Ehemaliges Hülsta-Werk in Heek liegt fast komplett in Trümmern

hzHülsta-Gelände

Bis Ende August verschwindet das ehemalige Hülsta-Werk in der Stroot restlos. Mehr als zehn Jahre nach der Schließung rückt die neue Nutzung als Gewerbegebiet in greifbare Nähe.

Heek

, 17.06.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als zehn Jahre ist es her, dass Heek mit Hülsta seinen größten Arbeitgeber verlor. Doch bis zuletzt prägten die ehemaligen Fertigungshallen des Möbelherstellers mit Sitz in Stadtlohn das Ortsbild an der B70. Seit einem halben Jahr laufen die Abrissarbeiten auf dem Gelände. Doch von außen deutlich sichtbar ist der Abbruch erst seit Anfang Juni. Inzwischen steht kaum noch ein Stein auf dem anderen.

Bauleiter Bernd Eink von der Firma Lukassen und Sabine Nöldemann vom Bauamt der Gemeinde erklären beim Ortstermin auf der Baustelle, welche Arbeiten im Vorfeld nötig waren. „Die Schadstoffsanierung war das zeitaufwendigste“, sagt Eink. Denn große Mengen „gefährlichen Abfalls“, vor allem Asbest und Mineralwolle, galt es zu entsorgen.

„Das waren bestimmt 5000 bis 7000 Meter Leitungen, die in Mineralwolle eingepackt waren“, so Eink. „Und die Dachplatten mussten händisch abgeschraubt werden, weil es sonst stauben würde“, erklärt Nöldemann. Rund 800 Tonnen Asbestmaterial und 150 Tonnen Mineralwolle kamen zusammen. „Das sind aber eher Standard-Sachen und nichts Gravierendes“, fügt sie hinzu. Auf größere Probleme wie etwa eine Belastung des Bodens sei man bei den Arbeiten nicht gestoßen.

Ehemaliges Hülsta-Werk in Heek liegt fast komplett in Trümmern

Kaum ein Stein steht noch aufeinander auf dem acht Hektar großen Areal. © Falko Bastos

Ganz einfach ist es dennoch nicht, die Schadstoffe loszuwerden, denn sie können nur schrittweise entsorgt werden. „Die Deponie nimmt nur wöchentlich begrenzte Kontingente an“, verrät der Bauleiter. Im Fall des Asbests seien es zwei bis drei Lkw-Züge pro Woche gewesen.

20.000 bis 25.000 Tonnen Schutt

Anders als die Schadstoffe werden Materialien wie Stahl und Schutt wiederverwertet. Der Schutt wird in einer Brecheranlage zu Schotter zerkleinert. „Das ist ein gefragtes Produkt“, sagt Nöldemann. Denn während die Nachfrage nach Baumaterialien ungebrochen sei, würde Natursteinschotter langsam knapp.

Es sind gigantische Mengen, die sich auf dem acht Hektar großen Gelände auftürmen. Und erst wenn das meiste der Schuttberge abtransportiert ist, kann die Bodenplatte abgetragen werden, die direkt vor Ort aufbereitet wird. Mit 20.000 bis 25.000 Tonnen Schutt rechnet Bernd Eink.

Ehemaliges Hülsta-Werk in Heek liegt fast komplett in Trümmern

Mit schwerem Gerät läuft derzeit der Abbruch auf dem Gelände. © Falko Bastos

Trotz des Ausmaßes ist der Job für ihn Routine. „Da gibt es viel schwieriger Fälle“, sagt er. „Wenn man mitten in der Innenstadt fünf- bis sechstöckige Gebäude direkt an der Hauptstraße abreißen muss, ist das schon kritischer.“

Erschließung beginnt noch in diesem Jahr

Die Arbeiten liegen noch vor dem Zeitplan, ursprünglich hatte die Gemeinde bis zum Jahresende mit dem vollständigen Abbruch gerechnet. „Wir gehen von Ende August aus“, ist Bernd Eink optimistisch.

Demnach können die Erschließungsarbeiten wohl noch in diesem Jahr beginnen. „Die Planungen laufen schon“, sagt Sabine Nöldemann. Rund ein Dreivierteljahr Bauzeit erwartet sie für die Erschließung des Geländes. Spätestens 2021 soll das neue Gewerbegebiet fertig sein.

Auch die Vermarktung läuft schon. So stehen die ersten neuen Nutzer mit einem Baumarkt, einem Autohaus sowie weiteren Handels- und Handwerksbetrieben schon fest. Rund 20 Firmen könnten auf dem Gelände ihren Platz finden. Rund ein Drittel der Fläche sei bereits vergeben oder reserviert, verrät Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff auf Nachfrage. Derzeit könne er weiteren Interessenten aber keine Zusagen geben. „Die Vermarktung in Gänze wird erst hochgefahren, wenn die Erschließung abgeschlossen ist“, so Weilinghoff.

Die Historie
  • 1964 hat Hülsta in Heek in seinem Werk in Heek die Produktion aufgenommen.
  • Anfang 2008 wurde bekannt, dass der Möbelhersteller sein Werk Heek schließt. Als Begründung wurden „Kostendruck und Einsparungen bei den Investitionen“ genannt.
  • Bis 2009 wurde die Produktion nach und nach auf die Standorte in Stadtlohn und Ottenstein verlagert.
  • 250 Mitarbeiter waren bis 2008 bei dem einst größten Arbeitgeber in Heek beschäftigt. Sie wurden zum Teil an die anderen Hülsta-Standorte versetzt. Allerdings mussten insgesamt 140 Mitarbeiter gehen.
  • 2017 kaufte die Gemeinde Heek das 82.000 Quadratmeter große Areal.
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