Dominique Stein startet im Beruf durch

Weiterbildungsstipendium

Bei manchen macht es schon in der Grundschule "klick". Da hat sich die alte Binsenweisheit "Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir" schon früh so fest verankert, dass der Weg bis zum Abschluss fast in Siebenmeilenstiefeln zurückgelegt wird. Bei anderen dagegen dauert es ein wenig länger, bis der Groschen fällt. Bei Dominique Stein aus Heek war dies der Fall.

HEEK

16.09.2015, 19:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Freuen sich über das Stipendium (v.l.): Elisabeth Kortböyer-Haeske, Ausbilderin im Bereich Hauswirtschaft, Dominique Stein und Lehrerin Hildegard Hilgemann.

Freuen sich über das Stipendium (v.l.): Elisabeth Kortböyer-Haeske, Ausbilderin im Bereich Hauswirtschaft, Dominique Stein und Lehrerin Hildegard Hilgemann.

"Die Jahre bis zur Klasse zehn habe ich auf der Pestalozzi-Förderschule in Gronau absolviert. Nicht besonders motiviert", gibt die heute 20-Jährige offen zu. Dann aber, mit dem Beginn des Berufsvorbereitungsjahres und der anschließenden Ausbildung als Hauswirtschaftshelferin beim Berufsorientierungszentrum (BOZ) der Berufsbildungsstätte (BBS), kam scheinbar nicht nur ein Geldstück, sondern ein ganzer Sack voller Münzen ins Rollen - und das "Klick" war wie ein Donnerhall. Der Lohn: Ein Prüfungsdurchschnitt mit der Note 1,53 und eines von nur drei Weiterbildungsstipendien in ganz Nordrhein-Westfalen.

"Das hätte ich nie erwartet", ist die junge Frau stolz. "Jetzt kann ich beruflich noch mehr durchstarten, als ich zuvor gedacht habe." Und damit hat sie bereits angefangen: Direkt im Anschluss an die bestandene Prüfung hat sie eine Stelle beim Seniorenhof Schulze-Althoff in Schöppingen-Eggerode bekommen.

Arbeiten mit älteren Menschen

In den Restaurantbetrieb - was nahe liegt, da ihr Vater selbstständiger Gastronom ist - wollte sie jedoch nicht: "Es war immer mein Wunsch, in der Küche und auch mit älteren Menschen zu arbeiten. Und ich werde mich in diesem Bereich als Betreuungsassistentin weiterbilden." Diese Chance wird ihr nun geboten.

Durch das Stipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung stehen ihr dazu in den nächsten drei Jahren 6000 Euro zur Verfügung. Pädagogin Hildegard Hilgemann, die Dominique Stein beim BOZ während der Ausbildung betreute und ihr auch im Anschluss jetzt noch zur Seite steht: "Jährlich können nun 2000 Euro für Fortbildungsmaßnahmen oder auch für Sprachreisen abgerufen werden.

Eigenanteil von zehn Prozent

Zwar muss Dominique einen Eigenanteil von zehn Prozent pro Jahr dazu steuern, doch stehen ihr dank dieses Stipendiums ganz andere Möglichkeiten offen." Für das BOZ ist solch ein Stipendium auch Premiere. Hilgemann: "Wir bilden seit 2000 Hauswirtschaftshelfer aus. In dieser Zeit habe ich viele junge Menschen kennengelernt. Aber selten solch motivierte, wie sie jetzt in der Abschlussgruppe waren."

Den Eindruck bestätigt Elisabeth Kortböyer-Haeske, Ausbilderin in Hauswirtschaft: "Die Gruppe war sehr gut. Das Stipendium ist für alle Beteiligten, allen voran für Dominique, besondere Anerkennung."

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