Horrende Summe: Klimaschutzkonzept soll 530.000 Euro für die ersten drei Jahren kosten

hzKlimaschutz in Heek

Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen: Heek setzt auf ein Klimaschutzkonzept. Doch dessen Umsetzung ist mit hohen Kosten verbunden. Da stellt sich die Frage: Wofür genau?

Heek

, 26.09.2019, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Grunde war es nur ein rein formeller Akt, aber hervorzuheben ist das Ergebnis dennoch. Immerhin stimmten alle anwesenden Ratsmitglieder der Gemeinde Heek am Mittwochabend, 25. September, in der Sitzung einstimmig für die Einführung eines integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepts.

Daran sieht man: Das Thema Klimaschutz eint sogar politische Lager – zumindest in Heek. Und dennoch wird es zu diesem Thema noch eine Sondersitzung des Rates und des Bauausschusses am 6. November geben. Um Details zu besprechen. Und um die Umsetzbarkeit einzelner Maßnahmen zu prüfen. „Wir brauchen hier einfach Klarheit und eine gute Strategie“, merkte Reinhard Brunsch (SPD) in der Sitzung an.

Die finanzielle Hochrechnung ist horrend

Denn die Summe, die für die Finanzierung der zahlreichen Konzept-Maßnahmen alleine für die ersten drei Jahren im Raum steht, hat es in sich. Rund 530.000 Euro soll die Gemeinde das Maßnahmenpaket laut der Hochrechnung von Gertec kosten. Gertec ist jene Ingenieurgesellschaft aus Essen, die die Gemeinde für die Erstellung des Konzeptes im Juli 2018 beauftragt hatte.

Und bei solch einer großen Summe muss die Frage gestellt werden: In wen oder was soll dieses Geld konkret investiert werden? Leider ist Antwort nicht so einfach wie das Stellen der Frage. Grundsätzliches Ziel des Klimaschutzkonzeptes ist es, den Klimaschutz in Heek durch gezielte Maßnahmen und Projekte zu fördern. Diese sollen den Klimaschutzprozess in den kommenden Jahren prägen.

Zentraler Punkt des Konzeptes ist ein Klimaschutzmanger

Im Konzept selber gibt es so genannte Handlungsfelder mit diversen Maßnahmen, die je nach Art eine Stange Geld kosten. So wie etwa der zentrale Punkt des Konzeptes, der Klimaschutzmanger mit einer 50-Prozent-Stelle (407 Arbeitstage in drei Jahren).

Horrende Summe: Klimaschutzkonzept soll 530.000 Euro für die ersten drei Jahren kosten

Photovoltaik-Anlagen haben derzeit in der Gemeinde Heek den geringsten Anteil an der Ökostromerzeugung. Darum sieht das Planungsbüro Gertec in diesem Bereich noch großes Potenzial. © dpa (Symbolbild)

Dieser Posten ist mit 90.000 Euro für die ersten drei Jahren veranschlagt. „Das ist die Summe, die wir als Gemeinde zahlen müssen. Das Gehalt kann sich da jeder ausrechnen“, so Bauamtsleiter Herbert Gausling auf Nachfrage.

Der Klimaschutzmanger hat viele Aufgaben

Der Klimaschutzmanager selbst soll lokale Kräfte und Akteure bündeln, Prozesse anstoßen, beraten und dort antreiben, wo es nötig ist. Aber: Eine Privatberatung für Bürger wird es nicht geben. Perspektivisch soll sich dieser Posten mit einer Nachbarkommune, wie etwa Legden, geteilt werden. Das würde die Kosten natürlich senken.

Horrende Summe: Klimaschutzkonzept soll 530.000 Euro für die ersten drei Jahren kosten

Windkraftanlagen gibt es viele auf dem Gemeindegebiet. Dieser erzeugen anteilig auch den meisten Ökostrom. Laut der Heeker CDU-Fraktion sei man mit dieser Anzahl auch „tendenziell am Limit angelangt“. © dpa (Symbolbild)

Weitere Kostenpunkte des Konzeptes (Auszug): Optimierung der Straßenbeleuchtung (56.000 Euro), Anpflanzungen von Straßenbäumen (160.000 Euro) oder Erstellung einer Starkregenkarte (35.000 Euro). Am Ende steht dann die Zahl 526.700 Euro. „Um im Bereich Klimaschutz vorwärts zu kommen, muss man so viel Geld auch mal in die Hand nehmen“, stellt Herbert Gausling klar.

Der Bund fördert die Maßnahmen

Gut für die Gemeinde: Der Bund fördert die Maßnahmen. Beim Posten des Klimaschutzmanagers bis zu 65 Prozent und bei ausgewählten Sofortmaßnahmen über 50 Prozent bis zu 200.000 Euro.

Dafür muss die Gemeinde natürlich die notwendigen Anträge bei der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesamtes für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit stellen. „Wir sind noch am Anfang, die Umsetzung kommt jetzt als nächstes“, sagt Herbert Gausling.

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