Innovation aus Heek: Horstmann Maschinenbau lässt die Luft aus dem Karton

hzWirtschaft in Heek

Der Versandhandel ist in der globalisierten Welt allgegenwärtig. Doch oftmals ist die Verpackung größer als die verschickte Ware. Horstmann Maschinenbau hat dafür eine Lösung entwickelt.

Heek

, 06.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wer kennt das nicht: Schnell mal eine Kleinigkeit im Internet bestellt und wenige Tage später das Ganze in einem überdimensional großen Karton vom Zustelldienst in den Arm gedrückt bekommen. Und in vielen Fällen ist dann auch noch jede Menge überflüssiges Füllmaterial im Karton. Horstmann Maschinenbau aus Heek hat genau für dieses Problem eine Lösung entwickelt.

Denn für Klaus Horstmann (55) und Rudolf Böckers (53) ist dieses Phänomen nicht nur Ressourcenverschwendung, sondern auch aus ökonomischer Sicht nicht nachvollziehbar. Und so tüftelten die beiden Gesellschafter der Horstmann Maschinenbau GmbH über Jahre hinweg an einer Lösung.

Der Boxmaker schneidet die Verpackungen passgenau zu

Herausgekommen ist dabei der „Boxmaker“. Mit dieser Maschine werden Verpackungen exakt auf die Größe zugeschnitten, die für das jeweilige Produkt notwendig sind. „Schluss mit unnötigem Verpackungsmaterial“ lautet die Devise. Der Clou: Den Boxmaker gibt es in unterschiedlichen Größen. Und er kann vollautomatisiert oder unter Mitwirken der Mitarbeiter der jeweiligen Firma arbeiten.

Blick über einen Teil der 800 Quadratmeter große Produktionshalle von Maschinenbau Horstmann

Blick über einen Teil der 800 Quadratmeter große Produktionshalle von Maschinenbau Horstmann. © Till Goerke

„Es ist also für jeden Unternehmer etwas passendes dabei“, sagt Rudolf Böckers im Gespräch in der gut 800 Quadratmeter großen Produktionshalle in Heek. Genauer gesagt im Düstermühlenweg 13. „Es ist zudem ein modulares System. Sprich, es kann nach und nach aufgestockt werden.“ Im Mittelpunkt steht dabei immer die Schneidemaschine. Preislich liegt das Ganze im unteren sechsstelligen Bereich. „Es geht aber auch mit weniger“, so Rudolf Böckers.

Eine passenden Verpackung bringt viele Vorteile mit sich

Der Vorteil für Unternehmen liegt auf der Hand. Eine passende Verpackung spart Kosten für die Kartonage und reduziert den Einsatz von Hohlraumfüllung. Das Verpackungslager wird verkleinert, sprich der Platz kann anderweitig genutzt werden. Die Versandkosten sind geringer und ökologischer ist das Ganze auch noch, weil unter anderem weniger Mischabfälle anfallen.

51 Beschäftigte hat Horstmann Maschinenbau mittlerweile. Angefangen hat 1989 alles in einer Heeker Garage.

51 Beschäftigte hat Horstmann Maschinenbau mittlerweile. Angefangen hat 1989 alles in einer Heeker Garage. © Till Goerke


„Ökologie wird immer wichtiger im Verpackungsbereich“ unterstreicht Norbert Wieland (52) vom Vertrieb. Und zugleich muss der Endkunde weniger Müll in der eigenen Papiertonne entsorgen. „Es greift also ein Rädchen ins andere.“

Alles fing einmal in einer Garage an

Und führt man sich vor Augen, dass der Betrieb aus Heek mittlerweile 51 Mitarbeiter, davon sechs Ingenieure, beschäftigt und europaweit tätig ist, dann ist es fast kaum vorstellbar, dass alles mal in einer Garage in der Dinkelgemeinde angefangen hat.

Blick auf einen Boxmaker, der unmittelbar vor dem Transport in die Vorführhalle in Gronau steht.

Blick auf einen Boxmaker, der unmittelbar vor dem Transport in die Vorführhalle in Gronau steht. © Till Goerke

1979 gründete Maschinenbau-Meister Franz Horstmann das Unternehmen. 1980 erfolgte die Gewerbeanmeldung. Anfänglich entwickelte Franz Horstmann Maschinen für die Textilindustrie. Etwas, das praktisch auf der Hand lag, schließlich war das Münsterland schon immer geprägt durch die Textilbranche. 1983 zog die Firma an den heutigen Standort.

Der Versandhandel wird immer wichtiger

Feinwerkmechaniker-Meister Klaus Horstmann, Sohn des Firmengründers, stieg 1989 in den Betrieb ein. Elf Jahre später wurde das große Bürogebäude gebaut. Und seit vielen Jahren ist auch Diplom-Ingenieur Rudolf Böckers an Bord. Und so nahm die Erfolgsgeschichte richtig Fahrt auf. Eine Fahrt, die noch lange nicht zu Ende ist. „Der Versandhandel wird in der globalisierten Welt immer wichtiger und damit auch die Verpackung“, sagt Klaus Horstmann.

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Und damit auch die Bedeutung des Boxmaker. So die Hoffnung der Gesellschafter. „Kunden werden immer kritischer, was die Art der Verpackung angeht“, fügt Norbert Wieland hinzu. Und offenkundig registrieren das auch immer mehr Unternehmen. Nicht ohne Grund produziert Horstmann Maschinenbau stets einige Boxmaker im Voraus. Aktuell sind vier Stück in der Produktion.

Die Boxmaker werden den Kunden in Gronau vorgeführt

„Damit wir zügig ausliefern können“, erklärt Klaus Horstmann. Übrigens nicht, ohne dem Kunden vorher die Funktionsweise der bestellten Maschine ausführlich vorgeführt zu haben. Zu diesem Zweck hat Horstmann Maschinenbau noch eine eine große Vorführhalle in Gronau. Fertig produzierte und verkaufte Boxmaker werden dorthin transportiert und vor den Augen des Kunden in Betrieb genommen.

Blick aus dem Inneren eines Boxmakers in die Produktionshalle

Blick aus dem Inneren eines Boxmakers in die Produktionshalle. © Till Goerke

„Wir setzen auf absolute Transparenz. Keiner soll eine Katze im Sack kaufen“, erklärt Klaus Horstmann. Und Rudolf Böckers ergänzt: „Bei uns nimmt der Kunde die Ware ab.“ Übrigens soll der Boxmaker trotz der innovativen Technik kinderleicht zu bedienen sein. Die Firmendevise: Jeder, der ein Smart- oder iphone bedienen kann, kommt ebenso leicht mit der Bedienung des Boxmaker zurecht.

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