Heek sagt Giftraupe mit Biozid, Sauger und Nistkästen den Kampf an

hzEichenprozessionsspinner

In wenigen Wochen werden sie wieder zu tausenden da sein: Die Giftraupen des Eichenprozessionsspinners. Doch die Gemeinde hat der Raupe den Kampf angesagt. Mit einem Mix aus Maßnahmen.

Heek

, 03.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In wenigen Wochen ist es wieder so weit: Die Eichen werden ihre jungen Blätter austreiben. Und damit hat zugleich die Stunde des Eichenprozessionsspinners geschlagen. Jener Schädling, der nicht nur die Gemeinde Heek im vergangenen Jahr vor große Probleme gestellt hat. Doch die Dinkelgemeinde hat der Giftraupe den Kampf angesagt. Mit einem Mix aus Maßnahmen.

Wie ernst es die Gemeindeverwaltung mit der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners meint, zeigt sich schon allein an der Summe, die für die Bekämpfung im Haushalt 2020 eingeplant ist. 40.000 Euro stehen zur Verfügung. Ein Großteil der Summe wird dabei wieder durch das Absaugen der Nester unter Hilfe eine Fachfirma verschlungen. Doch zunächst steht etwas anderes auf dem Abwehrplan.

Sensible Bereiche werden präventiv behandelt

Prävention ist das Zauberwort. Diese wird ungeachtet der Corona-Krise in besonders sensiblen Bereichen der Gemeinde in den kommenden Wochen durchgezogen. Dazu zählen Kitas, Schulen, (Spiel-) Plätze oder Bereiche, in denen sich vermehrt Kinder aufhalten. Eichen in diesen Bereichen werden durch eine Fachfirma aus dem Kreis Kleve mit einem sogenannten Biozid, eine Chemikalie zur Bekämpfung von Schädlingen, eingesprüht.

Eine Fachfirma wird in den kommenden Wochen Eichen in besonders sensiblen Bereichen der Dinkelgemeinde mit einem so genannten Biozid behandeln, um so die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners zu reduzieren.

Eine Fachfirma wird in den kommenden Wochen Eichen in besonders sensiblen Bereichen der Dinkelgemeinde mit einem so genannten Biozid behandeln, um so die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners zu reduzieren. © picture alliance/dpa

Das Präparat zielt darauf ab, dass die Giftraupe beim Fressen den Giftstoff aufnimmt und daran stirbt, ehe sie ab dem dritten Larvenstadium die gefährlichen Brennhaare ausbilden kann. Rund 10.000 Euro lässt sich das die Gemeinde kosten. „Wir haben damit und mit der Firma in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht“, so Bauamtsleiter Herbert Gausling auf Nachfrage.

Die Brennhaare der Raupe sind gefährlich

Zur Auffrischung: Die giftigen Brennhaare, welche die Raupe ab dem dritten Larvenstadium ausbildet, stellen für Mensch und Tier eine Gefahr da. Bei Kontakt können diese heftige Allergien, Schwellungen oder auch Atemprobleme auslösen.

Und die Population der Giftraupe, damit rechnen Experten, wird dieses Jahr erneut explodieren. Ausschlaggebend dafür waren der extrem heiße und trockene August und September 2019. Jene Zeitspanne, in der sich die Nachtfalter vermehren. Kälte oder Niederschlag hätten die Ausbreitung eindämmen können. So aber war das Wetter für den Falter und dessen Fortpflanzung „optimal“.

In Heek wird ein Abwehrmix zum Einsatz kommen

„Es wird nicht wenige Raupen geben, das steht fest“, schätzt auch Herbert Gausling die Lage ein. Allen Giftraupen, die nicht durch das Biozid getötet wurden, gilt es, anders beizukommen. Fallen mit Lockstoff, Absaugen oder ein spezieller Schaum könnten zum Einsatz kommen. Zudem weisen Warnschilder auf die Gefahr hin. In Heek wird es vermutlich auf einen Abwehrmix hinauslaufen.

Das Absaugen der Nester durch eine Fachfirma ist eine von vielen Möglichkeiten, der Giftraupen-Plage beizukommen. In Heek wird dies den größten Teil der rund 40.000 Euro für die Bekämpfung ausmachen.

Das Absaugen der Nester durch eine Fachfirma ist eine von vielen Möglichkeiten, der Giftraupen-Plage beizukommen. In Heek wird dies den größten Teil der rund 40.000 Euro für die Bekämpfung ausmachen. © picture alliance/dpa

„Wir haben verschiedene Angebote eingeholt und entscheiden, wenn es soweit ist, was wir machen“, sagt der Bauamtsleiter. Die Auswahl der Methode hängt dabei vom Ort des Nestes und der Verfügbarkeit der jeweiligen Fachfirma ab. Im vergangenen Jahr seien auch verschiedene Firmen in Heek im Einsatz gewesen, so Herbert Gausling.

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Und nicht zu vergessen die 1000 Nistkästen, die von vielen ehrenamtlichen Helfern bereits im gesamten Gemeindegebiet aufgehängt worden sind. Ob Meisen, Rotkehlchen und Kleiber sich darin aber tatsächlich ansiedeln und die Giftraupe bis zum dritten Larvenstadium nachhaltig dezimieren können, wird sich erst noch zeigen müssen.

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