Rededuell der Bürgermeisterkandidaten über Klimaschutz und Turnhalle

hzKommunalwahl 2020

Bei der Podiumsdiskussion der Münsterland Zeitung haben sich die Heeker Bürgermeisterkandidaten Franz-Josef Weilinghoff und Markus Janning den Fragen der Moderatoren und Zuschauern gestellt.

Vreden

, 28.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein spannendes Rededuell lieferten sich der amtierende Heeker Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff (parteilos) und sein Herausforderer Markus Janning (CDU) am Donnerstagabend in der Turnhalle der Kreuzschule. Auf Einladung der Münsterland Zeitung haben sich die beiden Kandidaten den Fragen von Redaktionsleiter Bernd Schlusemann und Redakteur Till Goerke und denen der Zuschauer und Leser gestellt.

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Zu Beginn stellte Till Goerke dem 32-jährigen Markus Janning die unvermeidbare Frage: „Sind Sie trotz oder wegen des jungen Alter qualifiziert für das Amt?“ Der CDU-Politiker wäre bei einer Wahl Heeks zweitjüngster Bürgermeister. „Für mich macht das Alter nichts her. Für mich ist entscheidend, wer die Person ist und was er imstande zu leisten ist“, stellte Markus Janning klar.

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Podiumsdiskussion der Bürgmeisterkandidaten in Heek

Selbstkritisch merkte er zudem an, dass ihm naturgemäß die Führungserfahrung fehlen würde. Das aber könne er ja lernen. Auch dass er von einem Angestellten im Rathaus zum Chef werden würde, sieht er nicht als Problem. Er habe ein gutes Verhältnis zu den Kollegen.

Unterschiedliche Meinungen beim Thema Turnhallensanierung

Danach spielte das Alter in der Diskussionsrunde keine Rolle mehr. Beide Bewerber antworteten auf die Fragen souverän, gut vorbereitet, kurz und knackig. Schließlich sehen beide auch genau das als eine der Kernkompetenzen eines Bürgermeisters: moderieren, vermitteln und kommunizieren.

Unterschiedlicher Meinung waren die Politiker beim Thema Turnhallensanierung, die eine Million Euro teurer werden soll als geplant. „Man sieht ja, dass wir hier in einer Sporthalle sind und nicht in einer Veranstaltungshalle“, sagte Franz-Josef Weilinghoff mit Blick auf den Ort des Geschehens. Der Mehrwert der Sanierung übersteige daher den Mehrkostenanteil. Markus Janning hingegen möchte zwar die Turnhalle sanieren, den Anbau einer Mehrzweckhalle aber solle man angesichts der Kosten noch einmal überdenken.

Aufklärungsarbeit in Sachen Klimaschutz

Intensiv diskutiert wurde zum Thema Klimaschutz. Dieses Thema hat sich Franz-Josef Weilinghoff groß auf die Fahne geschrieben. „Ich bin ein Verfechter der Windkraft. Ich habe lieber 1000 Windräder als ein Atomkraftwerk in der Nähe“, erklärte der 50-Jährige. Eine große Aufgabe sei, Aufklärungsarbeit zu leisten, damit jeder zu Hause Maßnahmen ergreife. Die Kommune habe da eine Vorbildfunktion.

Die Zuschauer in der Turnhalle stellten ebenfalls einige Fragen an die Heeker Bürgermeisterkandidaten.

Die Zuschauer in der Turnhalle stellten ebenfalls einige Fragen an die Heeker Bürgermeisterkandidaten. © Victoria Garwer

Die sieht Markus Janning auch schon ganz gut erfüllt. Zum Ende des Jahres starte ein Klimaschutzmanager im Rathaus, die kommunalen Gebäude haben Photovoltaik-Anlagen und die Kläranlage eine Windkraftanlage. Seine Forderung: „Auch die Schulen sollten energieautark sein.“ Gut findet er zudem das Projekt E-Car-Sharing. Das nutze er selber und sei begeistert. „Aber wir brauchen noch mehr Standorte, um das Angebot noch attraktiver zu machen.“

Burg aus dem Dornröschenschlaf holen

Handlungsbedarf sieht Franz-Josef Weilinghoff beim Thema Radfahren. „Wir haben jede Menge Straßen, wo noch etwas passieren muss“, sagte er und sprach konkret die Radverbindung Richtung Epe an. Markus Janning brachte die Idee ein, dass sich die Gemeinde auf Radtourismus spezialisieren sollte. Dazu müsse aber vor allem die Burg als Sehenswürdigkeit aufgewertet werden, zum Beispiel durch eine Gastronomie.

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Angehen wollen beide Kandidaten das Thema Sicherheit im Stiegenpark. In Kürze soll eine neue Beleuchtung installiert werden. Markus Janning meinte jedoch auch: „Ich persönlich finde die Stiege überhaupt nicht unsicher.“ Ähnlich argumentierte Franz-Josef Weilinghoff: „Wenn Leute sich unwohl fühlen, kann ich nur den Rat aussprechen, nachts nicht alleine spazieren zu gehen. Mehr können wir als Kommune nicht tun.“

Dritte Fraktion im Rat sehen die Kandidaten als Bereicherung

Uneinigkeit herrschte beim Thema Wirtschaftsflächen. „Wir haben einige Freiflächen und wir müssen sehen, dass wir die schnellstmöglich vermarkten“, meinte Markus Janning. Dem widersprach der amtierende Bürgermeister. „Nicht schnellstmöglich, sondern bestmöglich. Wir wollen da ja keine Lagerhallen haben. Es ist besser, die Flächen ein paar Monate liegen zu lassen, damit wir dann auch das Gewerbe bekommen, das wir wollen.“

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Einig hingegen war man sich, was die Zusammenarbeit mit dem Rat angeht. Bei dieser Kommunalwahl kandidiert mit dem Dinkelbündnis eine Gemeinschaft, die als dritte Fraktion in den Gemeinderat einziehen möchte. Bislang sind dort nur CDU und SPD vertreten.

Die Veranstaltung wurde gefilmt und live im Internet übertragen.

Die Veranstaltung wurde gefilmt und live im Internet übertragen. © Victoria Garwer

„Eine dritte Fraktion führt dazu, dass intensiver diskutiert wird. Eine dritte Meinung kann nicht schaden“, meinte Franz-Josef Weilinghoff, der selber als parteiloser Kandidat antritt. Markus Janning (CDU) versprach ebenfalls eine gute Zusammenarbeit. „Meine Aufgabe als Bürgermeister wäre, dass ich parteiübergreifend ins Gespräch komme. Wir müssen gemeinsam als Rat das Beste für die Gemeinde erarbeiten und ich sehe mich als Bürgermeister da als Moderator.“

Zukunftspläne für die Zeit nach der Kommunalwahl

Und was machen die beiden Bewerber, wenn sie am 13. September nicht zum Bürgermeister gewählt werden? „Ich habe immer die Option, in die Verwaltung in Gronau zurückzukehren“, sagte Franz-Josef Weilinghoff. Aber das sei eigentlich nicht seine Intention. Markus Janning meinte: „Ich hoffe, dass ich dann in meinem Büro im Rathaus bleiben darf.“

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