Die Finanzierung des ersten Kunstrasenplatzes ist in der Dinkelgemeinde noch immer nicht gesichert (Symbolbild). © picture alliance
Baumaßnahme

Rückschlag: Keine Fördergelder für Heeker Kunstrasenplatz in 2020

Für die Dinkelgemeinde gibt es mit Blick auf den geplanten Kunstrasenplatz keine vorweihnachtliche Überraschung aus Düsseldorf. Fördergelder in 2020 wird es für dieses Projekt nicht geben. Und nun?

Die erste Hoffnungsblase ist geplatzt. Aus dem erhofften vorweihnachtlichen Geschenk aus Düsseldorf ist nichts geworden. Der umfangreich und aufwendig gestaltete Förderantrag der Gemeinde für die Realisierung des ersten Kunstrasenplatzes in Heek ist nicht berücksichtigt worden. Und doch ist die geförderte Realisierung noch nicht endgültig Geschichte.

In den Farben getrennt – in der Sache vereint. So lautet das Motto vom SV Heek, RW Nienborg und dem SC Ahle mit Blick auf den großen Wunsch, zwei Naturrasenplätze in zwei Kunstrasenplätze umzuwandeln. Der erste Schritt sollte mit dem Kunstrasenplatz im Heeker Dinkelstadion gegangen werden.

Maximal 750.000 Euro wären 2020 möglich gewesen

Dafür hätte es 2020 eine 100-Prozent-Förderung oder maximal 750.000 Euro aus dem „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen geben können. Wenn, ja wenn der Antrag durchgewunken worden wäre. Doch dieser Traum ist geplatzt.

„Wir sind natürlich über die Entscheidung enttäuscht“, stellt Bauamtsleiter Herbert Gausling auf Anfrage der Redaktion klar. Denn natürlich ist die Nachricht längst auch im Heeker Rathaus eingetroffen. „Wir haben da eine Menge Arbeit reingesteckt. Leider sind wir nicht berücksichtigt worden.“

Programm ist vielfach überzeichnet

Laut des Ministeriums hätten nach dem Programmaufruf im Juli 2020 insgesamt 272 Städte und Gemeinden Anträge für das Programmjahr 2020 und 2021 mit einem Gesamtvolumen von rund 362 Millionen Euro vorgelegt. Zur Verfügung standen dieses Jahr 47 Millionen Euro. Somit konnten nur 16 Prozent der Anträge berücksichtigt werden. Das Förderprogramm war also um ein Vielfaches überzeichnet.

Wichtig: Relevant für die Gemeinde Heek sind die Fördergelder im Regierungsbezirk Münster. Diese betrugen in diesem Jahr sieben und sollen im kommenden Jahr fünf Millionen Euro betragen. Ob es bei der Entscheidung für 2020 eine Rolle gespielt hat, dass Heek von der Förderstelle aus Münster bereits für andere Projekte in jüngerer Vergangenheit rund 2,3 Millionen Euro Fördermittel erhalten hat, ist unklar.

Aufgeben ist keine Option

So oder so: Aufgeben ist keine Option. Immerhin gibt es auch noch 2021 eine Chance auf Gelder aus diesem Fördertopf. Wenn auch die Gesamtsumme geringer ist und die Förderung „nur“ noch 90 Prozent beträgt. „Wir bereiten schon den neuen Antrag vor“, so Herbert Gausling. Stichtag für die Abgabe ist der 15. Januar 2021.

Auch Martin Mensing, Vorsitzender von RW Nienborg, denkt nicht ans Aufgeben. „Wir haben uns schon Gedanken gemacht, was man noch zusätzlich in den neuen Antrag einbringen könnte.“ Und obwohl Mensing sehr gefasst im Gespräch wirkt, sagt auch er: „Es ist natürlich schade, vor allem, weil wir mit Blick auf einen Kunstrasen noch ein roter Fleck auf der Karte sind.“

Andere Kommunen hatten mehr Glück

Mehr Glück hatte da beispielsweise Eschweiler. Dort soll ein Ascheplatz in einen Kunstrasenplatz umgebaut werden. Fördersumme: 748.000 Euro. Dass die Dinkelgemeinde erst mal nicht in diesen Fördergenuss kommt, sorgt auch beim Vorsitzenden des SC Ahle, Berthold Göcke, für gemischte Gefühle: „Natürlich hätten wir uns über eine Förderzusage gefreut und es ist schade, dass es anders gekommen ist, doch wird hoffen auf 2021.“

Doch selbst wenn es mit einer Förderzusage 2021 klappen sollte, sind damit noch längts nicht alle Fragen geklärt. 890.000 Euro stehen derzeit für das geplante Kunstgrün beim SV Heek im Raum. Die Vereine kalkulierten im Vorfeld mit 650.000 Euro.

Wer die 140.000 Euro Differenz bei einer Förderung von 750.000 Euro getragen hätte, ist bis jetzt unklar. Und da es 2021 nur noch eine 90-Prozent-Förderung gibt, würde die Differenz-Summe bei einer Bewilligung noch ein bisschen größer ausfallen.

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