Viele Fotos: Großer Ansturm und gelebte Tradition beim „Schlöffkenfest“ in Heek

hzTraditionsveranstaltung

Das „Schlöffkenfest“ hat in der Dinkelgemeinde eine lange Tradition. Dass diese gelebt wird und jedes Jahr auf Neue viele „Fans“ anzieht, zeigte sich eindrucksvoll am Schlöffkenmontag.

Heek

, 13.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das „Schlöffkenfest“ hat eine jahrzehntelange Tradition. Im Schlöffkenlied heißt es: „Heeker Schlöffken is bekannt, üowerall int ganze Land.“ Zumindest in Heek führt kein Weg daran vorbei. Und das wird auf eindrucksvolle Weise am Schlöffkenmontag im Eppingschen Hof deutlich.

Bereits um 10 Uhr ist die Tenne rappelvoll. Eine Geruchsmischung von Wacholderkräuterlikör, Mettwurst und Bier liegt in der Luft. An vielen Tischen wechseln Karten die Besitzer: Das Doppelkopfspiel ist im vollen Gange. Die Tanzkapelle „Happy Music“ sorgt für die passende musikalische Begleitung. Eine Atmosphäre, die zweifelsohne ihresgleichen sucht.

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Bereits um 10 Uhr war die Tenne des Bürgerhauses rappelvoll. Und mit jeder Minute, die ins Land zog, wurde es noch ein Stückchen voller. Sehr zur Freude von Ralf Münstermann, dem Vorsitzenden des Heimat- und Schützenvereins St. Ludgerus Heek. © Till Goerke

Viele Mitglieder des Heimat- und Schützenvereins St. Ludgerus Heek, der das Event ausrichtet, sind in voller „Schlöffkentracht“ samt Schnese und Mettwurst vor Ort. „Das gehört sich einfach so“, sagt der Vereinsvorsitzende Ralf Münstermann. Und dabei sind die Mettwürstchen natürlich nicht nur Dekoration. „Etwas Würziges passt doch ideal zum Bier.“ Und: „Die Mettwurst war schon immer dabei.“

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An vielen Tischen wird fleißig Doppelkopf gespielt. Etwas, das auch mit (Kneipen-) Tradition zu tun hat. © Till Goerke

Es ist eben eine lange Tradition, die beim „Schlöffkenfest“ gepflegt und auch zelebriert wird. „So etwas gibt es sonst nirgendwo auf der Welt. Das ist etwas einmaliges. Darauf sind wir sehr stolz“, stellt der Vorsitzende klar. Und es ist zugleich der Karnevalsersatz in der Gemeinde.

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Das Motto um beim „Schlöffkenfest“ lange durchzuhalten: Gut frühstücken und langsam anfangen. © Till Goerke

Was am Schlöffkenmontag im Eppingschen Hof auffällt: Das Publikum ist bunt gemischt. Alle Altersklassen sind vertreten. Auch einige Kinder aus dem Kindergarten St. Johannes sind mit ihren zwei Erzieherinnen mittendrin. Und auch die Kleinen haben „Stöcker“ dabei, an denen kleine Mettwürstchen befestigt sind. „Das ist doch herrlich, dass der Nachwuchs schon so früh an diese Tradition herangeführt wird“, freut sich Ralf Münstermann über den Besuch.

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Auch einige Kinder aus dem Kindergarten St.-Johannes sind mit ihren zwei Erzieherinnen mitten drin. Und auch die Kleinen haben „Stöcker“ dabei, an denen kleine Mettwürstchen befestigt sind. © Till Goerke

Denn, das betont der Vorsitzende, nur so könne die „Schlöffkentradition“ langfristig aufrecht erhalten werden. „Um so mehr freut es mich, dass die Hütte hier so gut gefüllt ist.“ Kein Zweifel, das ist sie. So gut sogar, dass man schon Weilchen braucht, um vom Eingang beim Verkaufsstand von Hermann Sundermann (83) anzugelangen.

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Die Frauen des Heimat- und Schützenvereins haben ein reichhaltiges Büffet zusammengetragen. Ein Schnäpschen zur Stärkung darf darum nicht fehlen. Rechts im Bild: Hermann Sundermann (83), der seit mittlerweile 25 Jahren den „Schlöffkenverkaufsstand“ betreut. © Till Goerke

Dort können Kurzentschlossene sich mit allem, was zur „Schlöffkentracht“ gehört, eindecken. Auch mit neuen Schnesen. „Es kann ja sein, dass man seine mal verlegt“, sagt Hermann Sundermann mit einem Augenzwinkern. Die Schnesen sind, so wie es sich gehört, handgeschnitzt.

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Die Tanzkapelle „Happy Music“ sorgt für die passende musikalische Begleitung. © Till Goerke

90 Zentimeter lang, drei Zentimeter im Durchmesser. So ungefähr zumindest. Letztlich sind es alle Unikate. „Seit 25 Jahren betreue ich den Verkaufsstand schon“, sagt der 83-Jährige. „Amtsmüdigkeit“? Fehlanzeige.

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Zu einer echten „Schlöffkentracht“ gehört auch ein Holzschuh, der rechts getragen wird. Der Trinkspruch? „Gut Schloff“. © Till Goerke

Einziger Wermutstropfen: Der Krammarkt auf dem angrenzenden Marktplatz wirkt ein wenig verloren in all der Heiterkeit. Lediglich ein paar ältere Herrschaften schlendern zwischen den Ständen hindurch. Lohnenswert sieht irgendwie anders aus.

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Damit mal etwas los ist auf dem Krammarkt, schlendern einige der Heimatvereinmitglieder in voller Tracht durch die eine Reihe der Verkaufsstände. © Till Goerke

Doch davon bekommen die meisten „Schlöffkenfestbesucher“ ohnehin nichts mit. Zu ausgelassen wird im Eppingschen Hof gefeiert. Bis 17 Uhr zumindest. „Dann ziehen wir durch die Kneipen“, sagt Ralf Münstermann. Auch das hat Tradition. Wobei die Auswahl da mit zwei Lokalitäten natürlich begrenzt ist. Der guten Stimmung dürfte das aber keinen Abbruch tun.

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Ein Stückchen Mettwurst kann doch keiner verwehren. © Till Goerke

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