Anita Kruthoff und Bernhard Holtkamp leiten die Fraktion des Dinkelbündnisses im Heeker Rat. © Victoria Garwer
Interview

Dinkelbündnis spricht offen über Konflikte, Probleme und neue Ziele

Im Interview berichten Anita Kruthoff und Berndhard Holtkamp, wieso es innerhalb des Dinkelbündnisses zu Konflikten kam. Jetzt soll es mit einer neuen Arbeitsweise weitergehen.

Die Ratsfraktion des Dinkelbündnisses hat sich bei einer zweitägigen Klausurtagung mit seinen Problemen und Differenzen beschäftigt. Im Interview berichten der Fraktionsvorsitzende Bernhard Holtkamp und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Anita Kruthoff, wo Konflikte aufgetreten sind und wie es nun weiter geht mit dem Dinkelbündnis.

Rund um das Dinkelbündnis gab es in letzter Zeit einige Turbulenzen. Wo steht die Fraktion zurzeit?

Holtkamp: Wir sind in einer Phase, die geprägt ist durch eine unruhige Zeit in der Fraktion. Das hat sicherlich eine Geschichte. Wir haben uns im Mai 2020 gegründet, also mitten in der Corona-Pandemie.

Kruthoff: Das heißt, dass viele Treffen nur digital oder unter strengen Corona-Bedingungen stattfinden konnten. Das ist eine erschwerte Situation. Da kommen viele unterschiedliche Charaktere zusammen.

Sie kannten sich also untereinander nicht wirklich gut, als die Ratsarbeit begann?

Holtkamp: Genau. Und plötzlich war die Aufgabe da. Wir wurden auch überrascht von dem sehr guten Ergebnis, das kann man sicher sagen. Hinzu kommt, dass keiner von uns vorher Mitglied im Rat war. Wir sind quasi angefangen mit keiner nennenswerten Erfahrung.

Also waren Sie am Anfang überfordert?

Holtkamp: Nein, Überforderung würde ich das nicht nennen. Wir können alle mit Veränderungen umgehen, aber es war eine Menge Arbeit.

Kruthoff: Aber eine spannende Arbeit.

Wo genau lag denn das Problem?

Kruthoff: Während der Gründungsphase waren wir alle sehr euphorisch. Nach der Wahl haben wir es dann nicht geschafft, in den Arbeitsmodus zu wechseln. Wir haben stattdessen so euphorisch weitergemacht. Wir mussten erst erkennen, dass wir ein bisschen zurückrudern und uns auf die Kernpunkte konzentrieren müssen.

Holtkamp: Ich für mich musste erst realisieren, dass wir innerhalb der Fraktion unterschiedliche Erwartungen und Vorstellungen hatten, was die grundsätzliche Arbeit in einer Fraktion angeht. Es gibt zwar keinen Fraktionszwang, aber es gibt ja eine grundsätzliche Haltung der Wählergruppe. Es ist ein Unterschied, was ich als Bürger will und was ich als Ratsmitglied will. Als Ratsmitglied bin ich an die Gemeindeordnung gebunden, ich muss nicht nur an mich, sondern auch an die Fraktion und alle Bürgerinnen und Bürger denken.

Da kam es zu Konflikten und das war auch deutlich spürbar. Bei einer Fraktionssitzung waren wir dann soweit, dass wir gesagt haben: Wir brauchen eine Klausurtagung, um alle Probleme auf den Tisch zu bringen und Lösungen zu suchen. Dieses Angebot stand übrigens auch schon, als die drei Fraktionsmitglieder ausgetreten sind.

Hat das Dinkelbündnis Fehler gemacht?

Holtkamp: Wir haben in der Klausurtagung alles offen angesprochen. Sicher gibt es Fehler, dafür kann man sich entschuldigen.

Kruthoff: Die Mediatorin hat Punkte in der Klausurtagung aufgegriffen und eine andere Sichtweise reingebracht. Das hat uns gestärkt und zusammengeschweißt.

Wie sehen Sie nun im Nachhinein die Angelegenheit rund um Ihre Firma Trion, Herr Holtkamp?

Holtkamp: Rechtlich gesehen haben wir gegen nichts verstoßen. Dass die Meldung der Beratertätigkeit leider verspätet kam, ist bedauerlich. Aber auch das war lange, bevor das Thema in den Rat kam. Wir haben aus der Angelegenheit nie ein Geheimnis gemacht, aber wir haben die Wirkung in der Öffentlichkeit anders eingeschätzt.

Wie geht es denn nun weiter im Dinkelbündnis?

Kruthoff: Wir haben in der Klausurtagung einen Punkteplan mit Zeitplan und Prioritätensetzung erarbeitet. Die genauen Details wollen wir aber erst unseren Mitgliedern auf unserer Mitgliederversammlung Mitte August vorstellen, bevor wir sie öffentlich machen.

Holtkamp: Wir haben aber auch gemerkt, dass unsere Themen gut waren und gut sind. Wir wollen jetzt professioneller werden und haben Regeln aufgestellt, wir wir uns verhalten, wie wir auftreten und wie wir kommunizieren. Ich habe das Gefühl, dass wir die Konflikte jetzt überstanden haben.

Kruthoff: Genau. Und jetzt geht es wieder an die Arbeit.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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