Bauernhof-Brand in Wichum: Rund 150 Schweine verenden qualvoll

hzFeuerwehreinsatz

Eine Scheune ging am späten Samstagnachmittag in der Bauerschaft Wichum in Flammen auf. Etwa 150 Schweine starben qualvoll. Der Sachschaden ist enorm. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Heek

, 11.05.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als die alarmierte Feuerwehr um kurz vor 17 Uhr am Samstag (9. Mai) auf dem Bauernhof in Wichum eintraf, brannte die Lagerscheune bereits lichterloh. Die dunkle Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Der Einsatz verlangte den Einsatzkräften alles ab. Bis spät in die Nacht waren sie vor Ort. Doch trotz des schnellen Eingreifens verendeten etwa 150 Schweine. Der entstandene Sachschaden ist enorm. Die polizeilichen Ermittlungen laufen.

Über 60 Feuerwehrleute aus Heek, Nienborg, Epe und Gronau bekämpften das Flammenmeer, dem nach derzeitigem Stand etwa 150 Schweine in einem angrenzenden Stall zum Opfer fielen. Die Tiere starben nach Polizeiangaben an einer Rauchgasvergiftung. Das durch den Großbrand freigesetzte Kohlenmonoxid zog in die Stallung und blockierte die Sauerstoffversorgung der Organe. Das führte zu einem „innerem Ersticken“ der Tiere.

Zwei Feuerwehrmänner verletzen sich beim Einsatz

Zudem verbrannten ein Radlader sowie weitere landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge in der Scheune. Den entstandene Sachschaden beziffert die Polizei auf 700.000 Euro. Zudem verletzten sich bei dem Großeinsatz zwei Feuerwehrmänner. „Eine Schnittverletzung und vermutlich ein gebrochener Finger“, wie Heinz-Peter Rump, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Heek, auf Nachfrage berichtet.

Die Brandstelle ist aktuell (Stand 11. Mai) polizeilich beschlagnahmt und mit Flatterband abgesperrt. Experten der Polizei untersuchen die Brandstelle, um die Brandursache zu ermitteln. „Das ist ein ganz normales Vorgehen“, erklärt Polizeipressesprecher Thorsten Ohm auf Nachfrage. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden, steht noch nicht fest. Ein technischer Defekt kann nach ersten Erkenntnissen als Ursache nicht ausgeschlossen werden.

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Rückblick: Bevor am Samstagnachmittag die Löscharbeiten überhaupt beginnen konnten, galt es, die Wasserversorgung sicherzustellen. „Das war zu Beginn etwas kritisch. Da muss man dann einfach Ruhe rein bekommen. Das haben wir gut geschafft“, sagt Heinz-Peter Rump. So musste eine mehrere hundert Meter lange Wegstrecke überbrückt werden, um Löschwasser aus der Dinkel zu ziehen. Hilfe erhielt die Feuerwehr zudem von Landwirten, die im Wechsel Güllefässer voll Wasser auf den Hof brachten.

Ein Übergriff der Flammen konnte verhindert werden

Die Versorgung stand so rechtzeitig, dass ein Übergriff der Flammen auf die angrenzenden Stallungen verhindert werden konnte. Dort waren Schweine, Bullen und Rinder untergebracht. Sowohl Einsatzkräfte als auch freiwillige Helfer kümmerten sich um die Rettung der Tiere. Ein Veterinär des Kreises Borken war ebenfalls vor Ort. Nur für die besagten rund 150 Schweine kam jede Hilfe zu spät.

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Für viel Unverständnis sorgten sowohl bei Polizei, die den Brandort frühzeitig abgesperrt hatte, als auch bei der Feuerwehr die zahlreichen Schaulustigen, die sich auf der Zufahrtsstraße tummelten und versuchten so nah wie möglich an die Brandstelle vorzudringen. Vermutlich wurden sie von der Rauchsäule angelockt.

Schaulustige behindern die Einsatzhelfer – Wege zugeparkt

„Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass Einsatzkräfte grundsätzlich und in keinerlei Weise behindert werden“, stellt Kreispolizei-Pressesprecher Thorsten Ohm klar. Glücklicherweise, so Heinz-Peter Rump, seien die Einsatzkräfte auf dem Hof selbst nicht an der Arbeit behindert worden.

Landwirte halfen der Feuerwehr bei den Löscharbeiten, indem sie mit ihren Traktoren Wasser auf den Hof brachten.

Landwirte halfen der Feuerwehr bei den Löscharbeiten, indem sie mit ihren Traktoren Wasser auf den Hof brachten. © Christian Bödding

„Aber es ist unverständlich, wieso Menschen die Zufahrt mit Rädern und Autos zuparken, nur um etwas vom Einsatz zu sehen.“ Denn genau das habe die Traktoren der Landwirte aufgehalten, die Güllefässer voll Wasser auf den Hof gebracht haben. „Die Fahrer mussten da höllisch wegen der Menschen aufpassen. Das kostet unnötige Zeit“, stellt Heinz-Peter Rump klar.

Übrigens war ein Großteil der Einsatzkräfte bis spät in der Nacht vor Ort im Einsatz. „Die Brandwache war bis 8 Uhr am Sonntag da“, berichtet der Leiter der Heeker Feuerwehr. „Danach haben wir die Sache in die Hände des Landwirts übergeben.“

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