Polizeibekannter Nienborger entgeht dem Gefängnis nur knapp

hzBrutale Schlägerei

Ein Nienborger (41) ist in den Abendstunden des 15. Novembers 2019 ausgerastet und hat eine brutale Schlägerei angezettelt. Der Mann ist polizeibekannt und hat bereits etliche Vorstrafen.

Heek

, 07.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Du scheiß Ausländer – verpiss dich!“, eine Verfolgungsjagd, sowie eine brutale Prügelei samt Messer – diese Szenen stammen aus keinem Actionfilm, sondern haben sich am 15. November 2019 in den Abendstunden in Nienborg zugetragen. Auslöser war der Frust eines vielfach vorbestraften Nienborgers (41). Und für diesen Gewaltausbruch musste sich der Mann jetzt zum zweiten Mal vor dem Ahauser Amtsgericht verantworten.

Bereits im Juni wurde der Fall verhandelt, doch seinerzeit fehlten das Opfer und die Zeugen vor Gericht. Somit war die Sache wenig ergiebig. Wenngleich der Angeklagte auch am Dienstag (28. Juli) bei der Aussage blieb, dass er mit allem nichts zu tun habe. Er sei sei nur zufällig zur selben Zeit in der Nähe gewesen. Er habe nach dem Stress mit seiner Freundin nur frische Luft geschnappt. Ein Erklärungsversuch, der auf den Richter wenig überzeugend wirkte.

Anklage wegen drei Vergehen

Immer wieder kopfschüttelnd nahm der angeklagte Nienborger in der Folge zur Kenntnis, was die insgesamt vier Zeugen zum Teil unter Hilfe eines Dolmetschers über den besagten Abend, die Sachbeschädigung, die Körperverletzung und die Bedrohung im November 2019 berichteten:

Jetzt lesen

Gegen 20.15 Uhr saß der Geschädigte (43) in der Hauptstraße in seinem Auto und wartetet auf seine Frau, die die Tochter von der Oma abholen wollte. Plötzlich tauchte der Nienborger hinter dem Auto auf und riss unvermittelt den Scheibenwischer ab. Als der„völlig erschrockene“ 43-Jährige ausstieg, schnauzte ihn der Nienborger mit den Worten „Du scheiß Ausländer - verpiss dich!“ an.

Wilde Prügelei entbrennt

Dann ging der Angeklagte einfach seines Weges, der unter anderem über die Burganlage, entlang der Dinkel und des Donauchbachs führte. Der Geschädigte und seine Frau nahmen die Verfolgung auf und verständigten parallel die Polizei. Als sie den Nienborger schlussendlich einholten, schlug dieser den 43-Jährigen zu Boden.

Es entbrannte eine wilde Prügelei, bei der der Nienborger dem Geschädigten auch ins Gesicht biss. Blutende Wunden waren die Folge. Zudem verlor das Opfer kurzzeitig das Bewusstsein und übergab sich in der Folge. Das bestätigte eine als Zeugin geladene Polizistin. Zudem zückte der Nienborger ein Messer, mit dem er auf den Geschädigten losging.

Nienborger flüchtet in ein Waldstück

„Gottseidank hat der Irre (der Angeklagte – d. Red) das Messer im Gerangel fallen lassen“, berichtete die Frau des Geschädigten. Schlussendlich nahm der Nienborger das Messer wieder an sich und verschwand noch vor dem Eintreffen der Polizei in einem angrenzenden Waldstück.

Jetzt lesen

Helfen sollte ihm die Flucht nicht, denn die Familie des Opfers fand die Identität des Mannes heraus. Die Schwägerin des Geschädigten sagte aus: „Als ich die Beschreibung von den hässlichen, gelben und schiefen Zähnen hörte, klingelte es direkt bei mir.“ Ihr sei der Mann schon mehrfach in Nienborg unangenehm aufgefallen.

Mit Facebook-Recherche Namen herausgefunden

Die Fotorecherche in einer örtlichen Facebookgruppe brachte letztlich den Treffer. Auch bei der späteren polizeilichen Identifikation waren sich alle Beteiligten „absolut sicher“, dass der Angeklagte der Schläger war, obwohl dieser das bis zum Schluss leugnete. Geholfen hat ihm das nicht. Erst recht nicht, als der Richter das umfangreiche Vorstrafenregister des Mannes verlas: „Sie sind kein unbeschriebenes Blatt.“

Jetzt lesen

Am Ende sprach der Richter dann im Vergleich zur Forderung des Staatsanwaltes, 13 Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung, ein deutlich milderes Urteil. 140 Tagessätze zu jeweils 30 Euro muss der Nienborger nun zahlen, so er keinen Widerspruch gegen das Urteil einlegt.

Lesen Sie jetzt

Bald schon können Autofahrer die Ortsteile Heek und Nienborg wieder über die L573 erreichen. Doch noch ist die Strecke gesperrt. Etwas, das nachweislich nicht alle Autofahrer interessiert. Von Till Goerke

Lesen Sie jetzt