So sah nicht nur ein Eichen-Ast in Heek in diesem Jahr aus. Die Giftraupe wurden dabei in Heek mit einem Abwehrmix bekämpft. © Till Goerke
Eichenprozessionsspinner

Giftraupen-Bekämpfung: Eine Methode ist besonders ineffektiv

Corona ist das Thema in 2020. Doch dem ungeachtet hat auch der Eichenprozessionsspinner die Gemeinde vor Herausforderungen gestellt. Und nicht alle Bekämpfungsmethoden haben funktioniert.

Auch wenn Corona ohne Zweifel das bestimmende Thema in diesem Jahr war und ist – auch der Eichenprozessionsspinner machte der Gemeinde Heek wieder zu schaffen. Und 2020 hat sich in der Dinkelgemeinde vor allem eines gezeigt: Nicht alle gewählten Methoden der Bekämpfungen haben ihren Zweck erfüllt. Und eine große Baustelle bleibt auch noch.

Die ersten Giftraupen tauchten Ende Mai in Heek auf. Nicht nur eine so genannte Prozession wurde seinerzeit der Verwaltung gemeldet. Schon in diesem Stadium sind die Raupen gefährlich, da die unliebsamen Brennhaare bereits ausgebildet waren.

Und genau diese Haare sind es, warum die Raupe so ungeliebt ist. Sie können eine allergische Reaktion auslösen. Unangenehmer Juckreiz, Hautentzündungen, Schwellungen wie bei einem Insektenstich können ebenso die Folge sein wie Augenreizungen und Bindehautenzündungen.

40.000 Euro für die EPS-Bekämpfung

Werden Brennhaare eingeatmet, kann das zu einer Reizung der oberen Atemwege führen. Bei Menschen, die auch sonst Probleme mit Allergien haben, kann ein Kontakt auch zu Atemnot führen. Bronchitis, schmerzhafter Husten und Asthma können die Folge sein. Und auch für Tiere, zum Beispiel Hunde oder Katzen, sind die Brennhaare gefährlich.

Nicht ohne Grund ließ sich die Gemeinde die Bekämpfung der Giftraupe in diesem Jahr gut 40.000 Euro kosten. Zum Vergleich: Legden veranschlagte für die Bekämpfung nur ein Viertel dieser Summe. Doch der auserkorene Abwehrmix hat seinen Zweck nur bedingt erfüllt. Das offenbart die Bilanz.

100 dieser Spezialfallen brachten Mitarbeiter des Bauhofs – so wie hier entlang der Eper Straße – verteilt über das Gemeindegebiet an Eichen an. Funktioniert haben die Fallen laut Verwaltung nicht. © Till Goerke © Till Goerke

Der Test mit den Eichenprozessionsspinner-Fallen ist in Heek gescheitert. Die von innen speziell beschichteten schwarzen Beutel, die am Baumstamm angebracht werden und von denen die Gemeinde rund 100 Stück über das Gemeindegebiet verteilen ließ, erfüllten ihren Zweck nicht. „Die Raupe hat die Gespinste einfach drumherum gebaut. Wir werden diese Fallen nicht mehr kaufen“, stellt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff auf Anfrage klar.

Ob die Nistkästen geholfen haben, ist unklar

Die Sache mit den zahlreichen Nistkästen an Eichen für Vögel lasse sich nicht bewerten, so der Bürgermeister. Bezogen auf die Effektivität. Die Idee dahinter ist unter Experten ohnehin umstritten. Plan ist es, dass Vögel wie Meisen in den Nistkästen brüten und dafür die Giftraupe im frühen Stadium auffressen. „Geschadet haben, wird es aber auch nicht“, so Franz-Josef Weilinghoff.

Und der Bürgermeister hat zugleich noch eine Bitte an alle, die Nistkästen aufgehängt haben. „Die Kästen sollten kontrolliert und gereinigt werden, damit sie im kommenden Jahr wieder genutzt werden.“ Zudem könne das Engagement aller, die an der Aktion beteiligt waren, nicht hoch genug wertgeschätzt werden. Unabhängig von der nicht nachweisbaren Effektivität.

Flächendeckenden Chemieeinsatz wird es nicht geben

Diese war dafür beim Absaugen der Gespinste durch Spezialfirmen oder den Biozid-Einsatz im Vorfeld gegeben. Dieser konnte natürlich aufgrund der damit verbundenen Kosten und der Firmenkapazitäten nicht flächendeckend erfolgen. Eichen in sensible Bereiche wie Kindergärten, Schulen oder an Orten, wo sich vermehrt Menschen aufhalten, wurde aber chemisch-präventiv behandelt.

Zahlreiche Nistkästen brachten viele freiwillige Helfer in der Gemeinde an Bäumen an. Ob diese allerdings bei der Bekämpfung der Giftraupe geholfen haben, ist unklar. © Till Goerke © Till Goerke

„Das hat gut funktioniert, aber in Heek wird es keinen flächendeckenden Chemieeinsatz geben, da es immer Wechsel- und Nebenwirkungen gibt“, stellt der Bürgermeister klar. „Aber in den sensiblen Bereichen hat natürlich die Sicherheit der Menschen Vorrang.“ Dementsprechend soll auch in den kommenden Haushalt wieder eine fünfstellige Summe zur Bekämpfung der Giftraupe eingestellt werden.

Als problematisch erweise sich zudem derzeit die Sache mit dem Totholz in den Bäumen, erklärt Franz-Josef Weilinghoff. Die Gespinste hängen nämlich zum Teil noch immer in den Bäumen. Wenn Mitarbeiter des Bauhofes das Totholz aus den Bäumen holen wollen, setzen sie sich dem Flug der Brennhaare aus. „Da haben wir aktuell noch keine Lösung für gefunden.“

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