Corona-Krise: Averbecker Schützen bangen um ihr großes Jubiläumsfest

hzCoronavirus und Schützenfest

Etliche Veranstaltungen mussten wegen der Corona-Pandemie schon abgesagt werden. Fällt auch das Jubiläumsfest des Averbecker Schützenvereins im Juni aus? Noch pokern die Verantwortlichen.

Heek

, 02.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Ende der Corona-Pandemie ist nicht in Sicht. Die strengen Sicherheitsauflagen werden mindestens bis zum Ende der Osterferien aufrechterhalten. Wie es danach weitergeht, steht in den Sternen. Ergebnis: Alle Veranstaltungen und Events fallen derzeit ins Wasser. Da stellen Schützenfeste keine Ausnahme dar.

In Ahaus wurden bereits erste Schützenfeste abgesagt. Beim Schützenverein Averbeck wird im 175-jährigen Jubiläumsjahr allerdings noch auf Zeit gepokert. Zumindest solange, wie keine eindeutige Vorgabe vom Kreis Borken kommt. Denn schließlich stehen die großen „Feiertage“ mit dem Kaiserschießen erst im Juni an.

Anfang Mai soll die interne Entscheidung fallen

„Wir warten von uns aus bis Anfang Mai mit einer Entscheidung ab“, stellt Präsident Herbert Gausling im Gespräch mit der Redaktion klar. „Noch kann ja niemand absehen, wie sich das überhaupt alles weiterentwickelt.“ Und davon ab sind die Vorbereitungen für die große Sause schon weit fortgeschritten. „Wir bereiten erst mal alles weiter ganz normal vor.“

Ein Bild vom Averbecker-Schützenfest 1960: Lene Roters (v.l), Heinz Rulle, Maria Roters, Helmut Rulle, Elfriede Rulle und Heini Roters.

Ein Bild vom Averbecker-Schützenfest 1960, das auch in der Festschrift seinen Platz gefunden hat: Lene Roters (v.l), Heinz Rulle, Maria Roters, Helmut Rulle, Elfriede Rulle und Heini Roters. © Privat

Doch trotz des Optimismus: Die Auswirkungen des Cornona-Krise haben auch die Averbecken Schützen schon zu spüren bekommen. Generalversammlung, Fototermin mit allen Königinnen und Königen sowie die Vorstandssitzungen haben und werden nicht stattfinden.

Seit gut zwei Jahren wird das Jubiläumsfest vorbereitet

Dinge, die im Vergleich zu einem Ausfall des Jubiläumsschützenfestes verschmerzbar sind. „Daran mag ich gar nicht denken“, so Offizier Jörg Alfert, der zugleich im 15-köpfigen Festausschuss mitwirkt. Seit gut zwei Jahren feilen die Mitglieder an der perfekten Jubiläumsfeier. Von Zeltauswahl bis Einladung anderer Vereine – das Aufgabenspektrum ist breit gefächert.

„Es ist schon alles so gut organisiert. Ich persönlich fände es sehr traurig, wenn alles ausfallen müsste“, so Jörg Alfert. Davon betroffen wäre dann auch der Sternmarsch am 13. Juni unter Beteiligung vieler eingeladener Vereine durch die Dinkelgemeinde. „Neben dem Kaiserschießen (11. Juni - die Redaktion) ist der Marsch ein echtes Highlight.“

Ein Plan B existiert bereits

Wobei Ausfallen im Grunde gar nicht der treffende Ausdruck ist. Zumindest nicht, wenn darunter ersatzlos verstanden wird. Denn einen Plan B haben die Averbecker Schützen schon in der Tasche. „Das Ganze auf 2021 zu verschieben, wäre die Alternative“, so der Offizier. Eine Notlösung, keine Frage, aber besser als das Fest ersatzlos zu streichen, wie es andere Vereine im Kreis im Fall der Fälle planen.

Glücklicherweise, so berichtet es der Vereins-Präsident, würden im Falle eines tatsächlichen Ausfalls keine horrenden Summen an Fixkosten anfallen, die die Vereinskasse schwer belasten würden. Man habe vorgesorgt. „Schön wäre es natürlich trotzdem nicht.“

Königspaar regiert die Averbecker-Schützen drei Jahre

Und was für Auswirkungen hätte ein Verschieben des Festes für das amtierende Königspaar Martin Amshove und Sonja Rulle? So komisch es klingt – gar keine. Die Erklärung ist im Jubiläumsfest selbst verankert. Denn es wird nur ein Kaiser- und kein Königsschießen geben. „Das haben wir schon 2018 so festgelegt“, sagt Herbert Gausling. Martin Amshove und Sonja Rulle regieren also drei Jahre. Ganz planmäßig.

Foto vom Jubiläumschützenfest 1995 (150 Jahre): Kaiser Wilhelm Samberg und Kaiserin Maria Alfert

Foto vom Jubiläumschützenfest 1995 (150 Jahre): Kaiser Wilhelm Samberg und Kaiserin Maria Alfert © Privat

Und planmäßig soll auch die vermutlich 86-seitige Festschrift erscheinen. „Wobei es eher ein Bilderband sein wird mit Bildern aller bisherigen Schützenfeste bei uns“, verrät Jörg Alfert, der an der Erstellung des Bandes mitwirkt. Dreiviertel der Arbeit seien bereits erledigt. Corona-Krise hin oder her.

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