Mit sechs E-Autos in drei Orten geht das Carsharing-Pilotprojekt in Ahaus, Heek und Legden an den Start. Wir klären die wichtigsten Fragen zum Angebot.

Ahaus, Heek, Legden

, 17.06.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ab sofort startet das gemeinsame E-Auto-Projekt in Ahaus, Heek und Legden. Sechs E-Autos stehen zur Miete bereit, gebucht wird per App. Wir erklären, was die Nutzer zum Start wissen müssen.

? Wie läuft die Registrierung?

Für die ersten Schritte muss etwas Zeit eingeplant werden. Wer eines der E-Autos mieten will, muss sich zunächst auf der Website e-car-sharing.remoso.com registrieren. Nicht weniger als 24 verpflichtende Angaben von der Führerscheinklasse bis zur Ausweisnummer wollen die Anbieter wissen.

In einem zweiten Schritt muss sich der Fahrer noch persönlich mit Ausweis und Führerschein in einem der Bürgerämter oder bei einem der drei Kooperationspartner melden, um die persönlichen Daten zu verifizieren. Dann werden die Nutzer in der Datenbank freigeschaltet.

? Und die Buchung?

Die Buchung läuft dann über die App „ConfCar“, die sowohl im AppStore (iOS) als auch im Google PlayStore (Android) kostenlos heruntergeladen werden kann. Ist man dort angemeldet, kann man ein freies Auto zum gewünschten Termin buchen.

Auch entriegelt wird das Auto per App. Nur in Heek und Legden funktioniere das noch nicht wie gewünscht, sagt Projekt-Koordinatorin Ute Schwietering. „Da gibt es noch ein Hardwareproblem, das wir hoffentlich innerhalb einer Woche gelöst haben.“

? Was kostet die Miete?

Die Preise sind nach Nutzungszeit gestaffelt. 6 Stunden kosten 13 Euro, 12 Stunden 22 Euro und die 24-stündige Tagesmiete 30 Euro. Dazu gibt es einen Nachttarif von 22 bis 6 Uhr für 15 Euro. Bei den Paketpreisen sind Strom und Versicherungen inklusive.

? Wie wird bezahlt?

Die Bezahlung läuft vorerst ausschließlich per Lastschrift. Entsprechend muss bei der persönlichen Anmeldung auch ein Sepa-Lastschriftformular unterschrieben werden. Langfristig sei aber auch eine Bezahlung über die App denkbar, verrät Ute Schwietering.

? Wer darf fahren?

Nutzen darf das Angebot jeder, der mindestens 21 Jahre alt ist und seit mindestens zwei Jahren einen Führerschein besitzt.

Das muss man zum Start des E-Carsharings in Ahaus, Heek und Legden wissen

Nach der Registrierung und Verifizierung der Daten läuft alles über die App. © Falko Bastos

? Wo werden die Autos abgeholt und abgeben?

Vier Autos stehen in Ahaus: Am Rathaus (Rathausplatz 1), bei den Stadtwerken (Hoher Weg 2), bei der Autovermietung Althoff (Ridderstraße 15) und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Borken (Erhardstraße 11). Jeweils eines steht am Rathaus in Heek (Bahnhofstraße 60) und dem Bürgerservice Legden (Hauptstraße 32) bereit. Und genau dort müssen die Autos nach der Fahrt auch wieder abgegeben werden. „Sonst wären wir den ganzen Tag damit beschäftigt, die Autos zurückzubringen“, sagt Ute Schwietering.

? Zu welchen Zeiten kann das Angebot genutzt werden?

In Heek und Legden können die Autos nur abends und am Wochenende gemietet werden. Denn während der Dienstzeiten nutzen die alle drei Rathäuser ihr E-Auto als Dienstwagen. An den drei anderen Stationen (Autovermietung Althoff, Stadtwerke und WFG Kreis Borken, alle in Ahaus) ist das Angebot unbegrenzt verfügbar.

? Welche Autos stehen bereit?

Jeweils zwei Modelle „Nissan Leaf“ (Rathaus Ahaus, WFG Kreis Borken), „e-Golf“ (Rathaus Heek, Stadtwerke Ahaus) und „Smart EQ forfour“ (Rathaus Legden, Autovermietung Althoff) stehen den Nutzern zur Verfügung. Und eine Erweiterung des Fuhrparks ist bereits in Planung. So könnten künftig noch ein „BMW i3“ und ein „Renault Zoe“ angeschafft werden, verrät Ute Schwietering.

Das muss man zum Start des E-Carsharings in Ahaus, Heek und Legden wissen

Projekt-Koordinatorin Ute Schwietering hofft auf viele Nutzer. © Ronny von Wangenheim

? Wie ist die Reichweite?

Die Reichweite der Autos reicht von rund 120 Kilometern (Smart) über 190 Kilometer (Golf) bis zu 250 Kilometern (Nissan). Dies sind aber nur Näherungswerte, die von vielen Faktoren wie Fahrweise und Temperatur abhängig sind. „Im Winter sind die Akkus schwächer“, so Ute Schwietering.

? Wer lädt den Akku auf?

Die Nutzer müssen den Wagen nach ihrer Fahrt an die Ladesäulen anschließen. Damit sie dies nicht vergessen, liegt eine Checkliste in den Autos aus. Und damit kein Mieter keinen Wagen mit leerem Akku übernimmt, ist eine gewisse Zeit zur Aufladung zwischen den Vermietungen reserviert. Drei bis vier Stunden dauert eine vollständige Aufladung. Unterwegs können die Teilnehmer an allen Innogy-Ladesäulen kostenlos aufladen.

? Was ist das Ziel des Projekts?

„Generell ist es uns wichtig, der Öffentlichkeit das Thema Carsharing näherzubringen“, sagt Ute Schwietering. „Und alle sollen ertmal die Möglichkeit bekommen, E-Autos kennenzulernen“, erklärt der Heeker Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. Zu hohe Erwartungen will er aber nicht wecken. Denn der eigene Pkw sei im ländlichen Raum kaum verzichtbar. „Vielleicht kann künftig das eine oder andere Zweitauto ersetzt werden“, hofft er.

Lesen Sie jetzt