Neues Gesicht: Gerd Hemker leitet die Forstbetriebsgemeinschaft Heek

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Das Ansehen des Waldes hat sich in den vergangenen 70 Jahren stark gewandelt. Und auch auch die Leitung der Forstbetriebsgemeinschaft Heek hat jüngst eine Wandlung erfahren.

von Bernd Schäfer

Heek

, 25.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wälder, durch die Gerd Hemker seit einigen Wochen beruflich streift, kennt er seit Kindesbeinen: Der 27-Jährige leitet seit April die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Heek, zu der auch die Wälder in Gronau, Legden und Schöppingen gehören – und ist gebürtiger Nienborger.

Den Wald als Arbeitsstätte hat der Bedienstete des Landesbetriebs Wald und Holz eher zufällig durch ein Schulpraktikum kennengelernt. Danach ist er seinen Weg konsequent gegangen: Nach der Schule begann er eine Ausbildung zum Forstwirt im Graf Droste zu Vischering‘schem Forstamt.

213 private und öffentliche Waldbesitzer

Nach drei weiteren Jahren als Geselle dort studierte er Forstwirtschaft an der FH Göttingen, wo er 2018 seinen Abschluss machte. Zuletzt absolvierte er im Regionalforstamt Westfalen-Lippe in Detmold seinen Anwärterdienst für den gehobenen Forstdienst.


Insgesamt 213 private und öffentliche Waldbesitzer aus diesen Gemeinden haben sich in der FBG zusammengeschlossen, denen rund 1440 Hektar Wald gehören. „Zehn Mitglieder haben mehr als 25 Hektar, der Rest sind kleinere Waldbesitzer“, erklärt Hemker. Die ersten beiden Monate wurde er von seinem Vorgänger eingearbeitet: Matthias Reeker-Ebbing geht nach 39 Jahren als Revierleiter in den Ruhestand.

Die Umstände haben sich geändert

„Die Umstände haben sich geändert – die Verwaltung ist immer weiter in das Arbeitsfeld gerückt“, blickt Reeker-Ebbing auf seine Dienstzeit zurück. Als er anfing, verbrachte er noch um die 80 Prozent seiner Dienstzeit damit, in den Wäldern unterwegs zu sein, sie in Augenschein zu nehmen, zu planen und Maßnahmen umzusetzen. „Das macht heute nur noch die Hälfte aus, wenn überhaupt.“

Antonius Berning, Berthold Deitermann (1.u.2.v.l.) und Herbert Royé (r.) sind im Vorstand der FBG, deren Leitung Gerd Hemker (M.) von Matthias Reeker-Ebbing übernommen hat.

Antonius Berning, Berthold Deitermann (1.u.2.v.l.) und Herbert Royé (r.) sind im Vorstand der FBG, deren Leitung Gerd Hemker (M.) von Matthias Reeker-Ebbing übernommen hat. © Bernd Schäfer


Wohl deshalb fallen Gerd Hemker zuerst Bürotätigkeiten ein, wenn er seinen Dienstalltag beschreibt – etwa das Erstellen von Gutachten für Baugenehmigungen und andere öffentliche Vorhaben, die mit dem Wald zu tun haben. Viel Zeit nimmt auch die Beratung von Waldbesitzern in Anspruch, zum Beispiel bei Fragen, wo und welche Bäume gefällt oder neu angepflanzt werden sollen – gerade in Zeiten des Klimawandels eine anspruchsvolle und oft wirtschaftlich entscheidende Aufgabe.

Sprösslinge müssen zukunftssicher sein

„Was wir als Waldbauern anpflanzen ernten wir nicht mehr – das ist für unsere Kinder und Enkel“, beschreibt FBG-Vorstandsmitglied Berthold Deitermann die Zeitspannen, in denen er und seine Kollegen rechnen. Entsprechend zukunftssicher müssen die Sprösslinge sein, aus denen einmal Bäume werden sollen.

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Gerade ist Gerd Hemker dabei, die Pflanzungen für den kommenden Herbst vorzubereiten – gut 15 000 bis 20 000 Bäume werden dann alleine im Bereich der FBG Heek in den Boden gesetzt, vor allem Esskastanien, Douglasien und Eichen.

Monokulturen wie die riesigen Fichtenwälder, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur schnellen Holzgewinnung in Mode waren, sind heute verpönt. „Wir wollen mehr Mischung schaffen“, lautet die Devise im Wald heute.

Ansehen des Waldes hat sich gewandelt

Schließlich hat sich auch das Ansehen des Waldes in den vergangenen 70 Jahren stark gewandelt – von der Quelle für billiges Bauholz zur grünen Lunge, die Kohlendioxid in Sauerstoff umwandelt, den Boden vor Austrocknung schützt und als Freizeitoase dient. „Die ökologische Komponente ist deutlich stärker vertreten als früher“, bringt es Matthias Reeker-Ebbing auf den Punkt.

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Immerhin sei das Münsterland in Sachen Laubwald im Vergleich zu anderen Gegenden schon jetzt ganz gut aufgestellt. „Die Fichte ist zu 90 Prozent weg und wird auch nicht mehr neu angepflanzt“, sagt Antonius Berning aus dem FBG-Vorstand.

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