Kirchturm verschwindet hinter Baugerüst: Sanierung für satte 615.000 Euro läuft an

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Bis zur Hahn-Spitze wird der Turm der St. Peter und Paul Kirche in den kommenden Monaten saniert. Arbeiten, die dringend nötig sind. Dafür greift nicht nur das Bistum tief in die Tasche.

Heek

, 06.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es tut sich was am Turm der Kirche St. Peter und Paul in Nienborg. Stück für Stück verschwindet das Bauwerk bis hin zum Turm-Hahn hinter einem Baugerüst. Die Rasenfläche davor ist mit einem Bauzaun abgesperrt. Fünf bis sechs Wochen soll das Prozedere dauern. Dann können die Sanierungsarbeiten beginnen.

Arbeiten, die mit Blick auf die Bausubstanz dringend nötig sind. Von „substanzerhaltenden Maßnahmen“ spricht Pfarrer Josef Leyer. Also mehr als bloße Schönheitsreparaturen. An einigen Stellen staut sich die Feuchtigkeit und greift die Fassade an. An anderen sind einzelne Verblendsteine im Mauerwerk kaputt. Auch das Schieferdach löst sich stellenweise auf. „Für den Erhalt muss man investieren. In Nienborg wurde das lange aufgeschoben.“

Die Sanierung ist ein lang gehegter Wunsch der Gemeinde

Umso erfreuter zeigte sich Leyer, dass es jetzt losgeht. „Das freut uns natürlich riesig. Es ist eine große Maßnahme, die zugleich zeigt, dass die Zusammenarbeit aller Beteiligten sehr gut funktioniert.“ Übrigens geistert der Wunsch, die Sache mit dem Turm in Nienborg anzupacken, schon länger durch die Gemeinde.

Kirchturm verschwindet hinter Baugerüst: Sanierung für satte 615.000 Euro läuft an

Die Arbeiter haben mit der Einrüstung des Turms in den kommenden Wochen noch jede Menge zu tun. © Markus Gehring

Allerdings vergingen rund eineinhalb Jahre, ehe aus den ersten Überlegungen detaillierte Pläne entstanden. Diese lagen dann Anfang 2019 vor. Und danach war das Bistum Münster das Zünglein an der Waage. Denn solch eine Sanierung kostet schließlich mehrere hunderttausend Euro. Für die Gemeinde Heilig Kreuz alleine nicht zu stemmen.

Die gute Nachricht kam am 11. März 2019

Die gute Nachricht kam am 11. März 2019. Das Bistum zog mit. „Der Bewilligungsausschuss des Kirchensteuerrates hat an diesem Tag die Sanierung des Kirchturmes [...] genehmigt“, sagt Gudrun Niewöhner von der Bischöflichen Pressestelle auf Anfrage.

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615.000 Euro werden nun für die Arbeiten in die Hand genommen. Erst mal. „Wir können jetzt natürlich noch nicht sagen, wie beispielsweise die Bausubstanz unter den Schieferplatten aussieht“, erklärt Pfarrer Josef Leyer. Geplant ist jedenfalls, die Fugen zu sanieren, kaputte Verblendsteine auszutauschen und die komplette Schiefereindeckung des Turms zu erneuern. Alles weitere wird sich während der Arbeiten zeigen. Oder im Idealfall auch nicht.

„Es ist eine große Maßnahme, die zugleich zeigt, dass die Zusammenarbeit aller Beteiligten sehr gut funktioniert.“
Pfarrer Josef Leyer

50.000 Euro übernimmt die Gemeinde Heilig Kreuz

Denn ohne weitere Maßnahmen könnte die Kostenkalkulation eingehalten werden. Diese liegt übrigens rund 85.000 Euro unter der ersten Schätzung Anfang 2019. Von den nun 615.000 Euro trägt das Bistum 565.000 Euro. Die übrigen 50.000 Euro übernimmt die Gemeinde Heilig Kreuz. „Mit toller Unterstützung unserer Gemeindemitglieder“, so Pfarrer Leyer.

Denn der Erlös aus dem Pfarrfest mit rund 70 Ständen im Juli 2019 fließt vollständig in die Renovierung der Kirche. Stolze 22.367,78 Euro kamen dabei zusammen. „Der Differenzbetrag ist für uns so gut über den Haushalt stemmbar“, sagt Leyer.

Die Ausschreibung der Arbeiten erfolgte im Herbst 2019

Erstaunlich ist, dass nach den doch längeren Vorbereitungen die konkreten Maßnahmen umso schneller angelaufen sind. Nicht selbstverständlich. Stichwort: volle Auftragsbücher vieler Handwerksbetriebe. Zuvor hatte der Kirchenvorstand das Architekturbüro Ubbenhorst & Partner aus Münster mit der Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung beauftragt.

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„Die Ausschreibung der einzelnen Gewerke erfolgte im Herbst 2019, die Beauftragung durch den Kirchenvorstand im Dezember 2019“, erklärt Gudrun Niewöhner die weiteren Schritte.

Erhöhter Lkw-Verkehr im Burgbereich

Aktuell müssen die Anwohner im Burgbereich mit erhöhtem Lkw-Verkehr wegen der Anlieferung der Gerüstelemente leben. Ein Materiallagerfläche wurde auf der Westseite der Kirche auf der kleinen Rasenfläche eingerichtet.

Übrigens: Sorgen, dass Messen ausfallen oder die Kirche verschlossen werden könnte, muss sich keiner machen. Das verspricht Pfarrer Leyer. „Es kann lediglich passieren, dass wir den barrierefreien Eingang zeitweilig sperren müssen.“ Denn dieser befindet sich direkt unter dem Baugerüst. Es wäre also eine reine Sicherheitsmaßnahme. Läuft alles nach Plan, dann sind die Sanierungsarbeiten Ende 2020 abgeschlossen.

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