Im Feuersturm der Töne

Heek Niemand darf jünger als 15 Jahre und älter als 25 Jahre sein, und jeder muss ein ausgewiesenes musikalisches Talent besitzen: Wer in der Jungen Bläser-Philharmonie NRW mitwirken will, muss strenge Auswahlkriterien erfüllen.

01.01.2008, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischen den Feiertagen erarbeiten die rund 60 Musiker mit Pierre Kuijpers, der das Nachwuchsensemble seit 1997 leitet, in jedem Jahr in der Landesmusikakademie (LMA) in Nienborg ein neues Konzertprogramm. Die klingenden Früchte ihrer Arbeit stellen die Musiker traditionell der Öffentlichkeit im Konzertsaal vor. Dieses Konzert in Nienborg erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Das zeigte der Ansturm der Besucher, die der Saal am Sonntag nicht fassen konnte.

Bernhard van Almsick versprach als Vertreter der Landesmusikakademie ein größeres Platzangebot für das nächste Jahr. Annegret Schwiening-Scherl, Landesverband der Musikschulen NRW, führte durch das Programm, bei dem es sich nur um einen Ausschnitt des Programms handelte, das am 5. und am 6. Januar in Wetter und in Gevelsberg zu hören sein wird. Das 90-minütige Konzertprogramm mit fünf sehr unterschiedlichen Stücken forderte von den jungen Musikern alles.

1978 komponierte Ida Gotkovsky ihr zweites Werk für Blasorchester "Poème du feu". Das "Gedicht des Feuers" begann äußerst feurig mit dem gesamten Klangvolumen des Orchesters. Klarinetten und Querflöten besänftigten immer wieder den Sturm des musikalischen Feuers. So stelle sie sich den Urknall vor, kommentierte Schwiening-Scherl.

Der nächste Feuersturm wartete mit "Firestorm" von Stephen Bulla bereits auf das Publikum. Orientalische Klänge wechselten mit der Umsetzung der Kriegsgeräusche von Bomben und Flugzeugangriffen. Bulla vollendete sein Werk am 26. Februar 1991, dem Tag der Befreiung Kuwaits im zweiten Golfkrieg. "Danse infernal" gehört zu dem märchenhaften Ballett "Der Feuervogel", das Igor Strawinsky 1910 noch in Russland komponierte. Stephen Melillo wurde 1957 im Irak geboren. Seine Komposition "Haij" instrumentiert die Pilgerreise nach Mekka. Bernsteins "West Side Story" von klang da schon vertrauter.

Weltreise der Musik

Erst Russland, dann der Orient und zuletzt Amerika - mit diesem globalen Angebot aus der weiten Welt der Musik wurde das Publikum auch mit diesen drei Kompositionen in den Bann des jungen Orchesters gesogen. Ohne Zugaben ließ das restlos begeisterte Publikum die Junge Bläser-Philharmonie nicht gehen. Elvira Meisel-Kemper

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