Kitaplatz-Mangel in Nienborg: „Blick über die Dinkel ist schwierig“

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In Nienborg werden die Kitaplätze knapp. Und das nicht erst in kommenden Jahren. Der Platzbedarf ist akut. Doch Nienborger Kinder in eine Heeker Kita zu schicken, scheint keine Lösung zu sein.

Heek

, 22.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kitaplätze im Ortsteil Nienborg werden knapp. Und das nicht erst perspektivisch, sondern schon zum Kindergartenjahr 2021/2022. Es besteht laut Kreis und Verwaltung sogar ein akuter Platzbedarf. Auch im Ortsteil Heek könnte es in zwei Jahren eng werden. Lösungen müssen her. Positiv: Lösungsansätze gibt es einige. Negativ: Im Ortsteil Nienborg ist die Sache nicht so einfach wie in Heek.

Aktuell stellt sich die Gemengelage nach dem jüngst abgeschlossenen Anmeldeverfahren für das Kindergartenjahr 2021/22 in der Dingelgemeinde wie folgt dar: Die drei katholischen Kindergärten im Ortsteil Heek sind gut ausgelastet. Alle angemeldeten Kinder können aufgenommen werden. Zudem gibt es ja noch den neugebauten DRK-Kindergarten „Wunderwerk“ in der Stroot. 40 Kinder besuchen laut DRK-Angaben derzeit die Kita. Ausgelegt ist die Kita aktuell für 55 Kinder.

Im Ortsteil Nienborg ist es kritisch

Im Ortsteil Nienborg ist die Situation kritischer. Bei der Belegung mit den aktuell gültigen Gruppenformen und einer vollständigen Überbelegung der Gruppen wären zehn U3/U2 Kinder im Kindergartenjahr 2021/2022 nicht versorgt. Von diesen zehn Kindern sind vier Kinder zu August 2021 angemeldet, die übrigen sechs Kinder erst im Laufe des Kindergartenjahres.

Um die Problematik anzugehen, stand das Thema im jüngsten Ausschuss für Bildung und Soziales natürlich auf der Tagesordnung. Eines vorweg: Alle drei Fraktionen – CDU, SPD und Dinkelbündnis – zeigten sich über die Tatsache, dass die Zahl der Kinder in der Gemeinde zunimmt, erfreut. „Das ist doch genau das, was wir mit unserer Politik erreichen wollten“, so Matthias Alfert (SPD). Stichwort: Heek für (junge) Familien attraktiv machen.

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Grundsätzlich gibt es laut Verwaltung für den Ortsteil Nienborg fünf denkbare Szenarien, um der Platzproblematik entgegenzutreten. 1. Errichtung eines dritten Kindergartens (Grundstück, Träger und ggfs. ein Investor wären dafür notwendig), 2. An einem oder beiden Kitas ebenerdig einen Anbau für jeweils 20 Kinder realisieren, 3. Den St.-Peter-und Paul-Kindergarten im Obergeschoss um eine oder zwei Gruppen erweitern, 4. An einer der beiden Kitas einen zweigeschossigen Bereich für insgesamt 40 Kinder anbauen oder 5. Eine temporäre Containerlösung zu realisieren.

Lösung im Ortsteil erwünscht

Die DRK-Kita in der Stroot ist übrigens laut Verwaltung binnen rund zehn Monaten auf fünf Gruppen erweiterbar. Jürgen Lammers: „Die Kita ist extra so gebaut worden. Das wäre zügig lösbar.“ Eine gute Nachricht. Allerdings nicht für Eltern und ihre Kinder aus Nienborg. Denn die Kinder einfach im Ortsteil Heek anzumelden, scheint keine Lösung zu sein.

Christiane Hilbring, Verbundleiterin der katholischen Kindergärten Heilig Kreuz, sagt dazu in der Sitzung: „Unsere Erfahrung ist, dass der Blick über die Dinkel schwierig ist.“ Heißt: Eltern aus Nienborg möchten, dass ihre Kinder auch dort in die Kita gehen und nicht in Heek. Dem pflichtete auch Matthias Alfert (SPD) bei: „Wir würden gerne eine Lösung im Ortsteil sehen auch wegen der sozialen Kontakte der Kinder.“

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Welche der von der Verwaltung vorgeschlagenen Szenarien in Nienborg unter Berücksichtigung der Vor- und Nachteile am sinnigsten erscheint, soll nun eine temporär ins Leben gerufene Arbeitsgruppe „Kindergärten“ mit jeweils zwei Vertretern der CDU und dem Dinkelbündnis und einem Vertreter der SPD erarbeiten. Zudem soll es zeitnah eine gemeinsame Sitzung der Arbeitsgruppe mit Vertretern des zuständigen Fachbereiches des Kreises Borken geben.

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Denn klar ist: Die Zeit drängt und die Problematik wird voraussichtlich ein Dauerthema bleiben. Passend brachte es Elisabeth Voss (CDU) auf den Punkt: „Wir müssen zusehen, dass wir lernen, mit den Bedürfnissen umzugehen. Denn wir haben mittel- und langfristig Bedarf.“

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