Zwölf Autos in Haltern aufgebrochen: Haft für Bande

Diebesbande

Sie waren schnell – und sie waren der Albtraum der BMW-Fahrer und -Händler: Anfang 2016 hat eine litauische Diebesbande reihenweise Autos aufgebrochen und gleich vor Ort ausgeschlachtet. In Haltern wurde besonders gewütet. Auf fünf der Männer wartet nun das Gefängnis.

HALTERN/ESSEN

17.03.2017, 15:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fahrzeuge der Bayerischen Motorenwerke waren ihr Ziel. Wie passend, dass ein mutmaßliches Mitglied der Litauer Autodiebe am ersten Prozesstag in Bayern-München-Jacke erschien.

Fahrzeuge der Bayerischen Motorenwerke waren ihr Ziel. Wie passend, dass ein mutmaßliches Mitglied der Litauer Autodiebe am ersten Prozesstag in Bayern-München-Jacke erschien.

Das Essener Landgericht hat am Donnerstag gegen die beiden mutmaßlichen Anführer der Bande vier beziehungsweise drei Jahre Haft verhängt. Drei weitere Männer wurden zu Gefängnisstrafen zwischen anderthalb und zweieinhalb Jahren verurteilt.

Besonders getroffen hatte es damals einen BMW-Händler aus Haltern. Bei ihm waren im März 2016 in nur einer Nacht gleich zwölf Autos aufgebrochen worden. Am nächsten Morgen fehlte praktisch die gesamte Steuereinheit im Cockpit – Navigationsgerät, Airbags und Controller.

Jetzt lesen

Die 22 bis 29 Jahre alten Angeklagten waren für die Diebeszüge laut Urteil extra mit einem Kleinbus von ihrer litauischen Heimat ins Ruhrgebiet gefahren. Versteck und heimliche Kommando-Zentrale war eine Wohnung in Duisburg. Von dort sollen sie immer wieder ausgeschwärmt sein.

Um nicht aufzufallen, waren für die Klautouren extra unverdächtige Autos angemietet worden. Die Vorgehensweise war immer gleich. Sobald ein hochwertiger BMW gesichtet wurde, wurde der Standort näher ausgekundschaftet und genau notiert. Der Aufbruch selbst fand dann im Schutz der Dunkelheit statt. Dabei wurde eine Seitenscheibe eingeschlagen, dann die Elektronik ausgebaut. Was genau zu tun war, hatten die Täter offenbar aus dem Internet gelernt.

Nach Erkenntnissen der Ermittler ging die Beute nach Litauen und wurde von dort quer durch Europa weiterverkauft – sogar bis nach England. Für einen Airbag gab es 500 Euro, für ein Navi immerhin noch 400.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt