Frist läuft bald ab: Betrügerischem Kirchenmusiker droht jetzt richtig saftige Strafe

hzKirchengemeinde Heilig Kreuz

Dem Kirchenmusiker, der die Gemeinde Heilig Kreuz betrogen hat, droht eine saftige Geldstrafe. Denn die ihm aufgebrummte Geldauflage hat er noch nicht bezahlt. Und die Frist läuft bald ab.

Heek

, 24.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Skandal um den einst auf dem präpariertem Papier hoch dekorierten Kirchenmusiker schlug im August 2019 in der Gemeinde Heilig Kreuz hohe Welle. Der Organist und Chorleiter hatte stümperhafte Urkundenfälschung betrieben und damit das Bistum Münster und die Gemeinde Heilig Kreuz betrogen. Die Staatsanwaltschaften Köln und Münster ermittelten. Und könnten es bald wieder tun.

Denn das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Münster gegen den Mann ist noch nicht endgültig, sondern nur vorläufig eingestellt. Ein juristisch großer Unterschied. Die Hochschule für Musik und Tanz in Köln hatte seinerzeit Anzeige gegen den Kirchenmusiker wegen Urkundenfälschung erstattet. Der Stein kam ins Rollen.

Schüttke ist nur ein „einfacher“ Kirchenmusiker

Denn der Kirchenmusiker war dort niemals eingeschrieben und hat erst recht kein Diplomabschluss gemacht. Doch genau das hatte er stets behauptet und mit einem gefälschten Diplomzeugnis auch dreist belegt. De Facto ist er nur ein einfacher Musiker ohne Studium. Nicht mehr.

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Mit seinen gefälschtem Zeugnis dürfte er nicht nur in der Gemeinde Heilig Kreuz deutlich mehr abkassiert haben, als ihm eigentlich zugestanden hätte. Stichwort: Bessere „Qualifikation“ für mehr Gehalt.

Schüttke hat den Betrug eingeräumt

Seine Fälschung und den Betrug räumte der Kirchenmusiker seinerzeit gegenüber der Staatsanwaltschaft Münster ein. Daraufhin wurde das Verfahren wegen Urkundenfälschung und Betrug vorläufig eingestellt.

Bedingung: Der Betrüger zahlt innerhalb von sechs Monaten einen nicht näher definierten fünfstelligen Eurobetrag an eine gemeinnützige Einrichtung. Doch genau das ist bisher nicht erfolgt. Das bestätigt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt von der Staatsanwaltschaft Münster auf Anfrage.

Staatsanwaltschaft Münster bleibt an der Sache dran

Und viel Zeit bleibt dem Kirchenmusiker nicht mehr, seine im wahrsten Sinne des Wortes „Schuld“ zu begleichen. Die Frist läuft sehr zeitnah ab. „Darum hat die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten kürzlich [...] an seine Zahlungsauflage erinnert“, sagt Martin Botzenhardt.

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Dafür habe die Staatsanwaltschaft den Musiker bei seiner zuletzt gemeldeten Adresse angeschrieben. Ob das Schreiben ankam, ist nach derzeitigem Stand jedoch nicht klar. „In einem Ermittlungsverfahren hat der Beschuldigte keine Verpflichtung, einen Umzug mitzuteilen.“

Letztlich stellt sich somit die Frage, wo sich der Kirchenmusiker, der seinerzeit Hals über Kopf aus der Gemeinde getürmt ist, derzeit aufhält. Vieles deutet nach den Recherchen dieses Redaktion auf Norwegen hin.

Wird das Verfahren wieder aufgenommen?

Fakt ist: Die gemeinnützige Einrichtung wurde von der Staatsanwaltschaft Münster darüber in Kenntnis gesetzt, einen vollständigen Zahlungseingang des Musikers umgehend mitzuteilen. „Zahlt er nicht, riskiert er, dass das Verfahren wieder aufgenommen wird“, stellt der Oberstaatsanwalt klar.

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Und eine daraus resultierende Geldstrafe dürften noch deutlich höher ausfallen als die ohnehin schon saftige Geldauflage. Viel Zeit bleibt dem Kirchenmusiker jedenfalls nicht mehr, seine Schuld zu begleichen.

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