Der Bundesfreiwilligendienst wird als überwiegend praktische „Hilfstätigkeit“ in gemeinwohlorientierten Einrichtungen geleistet. In Heek sind diese Stellen sehr begehrt (Symbolfoto). © picture alliance / dpa
Soziales Engagement

Bundesfreiwilligendienst in Heek: „Wir werden manchmal überrannt“

Das Wort ist etwas sperrig, aber dahinter steckt eine gute Sache: Bundesfreiwilligendienst. In Heek sind diese Stellen sehr begehrt. Ein Glücksfall. Darum soll jetzt nachgebessert werden.

Jeder, der seine Pflichtschulzeit absolviert hat, kann Bundesfreiwilligendienst (BFD) leisten. Alter, Geschlecht, Nationalität oder der jeweilige Schulabschluss spielen keine Rolle. Jeder Bufdi engagiert sich dabei für das Allgemeinwohl. Die Einsatzbereiche sind vielfältig. Und in Heek ist die Nachfrage groß. Darum wird jetzt nachgebessert.

Der Bundesfreiwilligendienst wird als überwiegend praktische „Hilfstätigkeit“ in gemeinwohlorientierten Einrichtungen geleistet, so auch in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe einschließlich der Einrichtungen für außerschulische Jugendbildung und Jugendarbeit.

Hohe Nachfrage in der Dinkelgemeinde

Die Nachfrage an BFD-Stellen ist in der Dinkelgemeinde groß. Im jüngsten Ausschuss für Bildung und Soziales berichtete Jürgen Lammers, Leiter Fachbereich I, darüber: „Der Gemeinde liegen viele Anfragen vor. Wir werden manchmal überrannt.“

Und das ist nicht negativ zu verstehen, denn laut Lammers bringen die Bufdis „einen riesigen Mehrwert für Schulen und Zak“ mit sich. Bei einer 39-Stundenwoche gegen ein Taschengeld ist das nicht von der Hand zu weisen.

Es gibt nur ein Taschengeld

Dabei ist der Bundesfreiwilligendienst grundsätzlich als freiwilliges Engagement ein unentgeltlicher Dienst. Für das Taschengeld gilt derzeit die Höchstgrenze von 426 Euro pro Monat. Letztlich geht es vor allem darum, dass die Bufdis viel praktische Erfahrung sammeln können.

Und in Heek tun dies derzeit sechs Freiwillige, wie die Verwaltung berichtet. Zwei in der Kreuzschule, zwei in der Alexander-Hegius-Grundschule, einer in der Bischof-Martin-Grundschule sowie beim Jugendwerk (Zak).

Weitere Stellen sollen beantragt werden

Zudem soll eine oder sollen bei Bedarf auch mehrere weitere Stellen geschaffen werden. Konkreten Bedarf hat bereits die OGS Nienborg angemeldet. Im jüngsten Ausschuss klopfte darum die Verwaltung bei der Lokalpolitik ab, wie diese dazu steht. „Wir wollen uns gerne weiter öffnen, wenn Bedarf da ist“, schickte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff vorweg.

Die Resonanz war parteiübergreifend durchweg positiv. Die Verwaltung wird sich nach dieser Zustimmung jetzt darum bemühen, beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben weitere Stellen zu beantragen.

Übrigens betrug die „Taschengeldauszahlung“ 2020 in Heek brutto gut 25.000 Euro. Davon hat das zuständige Bundesamt gut 11.000 Euro übernommen. Der Eigenanteil der Gemeinde betrug somit 14.336,50 Euro. Das entspricht je Stelle pro Jahr einem Eigenanteil von rund 2400 Euro.

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