Kniffelige Arbeit: Hauptgasleitung im Katthagen muss wegen Kanalreparatur umgelegt werden

hzKollabierte Kanalisation

Die Kanalisation im Katthagen ist auf einem Teilstück „kollabiert“. Darum ist die Straße abgesackt. Die Reparatur ist anspruchsvoll, denn zunächst muss die Hauptgasleitung umgelegt werden.

Heek

, 27.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Straße Katthagen ist weiterhin gesperrt. Und wird es auch noch viele Tage bleiben. Die Reparaturarbeiten am kaputten Knickschacht in gut drei Metern Tiefe sind komplexer, als zunächst vermutet. Vor allem die Hauptgasleitung, die unmittelbar neben dem Gullyschacht liegt, erschwert die Arbeiten.

Am Donnerstagmorgen haben zwei Mitarbeiter der Firma Büter aus Ochtrup blaue Markierungen auf das Pflaster gezeichnet. In diesem Bereich, der fast doppelt so groß wie das Ursprungsloch ist, entfernen sie nach und nach die Pflastersteine. Ein Bagger steht ebenfalls schon parat. „Wir müssen uns vorsichtig in die Tiefe arbeiten“, erklärt einer der Arbeiter.

Die Hauptgasleitung muss zwingend umgelegt werden

Und die beiden Männer müssen zugleich einen Ausweichbereich für die Hauptgasleitung schaffen. Diese muss zwingend umgelegt werden. Mindestens um einen guten Meter zur Seite. Auch die Glasfaserkabel, die quer zur Straße verlaufen, müssen umgelegt werden. „Das ist hier schon eine große Baustelle. Das ist nicht mal so eben erledigt“, so der Mitarbeiter der Firma Büter.

Die blaue Markierung auf dem Boden zeigt, wohin die Hauptgasleitung umgelegt werden soll.

Die blaue Markierung auf dem Boden zeigt, wohin die Hauptgasleitung umgelegt werden soll. Der Bereich wird derzeit von zwei Mitarbeitern der Firma Büter aus Ochtrup ausgehoben. © Till Goerke

Und bis die Männer in der Tiefe von gut drei Metern angelangt sind, wird es wohl noch bis Montag (2. März) dauern. Läuft alles nach Plan, dann soll am Mittwoch (4. März) eine sogenannte Verbaubox in das dann tiefe Loch eingelassen werden. Die Verbauboxen kommen zum Einsatz, wenn der Boden nicht standfest ist. Die Box stabilisiert mit den zwei Stahlwänden und den Mittelverstrebungen den Boden. Zudem wird so der Aushubbereich minimiert.

Das Verlegen der Gasleitung übernimmt die Westnetz

Heißt im Umkehrschluss, dass die Hauptgasleitung zuvor noch umgelegt werden muss. Ansonsten kann die Verbaubox nicht in den Boden eingelassen werden. „Wir legen jetzt erst mal alles in Ruhe frei und gehen dann alle weiteren Schritte an“, sagt Thorsten Meyer von der Gemeindeverwaltung auf Nachfrage. Und solange die Arbeiten laufen, bleibt die Straße gesperrt. Toiletten und Duschen können die Anwohner aber weiterhin nutzen.

Dort, wo das helle Erdreich neben dem Gullydeckel beginnt, soll demnächst die Verbaubox in den Boden eingelassen werden.

Dort, wo das helle Erdreich neben dem Gullydeckel beginnt, soll demnächst die Verbaubox in den Boden eingelassen werden. Derzeit liegt dort noch die Hauptgasleitung. © Till Goerke

Für das Umlegen der Gasleitung ist derweil die Westnetz zuständig. Ob dafür die Leitung gekappt werden muss oder alles im Betrieb geschehen kann, steht noch nicht fest. „Das werden die Westnetz-Kollegen vor Ort entscheiden“, so Meyer. Dass die Arbeiten kniffelig werden, ist klar. Eine Gefahr für die Anwohner bestehe nicht. Zumindest solange nicht, wie die Leitung nicht beschädigt wird.

Wie viele Meter Kanal erneuert werden müssen, ist noch unklar

Das Ausmaß der Reparaturarbeiten am komplett abgesackten Knickschacht ist hingegen weiterhin völlig offen. Klar ist nur, dass die Arbeiten umfangreich sein werden. Über wie viele Meter genau, wird sich noch zeigen. So oder so – es soll ein komplett neues Schachtstück mit Manschetten in den Boden kommen. „Das wird dann an die nächsten intakten Stellen auf beiden Seiten angeschlossen“, erklärt Thorsten Meyer.

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Und wo sich diese Stellen befinden, wird sich trotz der bereits erfolgten Schachterkundung mittels Kamera erst zeigen, wenn die betroffene Stelle in kompletter Breite und Tiefe ausgehoben ist. Und je nach Umfang werden auch die Kosten ausfallen. Eine vorsichtige Kalkulation seitens der Gemeinde geht von einer fünfstelligen Summe aus. Dass diese vermutlich im mittleren bis hohen Bereich liegen wird, dürfte angesichts des Umfangs der Arbeiten realistisch sein.

Ein Blick in die Kanalisation an der Stelle, wo diese im Katthagener Untergrund „kollabiert“ ist.

Ein Blick in die Kanalisation an der Stelle, wo diese im Katthagener Untergrund „kollabiert“ ist. © Till Goerke

Finanziert wird das Ganze über die Kanalnutzungsgebühren, welche die Gemeinde erhebt. Diese Gebühr ist für die Instandhaltung – dazu gehören auch Reparaturarbeiten – des rund 90 Kilometer langen Kanalnetzes der Dinkelgemeinde bestimmt. Übrigens: 2020 beträgt diese Gebühr je Kubikmeter 2,79 Euro. Dabei entspricht die Menge der des verbrauchten Frischwassers.

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