Eine Vollsperrung der A31 zwischen Heek und Gronau wie bei dem Massencrash 2011 (Foto) könnte zu einem Verkehrschaos in Nienborg führen. © DPA
Teilabschnitt Heek-Gronau

Bei Vollsperrung der A31 droht in Heek großes Verkehrschaos

Muss die A31 zwischen Heek und Gronau voll gesperrt werden, kann eine sogenannte Bedarfsumleitung für den Verkehr aktiviert werden. Doch diese birgt im Fall der Dinkelgemeinde diverse Tücken.

Vielen dürften die Bilder aus dem November 2011 noch präsent sein. Auf der A 31 zwischen Heek und Gronau krachten über 50 Autos ineinander. Drei Menschen starben, über 50 wurden verletzt. Eine Vollsperrung mit Umleitung war die Folge. Doch Letztere birgt Tücken.

Über 24 Stunden war der Teilabschnitt der Autobahn zwischen Heek und Gronau seinerzeit beidseitig gesperrt. Die Aufräumarbeiten dauerten eine gefühlte Ewigkeit. Damit in solchen Fällen der Verkehrsfluss nicht dauerhaft zum Erliegen kommt, gibt es sogenannte „Bedarfsumleitungen“.

Bedarfsumleitung mitten durch Nienborg

Für den besagten Abschnitt der A31 verläuft diese derzeit mitten durch Nienborg. Über die B 70, durch den Kreisverkehr Gabelpunkt, über die Nienborger Straße, die Hauptstraße und die Ochtruper Straße (L 573) geht es nach Gronau.

Klingt erst mal unkritisch, doch bei genauerem Hinsehen wird klar, so ganz ohne Problemzonen ist diese Bedarfsumleitung (U37/U66) dann auch nicht. Im schlimmsten Fall könnte diese zu einem Verkehrschaos führen, das im Einsatzfall womöglich auch die Feuerwehr beim Ausrücken behindern könnte.

Die Hauptstraße in Nienborg ist – auch durch die parkenden Autos – eng. Durch dieses Nadelöhr würde der Verkehr der Bedarfsumleitung fließen.
Die Hauptstraße in Nienborg ist – auch durch die parkenden Autos – eng. Durch dieses Nadelöhr würde der Verkehr der Bedarfsumleitung fließen. © Markus Gehring © Markus Gehring

Über die kritischen Punkte haben jüngst auch die Mitglieder des Bauausschusses intensiv diskutiert. Auslöser war der Verstoß der Verwaltung, die Umleitung fortan durch den Ortsteil Heek laufen zu lassen, um die potenzielle Chaossituation zu entschärfen.

Doch was ist so kritisch an der bisherigen Route? Da wäre die Parksituation in der Hauptstraße. Noch gibt es dort auf der Fahrbahn keine eingezeichneten Parkflächen. Autos parken entlang der gesamten Straße. Für den Fließverkehr ist oftmals Zickzack-Fahren angesagt. Kommen Lkw ins Spiel, wird es richtig eng.

Behinderung der Feuerwehr droht

Direkt an der Ochtruper Straße liegt das Feuerwehrgerätehaus des Löschzugs Nienborg. „Uns macht Sorgen, dass die Feuerwehr im Fall der Fälle nicht ausrücken kann“, machte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff in der Sitzung deutlich. Nämlich dann, wenn Ochtruper Straße und Hauptstraße durch den Fließverkehr der A 31 dicht wären.

Und dann wäre da noch die Sache mit der „Versuchsstrecke“ auf einem Teilabschnitt der L 573. Viel Platz bleibt einem bei Gegenverkehr auch da nicht. Schon bei einem Pkw und einem Trecker wird es eng. Wie es dann mit Lkw aussieht, liegt auf der Hand.

Die Verwaltung hat Sorge, dass im Falle einer Aktivierung der Bedarfsumleitung der Löschzug Nienborg nicht mehr (zügig) ausrücken kann, da die Umleitung direkt am Feuerwehrgerätehaus vorbeiführt.
Die Verwaltung hat Sorge, dass im Falle einer Aktivierung der Bedarfsumleitung der Löschzug Nienborg nicht mehr (zügig) ausrücken kann, da die Umleitung direkt am Feuerwehrgerätehaus vorbeiführt. © Markus Gehring © Markus Gehring

Weiteres Problem: Findet die Nienborger Kirmes statt, wird die Ochtruper Straße für den Verkehr gesperrt. Und was, wenn dann die Umleitung aktiviert werden muss? Dann müsste die Umleitung aufwendig umgeleitet werden.

So oder so: Die Verwaltung hat bereits 2020 erste Gespräche mit der Bezirksregierung Münster, dem Kreis Borken und Straßen NRW als Straßenbaulastträger bezüglich einer Umleitung durch den Ortsteil Heek geführt.

Umleitung durch Heek wäre länger

Alle sollen, obwohl die Umleitung so 26 statt 16 Kilometer lang wäre, grundsätzlich ihre Zustimmung signalisiert haben. Eine solche gab es allerdings (noch) nicht von der Lokalpolitik.

„Auch in Heek ist die B 70 mächtig eng“, führte etwa Tobias Neumann, Fraktionsvorsitzender der FDP, an. Und Mario Strehlow (CDU) sagte: „Wir sehen, dass das Problem so nur in einen anderen Ortsteil verlagert wird.“ Das sei keine Lösung des eigentlichen Problems.

Die von der Verwaltung präferierte Umleitung durch den Ortsteil Heek wäre zehn Kilometer länger als die bisherige durch Nienborg.
Die von der Verwaltung präferierte Umleitung durch den Ortsteil Heek (blau) wäre zehn Kilometer länger als die bisherige (rot) durch Nienborg. © Gemeinde Heek © Gemeinde Heek

Auch fehlten den Ausschussmitgliedern Fakten, um einem Antrag auf Umlegung zustimmen zu können. Etwa, wie oft die Umleitung überhaupt schon aktiviert wurde. „Dazu haben wir keine Daten, in den letzten Jahren gab es aber keine Fälle“, so Bauamtsleiter Herbert Gausling.

Und nun? Entscheidung vertagt. Die Verwaltung wird das Ganze jetzt mit weiteren Fakten und Zahlen aufbereiten und dann wieder in den Ausschuss bringen. Ende offen.

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