Streit über Baumaßnahmen am Eppingschen Hof eskaliert: „Sie betreiben Verhinderungsarbeit.“

hzHeeker Bauausschuss

Das Thema ist nicht neu und doch kocht es immer wieder hoch, die Umgestaltung des Marktplatzes in Heek. Ein Baustein: die Umgestaltung des Eingang- und Außenbereichs des Eppingschen Hofes.

Heek

, 03.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Miene von Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff wurde beim vierten Tagespunkt im jüngsten Bauausschuss mächtig düster. „Wie hier diskutiert wird, kann ich nicht mehr nachvollziehen“, sagte Weilinghoff in Richtung CDU-Fraktion. Einmal mehr ging es um die Umgestaltung des Außenbereichs am Eppingschen Hof direkt angrenzend an den Marktplatz; Weilinghoffs „Projekt“.

Seit der Wahl zum Bürgermeister 2014 kämpft das parteilose Gemeindeoberhaupt in der CDU-Hochburg Heek für die Umgestaltung des Marktplatzes. Ein Baustein dieses Konzeptes ist auch die Umgestaltung des Außenbereiches vom Eppingschen Hof. Jenem Ort, der für viele Heeker eine große Bedeutung hat.

Die Gemeinde beauftragte Landschaftsarchitekturbüro

Nicht nur, weil er der älteste erhaltene Bauernhof der Gemeinde (1857) ist. Viele Vereine und Verbände nutzen die Räumlichkeiten des historischen Gebäudes. Bänke vor dem Gebäude sollen an diesem zentralen Platz zum Verweilen einladen.

Doch von der Aufenthaltsqualität geht da noch mehr. Darum beauftragte die Gemeindeverwaltung das Landschaftsarchitekturbüro Hoff aus Essen, ein Konzept zu entwickeln.

Streit über Baumaßnahmen am Eppingschen Hof eskaliert: „Sie betreiben Verhinderungsarbeit.“

Die Aufenthaltsfläche rund um das Bürgerhaus soll erweitert werden. © Till Goerke

Und genau das sorgte (erneut) im Ausschuss für eine hitzige Debatte zwischen CDU- und SPD-Fraktion. Der primäre Grund: Die CDU in Person von Mario Strehlow stellte klar, dass die Sanierung der unmittelbar angrenzenden Brinkstraße/Ahler Straße zusammen mit dem Marktplatz angegangen werden müsse. „Wir möchten nicht, dass auf dem neuen Pflaster des Marktplatzes Material für den Straßenbau gelagert wird.“

CDU-Frage: Wurden die Vereine bei der Planung beteiligt?

Zudem störte Strehlow der angedachte Standort eines Sonnensegels auf dem Marktplatz. „Da stehen beim Schützenfest immer die Toiletten. Wurde das Konzept überhaupt zusammen mit den Vereinen erarbeitet? Für uns als CDU ist hier kein Gesamtkonzept erkennbar.“

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Und das obwohl die Gemeindeverwaltung bereits zuvor einen 65-Prozent-Förderantrag bei der Bezirksregierung Münster gestellt hatte. 96.000 Euro sind für die Maßnahmen veranschlagt. Bei Förderzusage müsste die Gemeinde selbst nur 36.600 Euro im Haushalt 2020 einplanen.

Hermann-Josef Schepers (SPD) kritisiert die CDU scharf

„Wir können hier nicht einfach Fördergelder beantragen, ohne konkrete Maßnahmen anzugeben“, mahnte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff an. Und legte nach: „Wir reden hier übrigens vom Eppingschen Hof als ersten Baustein und nicht vom gesamten Marktplatz.“ Ihm zur Seite sprang die SPD-Fraktion in Person von Hermann-Josef Schepers, der sich an Mario Strehlow (CDU) wandte. Seine Worte? Sehr deutlich.

Streit über Baumaßnahmen am Eppingschen Hof eskaliert: „Sie betreiben Verhinderungsarbeit.“

Geplant ist, dass das Pflaster im Außenbereich „neu strukturiert“ wird. Auch der Mülleimer soll umgesetzt werden. © Till Goerke

„Auf dem Marktplatz wird niemals Material gelagert. Vergessen Sie es einfach. Und seien Sie mal ehrlich: Sie wollen das alles einfach nicht. Das ist ein Politikum. Sie betreiben Verhinderungsarbeit. Das ist ein Witz. Das muss so deutlich gesagt werden.“

Das Vorwurfskarussell nahm in der Sitzung rasant Fahrt auf

Das Vorwurfskarussell nahm in der Folge richtig Fahrt auf. Die Palette reichte von „nicht fähig zu sein, ein Sitzungsprotokoll lesen zu können“ bis hin zu „Wissen Sie überhaupt noch, was Sie wollen“. Schlussendlich grätschte Bürgermeister Franz Josef Weilinghoff dazwischen. „Schluss jetzt! Ich will wissen, ob das Konzept jetzt gewollt ist oder nicht. Sonst können wir es auch einfach lassen.“

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Ergebnis: Einstimmig gewollt war es an diesem Abend logischerweise nicht. Die SPD nickte den Antrag auf Umsetzung geschlossen ab. Die CDU-Fraktion forderte eine Rückstellung des Antrages, bis die Sanierung der Brinkstraße abgeschlossen ist.

Was mit dem bereits gestellten Förderantrag jetzt passiert

Und was ist mit dem gestellten Förderantrag? Der wird nicht zurückgezogen. Der Grund ist in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses eine Woche später zu finden. Denn dort gelang es schlussendlich, einen Kompromiss zu finden, mit dem alle Beteiligten zumindest „leben können“.

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Es wird nun ein mehrgliedriges Verfahren in 2020 geben, bei dem unter anderem mit einer Priorisierung der Maßnahmen gearbeitet, nochmals die Bürger beteiligt (so wie 2015) und die Planung mit der Sanierung der Brinkstraße verknüpft werden soll. Soweit die politische Theorie.

Kompromiss war wichtig für den Erhalt der Fördergelder

Zentral: Durch diesen Kompromiss sind zumindest die Förderrahmenbedinungen erfüllt. Der Antrag muss nicht zurückgezogen werden. Alles Weitere steht aber noch in den Sternen.

„Mitte des kommenden Jahres rechnen wir mit einem Bescheid. Dann müssen wir sehen, wie die Mittel konkret zugewiesen werden“, erklärt Bauamtsleiter Herbert Gausling auf Nachfrage. Klar ist also noch lange nichts. Das Thema wird wohl ein Dauerbrenner bleiben.

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