Repowering der Windkraftanlage am Klärwerk in Wichum wirft viele Fragen auf

Windenergie

Mal eben die viele Jahre alte Windkraftanlage am Klärwerk in Wichum erneuern? Die Idee findet derzeit in der Lokalpolitik (noch) keine Mehrheit. Das wurde in der jüngsten Ratssitzung deutlich.

Heek

, 19.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Repowering der Windkraftanlage am Klärwerk in Wichum wirft in der Lokalpolitik viele Fragen auf.

Das Repowering der Windkraftanlage am Klärwerk in Wichum wirft in der Lokalpolitik viele Fragen auf. © Bernd Schäfer

28 Jahre ist es jetzt her, dass eine kleine Windkraftanlage an der Kläranlage in Wichum errichtet wurde. Ihre besten Zeiten hat die Anlage lange hinter sich. Die Stromerzeugung ist minimal. Nicht selten steht die Anlage ganz still. Ein Rechenexempel, das nicht wirklich lohnenswert klingt. Eine Lösung soll her. Die SPD-Ortsfraktion stellte darum in der jüngsten Ratssitzungen einen Bauantrag.

Und zwar auf eine Windenergieanlage des Herstellers Enercon Typ E-82. Allerdings mit dem Hinweis versehen, dass ein tatsächlicher Baubeginn auch erst später erfolgen könne. Hintergrund: Laut SPD-Antrag kann ein Repowering der Windkraftanlage am Klärwerk noch auf vorhandene Gutachten zurückgreifen.

„Unser Antrag ist selbsterklärend.“
Reinhard Brunsch (SPD)

Repowering verbindet Neues und Altes

Zur Erklärung: Repowering bezeichnet das Ersetzen alter Kraftwerksteile zur Stromerzeugung durch neue Anlagenteile, beispielsweise mit höherem Wirkungsgrad, wobei Teile der schon vorhandenen Anlagen und der Infrastruktur weiterverwendet werden. Und Gutachten sind naturgemäß nicht unendlich gültig.

Jetzt lesen

Dazu sagte Reinhard Brunsch (SPD-Frationsvorsitzender) in der jüngsten Ratssitzung: „Wir wissen vom Kreis Borken, dass die erstellten Gutachten nicht unendlich sind. Darum sollten wir jetzt handeln. Unser Antrag ist selbsterklärend.“ Der Konter der CDU-Ortsfraktion in Person vom Fraktionsvorsitzenden Walter Niemeyer kam prompt: „Von was für Fristen sprechen Sie? Uns als Fraktion sind keine bekannt. Und: Von was für Kosten reden wir hier überhaupt?“

Parteien werden sich nicht einig

Und Niemeyer legte nach: „Wollen Sie die Bürger einfach übergehen und auf eine Bürgerbeteiligung verzichten?“ Etwas, das Reinhard Brunsch nicht aus der Ruhe brachte. „Nein, uns liegt das sehr am Herzen. Es geht hier erst mal nur um den Antrag.“

„Wollen Sie die Bürger einfach übergehen und auf eine Bürgerbeteiligung verzichten?“
Walter Niemeyer (CDU)

Problematisch für alle: Eigentlich war die angesprochene Bürgerbeteiligung für den 18. März geplant. Angesichts der aktuellen Corona-Krise jetzt natürlich kein Thema mehr. „Das müssen und haben wir bereits verschoben“, sagt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff auf Anfrage der Redaktion. Wann das Ganze über die Bühne geht, ist unklar. „Wir müssen schauen, wie sich die aktuelle Situation entwickelt“, so der Bürgermeister.

Ein Thema für den Bauausschuss?

Das Projekt liegt also erst mal auf Eis. Davon unabhängig hatte es im Rat für das Ansinnen des SPD-Antrages keine Mehrheit gegeben. Die CDU-Fraktion stimmte geschlossen dagegen. Damit war der Antrag im Rat vom Tisch. Ohnehin, das stellte Walter Niemeyer klar, sei die Angelegenheit erst mal besser im Haupt- und Finanz- oder dem Bauausschuss aufgehoben.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt

Im Sommer finden zahlreiche Veranstaltungen im Stiegenpark statt. Doch Schattenplätze sind rar gesät. Bis zu drei Sonnensegel sollen das Problem nun lösen. Idealerweise noch in diesem Jahr. Von Till Goerke

Lesen Sie jetzt