Erstaunliche und bemerkenswerte Fakten rund um die Dorf-Imkerei im Heeker Stiegenpark

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Die Dorf-Imkerei im Heeker Stiegenpark gibt es seit 2012. Die Idee hinter diesem Projekt ist vielschichtig. Die Honigproduktion als solches ist dabei lediglich ein kleiner Nebeneffekt.

Heek

, 29.10.2019, 17:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zentral und idyllisch ist der Standort der Dorf-Imkerei in Heek. Mitten im Stiegenpark haben sechs Bienenvölker ihr Zuhause gefunden. Seit 2012 betreut Kleinimker Detlef Bauerdick an diesem Standort die Bienen. Herbert Moritz (Nabu) steht ihm dabei als Projektleiter zur Seite.

Gemeinsam verfolgen die beiden vor allem ein Ziel: Rund um das Thema „Bienen“ zu sensibilisieren - besonders mit Blick auf das Bienensterben, für das laut Nabu überwiegend der Mensch verantwortlich ist. Dabei spielen gerade Bienen eine zentrale Rolle im Erhalt des Ökosystems.

In der Dorfimkerei findet keine intensive Bewirtschaftung statt

„Ein bisschen Honig fällt am Ende aber auch ab“, sagt Detlef Bauerdick. Je nach Witterungsbedingungen und Intensität der Bewirtschaftung etwa 15 bis 20 Kilo pro Jahr. „Wenn man es ausreizen würde, wären auch 50 Kilo möglich. Aber darum geht es hier ja nicht“, so der Imker.

Erstaunliche und bemerkenswerte Fakten rund um die Dorf-Imkerei im Heeker Stiegenpark

Sechs Bienenvölker leben im Stiegenpark auf dem Gelände der Dorfimkerei. © Markus Gehring

Viel wichtiger sei es, gerade Kinder für die Thematik der Bienen zu begeistern. „Sie sind unsere Zukunft. Wenn sie verstehen, wie wichtig Bienen für das Ökosystem sind, dann ist das sehr vielversprechend“, sagt Herbert Moritz. Genau deshalb freut es die beiden, das von den gut 400 Besuchern in diesem Jahr mehr als die Hälfte Kinder waren.

Jeder kann etwas für das Wohl der Bienen tun

Während der Vor-Ort-Termine, die auch spontan auf Anfrage gebucht werden können, bringt Detlef Bauerdick den Besuchern all das nahe, was man zu einem Bienenvolk wissen muss. Herbert Moritz ergänzt das Ganze mit Vorträgen zu weiteren, umweltrelevanten Themen.

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Besonders in Zeiten von immer mehr sogenannten „Steingärten“ und großflächigem Pestizid-Einsatz haben es Bienen schwer, Nahrung zu finden und zu überleben. „Dabei könnte jeder so viel tun für die Bienen. Einfach mal eine kleine Blühfläche im Garten anlegen“, stellt Herbert Moritz klar. Die Gemeinde Heek vergibt sogar kostenloses Saatgut für Blühflächen an alle Interessierten.

Das gesamte Projekt ist spendenfinaziert

Bemerkenswert: Das gesamte Projekt, mit allem was, dazu gehört, basiert ausschließlich auf Spenden. Hütte, Toilette, Geräte, Schutzanzüge, Bienenkästen oder Werkzeug - alles wurde durch Spenden finanziert. Auf etwa 10.000 Euro schätzt Moritz das bisherige Investitionsvolumen.

Erstaunliche und bemerkenswerte Fakten rund um die Dorf-Imkerei im Heeker Stiegenpark

Etwa 10.000 Bienen pro Volk überwintern in den Stöcken im Stiegenpark. © Markus Gehring

„Wir haben glücklicherweise zehn Unternehmen aus vier Orten hier in der Gegend, die regelmäßig spenden.“ Die Gemeinde stellt das Areal im Stiegenpark kostenlos zur Verfügung.

Viele weitere Anschaffungen sind geplant

„Dabei könnte jeder so viel tun für die Bienen. Einfach mal eine kleine Blühfläche im Garten anlegen.“
Herbert Moritz

Für das kommende Jahr ist ein Teil der Spendengelder gedanklich schon verplant. „Wir würden gerne noch ein Gerätehaus bauen, einen weiteren Wildbienenkasten und ein zusätzliches Wildbienenhotel finanzieren“, so Herbert Moritz.

Übrigens: Die sechs Bienenvölker im Stiegenpark sind keine Wildbienen. Darum stirbt über den Winter auch nicht das gesamte Volk (mit Ausnahme der Königin). „Die Größe des Volkes reduziert sich im Winter von etwa 50.000 auf 10.000 Bienen“, erklärt Detlef Bauerdick. Die verbleibenden Bienen füttert der Imker mit 20 Kilo Zuckerwasser pro Volk durch den Winter. Und sobald die Temperaturen unter zehn Grad fallen, verlassen die Bienen auch ihren Stock nicht mehr.

In der Honigproduktion gibt es strenge Auflagen

Die Honigproduktion selbst findet bei Detlef Bauerdick in der Küche statt. „Es gibt strenge Auflagen. Ich räume jedes Mal die komplette Küche aus“, erklärt der Imker. Zweimal im Jahr, Ende Mai und Mitte Juli, steht die „Ernte“ an. Dass der Honig etwas Besonderes ist, zeigt sich daran, dass dieser schon mehrfach prämiert wurde.

Erstaunliche und bemerkenswerte Fakten rund um die Dorf-Imkerei im Heeker Stiegenpark

Herbert Moritz ist der Projektleiter der Dorfimkerei Heek. Detlef Bauerdick kümmert sich als Kleinimker um die sechs Bienenvölker. © Markus Gehring

In den Genuss des Honigs kommen Spender und Besucher. Einen „richtigen“ Verkauf im Sinne eines Gewerbes gibt es nicht. Dafür ist die produzierte Honigmenge auch zu gering. Die Qualität des Honigs wird übrigens streng kontrolliert.

„Auf bis zu 60 Inhaltsstoffe wird dieser überprüft“, sagt Herbert Moritz, „wir können also feststellen, wenn jemand im Umkreis spritzt oder dergleichen.“ Und der Umkreis ist begrenzt. In der Regel auf drei Kilometer rund um die Imkerei. „Nur in Ausnahmefällen legen die Bienen größere Distanzen zurück“, so Detlef Bauerdick.

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