straße zwischen Autobahn und Drügen Pütt und den Sythener Damm, der am ehemaligen Truppenübungsplatz entlang führt. Auch die Lembecker Straße gehört seiner Meinung nach dazu.

Rehwild ist laut Wildhagen immer eine halbe Stunde vor Sonnenauf- und -untergang aktiv, wenn es dämmert. Wildschweine hingegen sind eher in den Nachtstunden aktiv, so Bergjürgen. Allerdings würden die Gruppen der Wildschweine etwa immer größer, da die milden Winter für immer mehr Nahrung sorgten. So breiteten sich die Wildschweine immer mehr aus und würden dementsprechend auch öfter gestört und aufgescheucht.

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