Das geplante Bauvorhaben auf dieser Fläche sorgt bei den Anliegern für Unmut. © Markus Gehring
Nachverdichtung

Beckers Kamp/Grimmeltstraße: Bauvorhaben schlägt hohe Wellen

Am Beckers Kamp/Grimmeltstraße werden zwei Mehrfamilienhäuser entstehen – zum Unmut der Anlieger. Sie kritisieren Verwaltung und Lokalpolitik. Können die Wogen jetzt noch geglättet werden?

Auf der 1840 Quadratmeter großen Wiese am Beckers Kamp/Grimmeltstraße werden zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohneinheiten entstehen. Die Lokalpolitik hat dem Bauvorhaben letztlich zugestimmt. Die Baugenehmigung hat der Kreis erteilt. Doch das Vorhaben schlägt hohe Wellen. Die Anlieger fühlen sich übergangen. Können die Wogen noch mal geglättet werden?

Ein solches Vorhaben stieß zumindest Mario Strehlow (CDU) in der jüngsten Ratssitzung an. „Haben wir nicht die Möglichkeit, das Ganze in bessere Bahnen zu lenken?“, lautete seine Frage Richtung Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. Dabei, das machte Strehlow deutlich, wolle er seine Frage nicht als Kritik an der Verwaltung verstanden wissen.

Brisanz aus der Thematik nehmen

Dem Christdemokraten geht es darum, die Brisanz aus der Thematik zu nehmen. Er sei im Dialog mit den Anliegern, die sich von Verwaltung und Lokalpolitik übergangen, sprich nicht informiert, fühlen. Diesen Umstand machten die Anwohner auch mit einem Schreiben an die Verwaltung sowie im Austausch mit der Redaktion deutlich.

Als „zu massiv“ und als „enormen Einschnitt in das Wohngebiet“ bezeichnen die Anlieger das Bauvorhaben. Und die politisch gewollte Nachverdichtung bezeichnen sie als „nicht ortsüblich“. Verhärtete Fronten. Genau deshalb brachte Mario Strehlow den Vorschlag ins Spiel, dass die Gemeinde ja eventuell als Moderator fungieren könne.

Stellt der Investor das Projekt vor?

„Vielleicht kann der Investor den Anwohnern das Projekt einmal vorstellen. Es geht ja schließlich darum, die Bürger mitzunehmen.“ Die Verwaltung könne dabei ja als Vermittler alles in die Wege leiten. Dass dies in Zeiten von Corona schwierig werden dürfte, räumte auch Strehlow ein. Aber: „Vielleicht können Sie als Bürgermeister einmal mit dem Investor reden.“

Etwas, das Franz-Josef Weilinghoff nicht abwiegelte. Im Gegenteil. Wenngleich der Bürgermeister erneut betonte, dass die Gemeinde nur Verfahrensbeteiligter sei und die Öffentlichkeit sauber informiert habe sowie Nachverdichtung der erklärte politische Wille sei. Und: „Wir sagen jedem Investor, die Nachbarn zu informieren.“

Etwas, das in diesem Fall offenkundig (bisher) nicht geschehen ist. „Wir haben von den Plänen nur aus der Zeitung erfahren“, stellte Anliegerin Margret Flüthmann kürzlich im Gespräch mit der Redaktion klar.

Anregung soll Berücksichtigung finden

Aber so oder so: Die Anregung Strehlows soll Berücksichtigung finden. „Wir werden die Anregung mit aufnehmen“, sagte Weilinghoff und erklärte auch warum. „Das ist ja ein besonderer Ort, eine exponierte Lage. Da bietet sich das an.“ Mit dem Nachsatz, dass man jetzt aber nicht bei jedem Bauprojekt einen Gesprächskreis einführen könne.

Jetzt gilt es abzuwarten, wie Investor und Anlieger mit der Sache umgehen. Letztlich ist es eine freiwillige Geschichte. Am Zug ist jetzt jedenfalls erst einmal die Verwaltung, um alles in die Wege zu leiten. Wie auch immer das in Pandemiezeiten aussehen kann.

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