In Zeiten der Pandemie ist der Bedarf an einer verlässlichen Ferienbetreuung in Heek überschaubar. © DPA
Kinderbetreuung in Heek

Ferienbetreuung wenig gefragt: Haben Eltern Corona-Bedenken?

Corona und verlässliche Ferienbetreuung scheinen in Heek (noch) keine große

Das Ergebnis ist ernüchternd. Mal gerade 32 Rückmeldungen trudelten bei der Verwaltung ein. Offenkundig haben die Heeker Eltern keinen Bedarf, ihre Kinder während der Oster-, Sommer- oder Herbstferien verlässlich betreuen zu lassen. Haben sie Corona-Bedenken?

„Wir alle stochern ja derzeit noch im Nebel, was ganz konkret erlaubt sein wird und was nicht“, machte Jürgen Lammers, Leiter Fachbereich I, während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung und Soziales deutlich. Dort stand das Thema Ferienbetreuung auf der Tagesordnung. Und sorgte angesichts der mauen Nachfrage für erstaunte Gesichter bei den Ausschussmitgliedern.

Verwaltung führt Abfrage durch

Die Verwaltung hatte zuvor keinen Aufwand gescheut und im Februar mittels Fragebogen über Iserv und per E-Mail oder Post den verbindlichen Bedarf nach einer verlässlichen Ferienbetreuung bei den Eltern der Schul- sowie der Maxikinder aus den Kitas abgefragt.

Das Ergebnis in Zahlen: Für die zwei Wochen in den Osterferien wurden insgesamt 23 Kinder, für die drei Wochen in den Sommerferien 28 Kinder und für die zwei Herbstferienwochen 19 Kinder angemeldet. Stand jetzt ein überschaubares Resultat.

Unsicherheit durch Corona?

„Vielleicht hat die allgemeine Unsicherheit rund um Corona eine Rolle bei den Eltern gespielt“, mutmaßte Lammers. Und auch Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff merkte an: „Es ist ein Jahr mit viel Unsicherheit, ein Ausnahmejahr. Und leider können wir diese Unsicherheit derzeit auch niemandem nehmen.“

Idee der verbindlichen Abfrage war, den Eltern frühzeitig Planungssicherheit mit Blick auf die Betreuung zu geben. Laut Verwaltung habe damit etwa die Nachbargemeinde Schöppingen bisher gute Erfahrungen gemacht.

Am Standort Zak wird festgehalten

Die Ausschussmitglieder entschieden letztlich einstimmig, dass unabhängig vom mauen Rücklauf vier Wochen verlässliche Ferienbetreuung in diesem Jahr angeboten werden sollen. Als Standort soll dabei am Zak festgehalten werden. Dabei arbeiten die beiden Offenen Ganztagsschulen und das Jugendwerk Heek eng zusammen. Wichtig: Das Angebot gilt für alle Kinder, nicht nur OGSler.

Das Zak als Standort bringt übrigens zwei klare Vorteile mit sich. Das Jugendhaus liegt zwischen beiden Ortsteilen und die Betreuung hat keinen Schulcharakter, da der Ort des Geschehens außerhalb dieser liegt.

Viel wird an der frischen Luft stattfinden

Mit Blick auf das Programm erklärte Jürgen Lammers, dass dieses derzeit nur für die Osterferien in Planung sei. Dabei werde viel Wert daraufgelegt, möglichst viel an der frischen Luft stattfinden zu lassen. Mit Blick auf Corona eine nachvollziehbare Entscheidung.

Übrigens entschieden die Ausschussmitglieder auch einstimmig, dass die Verwaltung im April oder Mai erneut eine Bedarfsabfrage für die Sommer- und Herbstferien durchführen soll.

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