Ländliches Wegekonzept für Fördergelder: Hilfe aller Heeker ist wichtig

hzLändlicher Raum

Ländliche Wege sind mehr als nur reine Wirtschaftswege. Die Funktion ist multifunktional geworden. Darum ist ein guter Zustand wichtig. Für eine Sanierung hätte Heek gerne Fördergelder.

Heek

, 02.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ländliche Wege sind nicht nur einfach für die Landwirtschaft von Bedeutung. Über sie rollen nicht nur Trecker und Erntemaschinen. Die Anforderungen an die Wegführungen im ländlichen Raum sind längst multifunktional geworden. Umso wichtiger ist es also, dort, wo es nötig ist, die Wege zu sanieren. Im Idealfall mit Fördergeldern. Doch ganz so einfach ist das in Heek (noch) nicht.

Das Umweltministerium NRW preist ländliche Wege als „wesentlichen Infrastrukturbaustein, um ländliche Räume zu erschließen und zu entwickeln“, an. Darüber ist man sich auch in der Heeker Verwaltung und der Lokalpolitik einig. Eine Sanierung der Wege wird angestrebt. Doch die Sache mit den Fördergeldern vom Land macht derzeit noch Probleme. Und es ist ein hausgemachtes Problem.

Heek ist grundsätzlich förderfähig

Zur Erklärung: Über das Förderprogramm „FöRL Wirtschaftswege“ ist es Kommunen bis 10.000 Einwohner möglich, für die Modernisierung ländlicher Infrastruktur, also auch der Sanierung von Wirtschaftswegen, Fördergelder vom Land zu bekommen.

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Und das gar nicht mal so wenig. Je Vorhaben 60 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens 500.000 Euro oder bei Vorhaben gemäß regionaler Leader-Entwicklungsstrategie 70 Prozent. Dafür bedarf es aber eines so genannten „Wirtschaftswegekonzeptes“, das die Bezirksregierung Münster absegnen muss.

Öffentlichkeitsarbeit hat nicht stattgefunden

Problem in Heek: Zwar hat der Gemeinderat 2013 die Kategorisierung der Wirtschaftswege beschlossen, doch die Sache wird von der Bezirksregierung nicht anerkannt. Sie vermisst die intensive Öffentlichkeitsarbeit. Eine solche gab es nämlich in Heek nicht. Also muss jetzt schnell ein neues Konzept her. Und dabei kann sich jeder Bürger einbringen.

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Für die fachliche Betreuung hat die Verwaltung Christoph Hessel, selbst Landwirt aus Legden, beauftragt. Er arbeitet für die Landwirtschaftskammer NRW und soll Heek jetzt dabei helfen, ein Konzept auf die Beine zu stellen. Randnotiz: Genau das hat Hessel bereits 2019 in Legden realisiert. Da ist die Nachbarkommune Heek also einen Schritt voraus.

950 Wegabschnitte mit 245 Kilometern

Und in der jüngsten Ratssitzung stellte der Fachmann klar: „Für dieses Konzept brauchen wir jeden Bürger. Jeder kann sich hier aktiv einbringen.“ Denn die Wege, in Heek immerhin 950 Wegabschnitte mit 245 Kilometern, sollen visuell-sensitiv eingestuft werden. „So wie einem der Weg auf den ersten Blick erscheint“, erklärte Hessel. Tiefgründige Analysen oder Bohrungen werde es nicht geben.

Die Daten sollen von allen, die daran Interesse haben, erhoben werden und laufen dann, so der Plan, beim Fachmann zusammen. Auf Basis dieser Erhebung soll dann das Wegekonzept erarbeitet werden. Wo muss was gemacht werden? Wo ist eine Gesamtsanierung nötig und wo nur eine Ausbesserung? Und: Wo bedarf es keiner Arbeiten?

Wege sollen kategorisiert werden

Dafür werden die Wege auf Basis ihrer Nutzung inklusive des Zustandes kategorisiert. Und genau dafür werden die Daten benötigt. „Das wird ein Wust an Daten, aber genau das brauchen wir auch“, so Christoph Hessel. Und der Fachmann stellte klar: „All das ist dann nur eine Empfehlung an Sie als Gemeinde, keine Vorgabe.“

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Noch nicht ganz klar ist derzeit, wie genau alles laufen soll. Denn eigentlich, so erklärte Hessel, gebe es zum Start immer eine Info-Veranstaltung für alle Bürger. In Zeiten von Corona nicht wirklich machbar. Und so empfahl der Fachmann der Gemeinde, auf der eigenen Homepage das Konzept samt Leitfaden zu integrieren.

Auch ist eine Bürgersprechstunde angedacht. „Geben Sie mir mal für einen Tag hier ein Büro. Dann können die Bürger zu mir kommen und ihre Daten übermitteln“, so Hessel.

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