Siebenköpfige Flüchtlingsfamilie aus Unglücks-Haus sucht dringend eine neue Bleibe

hzSturmtief „Sabine“

Das Sturmtief „Sabine“ schlug in Heek schwer zu und hat eine siebenköpfige Familie obdachlos gemacht. Derzeit ist die Familie in einer Gemeinde-Notunterkunft untergebracht. Keine Dauerlösung.

Heek

, 12.02.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Sturmtief „Sabine“ ist Geschichte. Zwei Tage lang wütete der Orkan über dem Münsterland. Allerdings sind „Sabines“ Folgen in der Dinkelgemeinde noch immer präsent. Denn der Abriss des vom Sturm stark beschädigten Wohnhauses in der Ludgeristraße läuft noch immer. Und für die betroffene Familie wird dringend eine neue Unterkunft gesucht.

Stück für Stück reißt der Abrissbagger am Dienstagmorgen die Mauern des ersten Obergeschosses ein. Das Dach war bereits im Laufe des Montags entfernt worden. Aus Sicherheitsgründen. Zu groß war die Gefahr, dass eine Windböe auch noch weitere Teile der maroden Bausubstanz abgerissen hätte und Nachbargebäude oder Personen dadurch zu Schaden gekommen wären.

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Alte Möbel werden ebenfalls verschrottet

Die weiträumige Straßensperrung wurde dementsprechend auch über Nacht aufrecht erhalten. Anders als zunächst angekündigt. Erst am Dienstagabend soll diese dann mit Ausnahme des Bürgersteiges aufgehoben werden. Dieser wird so lange gesperrt bleiben, bis die Abrissarbeiten vollständig abgeschlossen sind. Läuft alles nach Plan, dann könnte das bereits am Mittwoch der Fall sein.

Siebenköpfige Flüchtlingsfamilie aus Unglücks-Haus sucht dringend eine neue Bleibe

Die Absperrung der Ludgeristraße wurde anders als zunächst angekündigt auch von Montag auf Dienstag aufrechterhalten. Am Mittwoch (12. Februar) soll sie, mit Ausnahme des betreffenden Bürgersteigs, wieder aufgehoben werden. © Till Goerke

Der Maschinist zerquetscht am Dienstag auch die restlichen, von der siebenköpfigen syrischen Flüchtlingsfamilie zurückgelassenen Möbel mit der großen Greifschaufel seines Baggers. Kleidungsstücke und Plastiksäcke, die in einem offenen Schrank liegen, entsorgt er in einem gesonderten Container. Der Familienvater hatte am Montagmorgen nur das nötigste Hab und Gut aus dem Unglücks-Haus geholt und alles andere (notgedrungen) zurückgelassen.

Die betroffene Familie sucht eine neue Bleibe

Dass die von der Gemeinde gestellten Möbel verschrottet wurden, war dem Zeitdruck geschuldet. Es wurde nur das aus dem Haus gebracht, was ohne Probleme durch das Treppenhaus passte. Ein Bett und ein Schrank gehören nicht dazu. Ein Abbau hätte angesichts des Zeitdrucks auch zu lange gedauert.

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Und wie geht es der Familie? „Der Mann machte angesichts der Umstände auf mich einen gefassten Eindruck“, berichtet Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff auf Anfrage. Derzeit ist die Familie in einem Haus der Gemeinde untergebracht, wo sie umfassend betreut werde.

Mehr Details werden derzeit aus Rücksicht auf die Privatsphäre nicht bekannt gegeben. Das Haus selbst wurde übrigens schon mal als Flüchtlingsunterkunft genutzt. „Das geht also für den Moment, ist aber natürlich kein Dauerzustand.“

Siebenköpfige Flüchtlingsfamilie aus Unglücks-Haus sucht dringend eine neue Bleibe

Der Bauschutt muss in mühevoller Hand- und Maschinenarbeit von Möbeln, Textilien oder auch Dämmmaterial getrennt werden. © Till Goerke

Darum werde derzeit fieberhaft nach einer neuen Bleibe für die Familie gesucht. Auch in den örtlichen Facebook-Gruppen wurden bereits Aufrufe gestartet. Angesichts der Größe der Familie dürfte das aber kein leichtes Unterfangen werden. „Wer etwas anbieten kann oder helfen möchte, kann sich jederzeit an das Ordnungsamt der Gemeinde wenden“, stellt Weilinghoff klar.

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