Feuerwerk der Klangfülle

Heek Flexibilität bewies das interessierte Publikum zum Neujahrskonzert des Kölner Klaviertrios in doppeltem Sinne.

04.01.2008, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nicht wie angekündigt im Konzertsaal des Langen Hauses, sondern im Konzertsaal der Landesmusikakademie begeisterten die drei Vollblutmusiker als "alte Bekannte" wie in jedem Jahr ihr Publikum - 70 Musikfreunde ließen sich diesmal den Leckerbissen nicht entgehen. Flexibel und offen reagierte das Publikum ebenfalls auf die kleine Programmänderung, auf die Bernhard van Almsick zur Begrüßung hinwies. Sie intonierten nicht Hans-Werner Henzes "Kammersonate 1948", sondern stattdessen die nicht minder spannende Sonate D-Dur op.102 Nr.2 von Ludwig van Beethoven.

Dem Genuss visionär und äußerst temperamentvoll interpretierter klassischer Kammermusik tat dies keinen Abbruch. Zusammen mit Robert Schumanns Trio F-Dur op.80 und Johannes Brahms? Trio c-moll op.101 wurde dem Publikum nicht nur ein Einblick in das Können der Musiker gegeben, sondern auch ein stimmiger Kammerkonzertabend geboten.

Beethoven als der "älteste" Komponist stärkte der Instrumentalmusik als Ausdruck von Empfindungen mit seinen Kompositionen den Rücken. Er machte Expressivität in der Musik salonfähig an den Adelshöfen der Wiener Klassik. Das Kölner Klaviertrio mit dem renommierten Pianisten Günter Ludwig, den nicht minder bekannten Musikern Joanna Sachryn (Cello) und Walter Schreiber (Violine) war genau das richtige Terzett, um diese Musik körperlich fühlbar umzusetzen.

Ihren Instrumenten entlockten sie jeder auf seine körperbetonte Weise die ganze Strahlkraft der Komposition und des Klangvolumens.

Zwischen Leidenschaft, Temperament und melodischer Besinnlichkeit bewegte sich besonders der erste Satz des Trios von Schumann, mit dem die Musiker begannen. Der Sturm überbordender Klangfülle riss die Hörer schon in diesem Werk des Spätromantikers mit. Mit Johannes Brahms beendete das Trio das Konzert, der wie Schumann die klanglichen Neuheiten Beethovens weiterentwickelte. Begeisterter Applaus des Publikum konnte in diesem Fall leider keine Zugabe erzwingen. emk

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