Musikverein braucht zum Proben vernünfiges Licht

Debatte im Hauptausschuss

Das gibt es auch nicht oft: Die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurde am Mittwochabend unterbrochen. Schuld waren die defekten Lampen im Übungsraum des Musikvereins Heek im Eppingschen Hof – und die Frage, wer für deren Instandsetzung verantwortlich ist.

HEEK

, 12.02.2015, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Musikverein Heek - hier beim Jahreskonzert - braucht nicht nur Raum, sondern auch Licht zum Proben.

Der Musikverein Heek - hier beim Jahreskonzert - braucht nicht nur Raum, sondern auch Licht zum Proben.

„Irgendwann geht das Licht aus“, sagte Franz Epping vom Musikverein Heek, für dessen Stellungnahme die Sitzung kurzzeitig unterbrochen wurde. „Dann spielen wir eben im Dunkeln oder mit Kerzen.“ Mitglieder des Vereins hätten bereits in Eigenleistung einiges zum Unterhalt des Raumes beigetragen, „in Absprache mit der Gemeinde, um den Raum für alle in Schuss zu halten.“ Der Musikverein werde „mit Sicherheit keinen Antrag stellen“, stellte Epping fest.

Erregung bei der SPD

Den aber hätte die SPD-Fraktion gerne vorliegen gehabt. Begründung: „Ich möchte, dass alle Vereine gleich behandelt werden“, erklärte Fraktionschef Reinhard Brunsch. „Es gibt Vereine, die gehen den Weg durch die Ausschüsse, und es gibt Vereine, die erwarten, dass in der Verwaltung jemand die Wünsche von den Augen abliest und erfüllt“, erregte er sich. Seine Fraktion sei zwar von der Richtigkeit der Ma

ßnahme überzeugt, nicht aber von der Vorgehensweise. Es gehe schließlich um einen Haushaltsposten von 18 000 Euro. „Da darf man wohl mal nachfragen.“ Außerdem habe er „nicht erlebt, dass andere den Raum nutzen konnten.“

Zum Hintergrund: Die Beleuchtung im Übungsraum des Musikvereins ist überaltert und marode. Ersatzteile sind praktisch nicht mehr zu bekommen. Die Verwaltung hatte daraufhin die Erneuerung von Beleuchtung und Deckenverkleidung als Maßnahme in den Haushalt aufnehmen lassen.

„Geplant ist, die bestehende Beleuchtung gegen eine LED-Beleuchtung auszutauschen und gleichzeitig auch die Deckenelemente zu erneuern“, hieß es dazu in der Stellungnahme der Verwaltung, die dem Ausschuss aufgrund eines SPD-Antrags zum Haushaltsentwurf vorlag. „Da die Räumlichkeit vom Musikverein genutzt wird, sollen mit der neuen Decke gewisse Anforderungen an die Akustik erfüllt werden.“ Bauamtsleiter Herbert Gausling erklärte dazu, das Gebäude sei in der Verwaltung durch die Gemeinde. Daher sei die Initiative von dort aus gegangen. „Das ist mehr oder weniger alltägliches Geschäft.“

Unverständnis bei der CDU

Auf Seiten der CDU verstand man die Aufregung ebenfalls nicht. Der Musikverein sei lediglich Nutzer. Auch andere Gruppen könnten in den betreffenden Raum. Es handele sich um ein Gebäude der Gemeinde. „Also ist die Gemeinde verpflichtet, die Instandhaltung zu besorgen“, sagte Vorsitzender Mario Strehlow. Und der Musikverein sei „komplett raus aus der Nummer“, nachdem fest stehe, dass von dort kein Antrag auf Erneuerung von Decke und Beleuchtung zu erwarten sei.

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff wies indes darauf hin, dass es sehr wohl einen Nutzungsvertrag mit dem Musikverein gebe. Er schlug vor, den Haushaltsansatz für die Maßnahme zu erhalten, über die Verfahrensweise aber nochmals im entsprechenden Fachausschuss zu beraten.

Markus Jasper (CDU) warnte daraufhin vor einer zu großen Bürokratisierung: „Wir sollten eine Lösung finden, dass nicht jede Mutter-Kind-Gruppe einen Antrag stellen muss“, sagte er. Darauf der Bürgermeister: „Das ist ein breites Feld. Wir werden nicht alle gleichschalten können“, sagte er. Allerdings werde nicht jede Nutzergruppe einen Nutzungsvertrag haben.

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