Norbert Wieland stellt klar: „Wenn jeder zu Hause bleibt, können wir den Laden abschließen!“

hzKolpingsfamilie Heek

Jüngst ehrte die Kolpingsfamilie Heek auf der Jahreshauptversammlung zahlreiche Jubilare für insgesamt über 1000 Jahre Mitgliedschaft. Doch über das Nachwuchsproblem täuscht das nicht hinweg.

Heek

, 17.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund um die jüngst erfolgte Jahreshauptversammlung der Kolpingsfamilie Heek im Eppingschen Hof kann Kolping-Pressewart Norbert Wieland viel Positives berichten. Doch er hebt auch mahnend den Finger, denn auch die zahlreich geehrten Jubilare können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kolpingsfamilie Heek ein nicht unerhebliches Nachwuchsproblem hat.

Doch zunächst zu den guten Zahlen. 32 der 131 Mitglieder wurden für zusammen 1185 Jahre Kolping-Mitgliedschaft geehrt. So gab es Ehrungen für 24, 40, 50 (Ludger Gausling) und sogar 60 Jahre (Antonius Pieper/Berndhard Nacke). „Das sind teilweise echte Kolping-Urgesteine. Das ist schon etwas Besonderes“, merkt Norbert Wieland im Gespräch mit unserer Redaktion an.

Kronkorkensammlung generiert Spendengelder

Die Kasse wurde von Birgit Lösing geprüft. Das Ergebnis? Keinerlei Beanstandungen. Auch Neuwahlen wurden durchgeführt. Dabei wurden alle Teams bestätigt. Kontinuität ist angesagt. Rück- und Ausblick auf das Kolping-Programm gehörten ebenfalls zur Tagesordnung.

Norbert Wieland stellt klar: „Wenn jeder zu Hause bleibt, können wir den Laden abschließen!“

Zahlreiche Jubilare wurden auf der Jahreshauptversammlung der Kolpingsfamilie Heek geehrt. © Wieland

Zudem will sich Josef Schulten weiterhin für „seine“ Kronkorkensammlung stark machen. Auch die Metallbierfässer (5 Liter) will Schulten weitersammeln. Der Sinn dahinter ist eine umweltgerechte Entsorgung sowie durch die Abgabe bedingt das Sammeln von etwas Geld für den guten Zweck. „Damit unterstützen wir beispielsweise ein Hospiz“, erklärt Norbert Wieland.

100.000 Kronkorken hat Josef Schulten schon gesammelt

Weit über 2000 Fässer sowie grob geschätzt 100.000 Kronkorken soll Josef Schulten schon gesammelt haben. Ein Engagement, das seinesgleichen sucht. Nicht nur in der Kolpingfamilie. Und genau das ist es, was sich Pressewart Norbert Wieland noch viel mehr wünscht. Ehrenamtliches Engagement. Gerade mit Blick auf die Nachwuchsproblematik.

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Denn wie viele andere Verein und Institutionen auch, mangelt es der Kolpingsfamilie Heek massiv am ehrenamtlichen Nachwuchs. „Das ist leider ein generelles Problem, nicht nur bei uns“, so Norbert Wieland. In der modernen Gesellschaft des 21. Jahrhundert interessiert sich der „Nachwuchs“ offenkundig für vieles, aber nur sehr eingeschränkt für eine ehrenamtliche Tätigkeit, die nichts mit Sport zu tun hat.

Mahnende Worte von Kolping-Pressewart Norbert Wieland

So zumindest der Eindruck des Kolping-Pressewartes. „Das Leben ist nicht nur eine große Party. Wenn alle Zuhause bleiben und nicht mehr mitanpacken, dann können wir hier bald den Laden abschließen.“ Deutliche Worte. Worte, die zeigen, wie ernst die Lage ist. Darüber können auch zahlreiche Jubilare nicht hinwegtäuschen. Ein Blick nach Nienborg reicht da schon. Dort gibt es seit Jahrzehnten keine Kolpingsfamilie mehr.

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Und auch alle aktiven Mitglieder seien auf der Jahreshauptversammlung dazu aufgefordert worden, sich zukünftig in die Gestaltung der Kolping-Aktivitäten einzubringen, berichtet Norbert Wieland. „Nur zusammen können wir weiterhin etwas erreichen“, stellt er klar. „Es geht auch nicht darum, dass jeder etliche Stunden Zeit investiert. Wenn jeder ein bisschen gibt, ist allen geholfen.“

Eine Möglichkeit, etwas Gutes zu tun: Die Tannenbaum-Sammelaktion der Kolpingsfamilie im Januar. „Jeder, der helfen will, ist willkommen bei uns“, sagt der Pressewart. Und dabei spielt es keine Rolle, ob man Kolpingsmitglied ist oder nicht. „Helfen kann jeder, der will.“ Und genau darum geht es: Helfen wollen. Das betont Norbert Wieland mit Nachdruck.

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