Regelmäßiges Stoßlüften ist sehr effektiv für den Luftaustausch – auch in Klassenräumen. In Heeks Schulen gibt es ohnehin (noch) keine Lüfter. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Hin und Her geht weiter: Bekommen Heeks Schulen jetzt Lüfter?

Die Zeit des Homeschooling ist wieder Geschichte. Die Schulen füllen sich trotz hoher Inzidenz wieder mit Leben. Kommen zum Schutz vor Corona in Heeks Schulen jetzt auch Lüfter zum Einsatz?

Trotz des dynamischen Infektionsgeschehens sind die Schulen in Kommunen mit einer Inzidenz unter 200 am Montag (19. April) wieder zu einem Betrieb im Wechselunterricht zurückkehrt. Flankiert ist das Ganze mit einer Testpflicht. Die Bundesvorgaben sind eindeutig – ganz im Gegensatz zum Einsatz von Lüftern in Klassenräumen. Und so steht da in Heek die Null. Nur: Wie lange noch?

Aktuell hat noch keine der drei Heeker Schulen Lüfter in den Klassenräumen. In der Dinkelgemeinde wird seit Beginn der Pandemie auf das regelmäßige Stoßlüften gesetzt. Laut Verbraucherzentrale die effektivste Methode des Luftaustauschs. In den Nachbarkommunen Legden oder Schöppingen sieht das anders aus. Deswegen scharrt die Heeker Lokalpolitik mit den Hufen. Nicht zum ersten Mal.

SPD-Antrag bringt Lüfterinstallation ins Spiel

„Wir haben uns gefragt, wie wir die Situation in den Schulen verbessern können“, führte Stefan Amshoff (SPD) in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bauen und Planen aus. Die SPD-Fraktion hatte einen Antrag eingereicht, der vorsieht, zu Testzwecken in zwei Klassenräumen der Kreuzschule jeweils ein Lüftersystem des Legdeners Dr. Alfred Mennekes zu installieren. Jene Lüfter, die auch in Legdens Schulen zum Einsatz kommen.

Und während die CDU-Fraktion dem Ansinnen folgen konnte und sogar gerne auf die Grundschulen ausweiten würde, bremste das Dinkelbündnis in Person von Tobias Neumann die Geschichte aus. Auch Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff fand erneut deutliche Worte zum Thema Lüfter in den Klassenräumen. „Wir sollten zielgerichtet agieren. Ich kann vor blindem Aktionismus nur warnen.“

Es gibt unzählige Studien zum Thema

Denn klar ist: Zu diesem Thema gibt es mittlerweile zahlreiche Studien, die allerdings nicht alle zum selben Ergebnis kommen. Also wie effektiv ist die Geschichte? Und wie gut sind die Mennekes-Lüfter? Um genau diese Fragen drehte sich auch die politische Diskussion im Ausschuss.

Tobias Neumann (DB) schlug darum vor, dass es doch sinnvoller sei, einen Fachingenieur hinzuzuziehen, der verschiedene Systeme auf ihre Effektivität überprüfe, anstatt einfach zwei Mennekes-Lüfter zu je rund 2000 Euro zu installieren. In diese Kerbe schlug auch der Bürgermeister: „Es wäre doch sinnvoll, ein anderes System zu testen.“ Die Ergebnisse vom Mennekes-Lüfter könne man ja einholen, so es solche schon gebe.

SPD-Fraktion will Daten vor Ort sammeln

„Genau darum geht es uns ja, wir wollen hier vor Ort Erfahrungswerte sammeln“, machte Stefan Amshoff (SPD) deutlich. Allerdings rückte die SPD-Fraktion im Laufe der Diskussion vom Mennekes-Lüfter ab. Es könne auch ein anderes System sei. Hauptsache es werde etwas unternommen. Und nun?

Alles nach wie vor offen. Denn selbst wenn Lüfter in den Heeker Schulen installiert würden – wer überprüft dann nach welchen Kriterien die Effektivität? Fragen, die auch Bürgermeister Weilinghoff ins Spiel brachte. „Das können ja schlecht die Lehrer oder Schüler machen.“ Denkbar wäre, eine Studie in Auftrag zu geben. Dabei betonte der Bürgermeister aber: „Die klare Empfehlung vom Land ist regelmäßiges Lüften.“

So weit, so gut. Ausdiskutiert ist das Thema damit noch lange nicht. Die Verwaltung will jetzt bis zur kommenden Ausschusssitzung Rücksprache mit Legden und Schöppingen halten. Stichwort Erfahrungswerte Mennekes-Lüfter. Anschließend wird das Thema noch mal eingehend beraten. Und dabei sollen auch die Kosten auf den Tisch kommen. Nicht nur die einer potenziellen Anschaffung von Lüftern, sondern auch deren Folgekosten.

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