Gemeinde Heek will im Jahr 2020 etwa 700.000 Euro mehr ausgeben als sie einnimmt

hzHaushaltsentwurf

Der Haushaltsentwurf der Gemeinde Heek für das Jahr 2020 sieht ein Defizit von 700.000 Euro vor. Dennoch: Die Zahlen stimmen Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff zufrieden. Aus gutem Grund.

Heek

, 16.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Vor Heeks Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff türmen sich in der letzten Ratssitzung des Jahres keine Papierberge. Und dennoch hat Weilinghoff den Haushaltentwurf für das Jahr 2020 eingebracht. Mittels einer Powerpoint-Präsentation stellte der Bürgermeister das Zahlenwerk vor. Viele Infos, viele Zahlen.

Und die sehen für die Gemeinde Heek mit Blick auf 2020 vielversprechend aus – trotz eines einkalkulierten Defizites. Knapp 17,1 Millionen Euro nimmt die Gemeinde im Jahr 2020 voraussichtlich ein. Ausgeben möchte sie knapp 17,8 Millionen Euro. Das ergibt ein Defizit von 700.000 Euro.

Die Ausgleichsrücklage beläuft sich aktuell auf 5,5 Millionen Euro

Dieses Geld soll aus der Ausgleichsrücklage entnommen werden, die laut Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff genau für solche Fälle da ist. 5,5 Millionen hat die Gemeinde hier derzeit auf der hohen Kante. Genug Spielraum, um das geplante Defizit auszugleichen. „Ich sehe die Zahlen sehr positiv und wir haben bei der Planung sehr konservativ geschätzt“, erklärt Weilinghoff auf Nachfrage. „Die Gemeinde hat sehr gut gewirtschaftet.“

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6,2 Millionen Euro nimmt die Gemeinde allein durch die Gewerbesteuer ein. „Das ist schon nicht wenig“, so der Franz-Josef Weilinghoff. Tendenz: steigend. Alleine durch die geplante Erschließung der Ex-Hülsta-Fläche an der B70. Eine Vergleichszahl: 2017 betrugen die Gewerbesteuereinnahmen noch 4 Millionen Euro.

Schlüsselzuweisungen vom Land erhält die Gemeinde keine

Die Einnahmen aus der Grundsteuer A und B sollen sich auf 1,4 Millionen Euro belaufen. Deutlich mehr bringen da schon die Anteile aus der Einkommensteuer, die 3,7 Millionen Euro einbringen. Die Umsatzsteuer bringt weitere 700.000 Euro. Schlüsselzuweisungen vom Land erhält die Gemeinde in 2020 keine.

Gemeinde Heek will im Jahr 2020 etwa 700.000 Euro mehr ausgeben als sie einnimmt

Die Kernsanierung und der Umbau der Kreuzschulen-Turnhalle wird in 2020 mit 2,3 Millionen Euro veranschlagt. © Markus Gehring

Übrigens orientieren sich die Hebesätze der Grundsteuer A und B sowie der Gewerbesteuer in der Gemeinde an den fiktiven Hebesätzen. Die konkreten Zahlen dazu: Grundsteuer A (223 Prozent), Grundsteuer B (443 Prozent) und Gewerbesteuer (418 Prozent). So wie in 2019.

9,3 Millionen Euro will die Gemeinde investieren

Und für was plant die Gemeinde Ausgaben? 2020 sind etwa 9,3 Millionen Euro als Investment geplant. Davon entfallen 2,25 Millionen auf den Erwerb von neuen Grundstücken. „Wir brauchen einfach mehr Wohnraum“, wie Weilinghoff betont.

Gemeinde Heek will im Jahr 2020 etwa 700.000 Euro mehr ausgeben als sie einnimmt

Für den Breitbandausbau im Außenbereich sind 800.000 Euro im Haushaltsentwurf 2020 vorgesehen. © Till Goerke

So wie beispielsweise im Baugebiet Strothbach. 4,2 Hektar Fläche erwarb die Gemeinde dort in der Vergangenheit. „Das entspricht 50 neuen Wohneinheiten. Interessierte können sich an die Gemeindeverwaltung wenden“, so Franz-Josef Weilinghoff. Durch das Investment in 2020 sollen weitere Flächen folgen.

5,4 Millionen Euro sind für Baumaßnahmen geplant. Eine Übersicht über die größten Investitionen.

  • Kernsanierung und Erweiterung der Kreuzschulen-Turnhalle. Diese soll eine Veranstaltungshalle werden. Auf 2,4 Millionen Euro (inklusive 850.000 Euro Fördermitteln) belaufen sich die Kosten.
  • Eine Million Euro für die Erschließung der Ex-Hülsta-Fläche an der B70.
  • 800.000 Euro für den Breitbandausbau im Außenbereich
  • Sanierung der Infrastruktur rund um die Bischof-Martin-Grundschule in Nienborg: 600.000 Euro
  • 400.000 Euro für den Ausbau von Rad- und Wirtschaftswege. Hierbei stehen laut Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff die Details noch nicht fest. Aber: „Wir haben das Budget im Vergleich zum Vorjahr noch mal um 50.000 Euro aufgestockt.“
  • 100.000 für das neue Lagergebäude der KAB am Dinkelstadion

Hinzu kommen die Kosten für sogenannte „bewegliche Güter“. Diese belaufen sich auf 700.000 Euro. Der größte Posten dabei: ein Tanklöschfahrzeug für den Löschzug Nienborg (etwa 450.000 Euro). Die Kosten für Sach- und Dienstleistungen betragen 150.000 Euro. Davon entfallen alleine 133.000 auf die Feuerwehr - Anzüge, Material, Sprit und so weiter.

Die Bekämpfung des EPS kostet 40.000 Euro

1,15 Millionen Euro veranschlagt der Haushaltsentwurf für sonstige Dienstleistungen. Dazu zählen beispielsweise die Gewerbeschau (30.000 Euro) oder die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (40.000 Euro).

Bei den Personalaufwendungen sei vor allem die geplante Stelle eines Klimaschutzmanagers hervorgehoben. 70.000 bis 80.000 Euro müssen dafür wohl in die Hand genommen werden. Idee: Die Gemeinde möchte sich die Stelle mit einer anderen Kommune teilen und durch Fördergelder die Kosten weiter senken. „Ich erachte diese Stelle für sehr, sehr wichtig, um in Sachen Klimaschutz noch einige Schritte weiter nach vorn zu machen“, so Franz-Josef Weilinghoff.

Die Kommunalpolitiker arbeiten den Haushaltsplan nun durch. Alle Infos und Zahlen zum Haushalt sind auf der Internetseite der Gemeinde Heek zu finden.

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