Die kleine Filiale in Graes ist eine der fünf Filialen der Sparkasase Westmünsterland, in denen es zukünftig keinen persönlichen Kundenkontakt mehr geben wird. Die SB-Angebote dort sollen aber erhalten bleiben. © Lisa Wissing
Geldinstitute

Sparkasse stellt direkten Kundenkontakt an fünf Standorten ein

Die Sparkasse Westmünsterland stellt an fünf Standorten den persönlichen Kundenkontakt ein. Dabei war nicht Corona der Auslöser. Bei der Volksbank Gronau-Ahaus sieht das alles etwas anders aus.

So ganz überraschend kommt die Entscheidung der Sparkasse Westmünsterland nicht. In den Filialen in Ammeloe, Ellewick, Lünten, Graes und Nienborg wird der persönliche Kundenkontakt eingestellt. Dabei war aber nicht Corona die Triebfeder. Die Volksbank Gronau-Ahaus geht hingegen einen anderen Weg.

Verlagert wurden die persönlichen Beratungsgespräche bei der Sparkasse Westmünsterland schon zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 in die jeweils nächstgrößere Filiale. In diesen sei die Einhaltung der Abstands-, Hygiene- und Kontaktregeln einfach effizienter umzusetzen, teilt das Geldinstitut mit.

Corona hat den Prozess verstärkt

Doch aus dieser temporären Entscheidung ist jetzt eine endgültige geworden. Auch nach der Pandemie wird es in besagten Filialen keinen persönlichen Kundenkontakt mehr geben. „Corona hat den gesamten Prozess zwar verstärkt, war aber nicht der primäre Auslöser der Entscheidung“, erklärt Robert Klein, Abteilungsleiter Kommunikation und Medien sowie Pressesprecher der Sparkasse Westmünsterland auf Redaktionsanfrage.

Und wie sieht es bei den Filialen der Volksbank Gronau-Ahaus an den genannten Standorten aus? Gänzlich anders und das aus unterschiedlichen Gründen. Persönlichen Service und Beratung bietet das Geldinstitut in Ellewick, Graes und Nienborg nach wie vor an. In Ammeloe und Lünten sieht die Sache anders aus. Dort gibt es jeweils nur SB-Angebote.

Volksbank folgt LKA-Empfehlung

Doch nicht aus Willkür. „Aktuell halten wir die Geldautomaten zum Schutz gegen Sprengungen gemäß einer LKA-Empfehlung in Ammeloe und Lünten geschlossen“, erklärt Tobias Kühn, Bereichsleiter Filialbank und Vertriebsmanagement der Volksbank Gronau-Ahaus, auf Nachfrage.

Zurzeit stehen an den beiden Standorten der Kontoauszugsdrucker und das Selbstbedienungsterminal für etwa die Eingabe von Überweisungen zur Verfügung. „Für unseren SB-Standort in Lünten haben wir bereits eine Lösung erarbeitet. Wir hoffen in den nächsten Wochen, die SB-Filiale wieder mit allen Leistungen, also auch dem Bargeldservice, anbieten zu können“, so Kühn.

Pandemie verändert die Nachfrage

Etwas, das gerade in Zeiten der Pandemie zugenommen hat, ist die Nachfrage nach Onlinebanking oder auch Telefon- und Videoberatungen. Selbiges gilt auch für die Häufigkeit des bargeldlosen Bezahlens. Alles ohne persönlichen Kontakt dient eben dem Infektionsschutz. Und doch war nicht das Virus entscheidend für die Sparkasse, in Ammeloe, Ellewick, Lünten, Graes und Nienborg die persönliche Beratung einzustellen.

Die allgemeine Entwicklung sei entscheidend gewesen, wie Klein erklärt. Alltägliche Geldgeschäfte wie etwa Überweisungen würden heute in der Regel mittels Onlinebanking erledigt. Unabhängig von Corona. Auf der anderen Seite habe der Bedarf in der Beratung komplexerer Themen wie etwa der Baufinanzierung zugenommen. „Das nehmen die Kunden gut an, aber eben nicht jede Woche oder jeden Monat“, so Robert Klein.

Die Frequenz nimmt ab

Die Frequenz nehme in den kleineren Filialen schlicht ab. „Auch brauchen die Kolleginnen und Kollegen Zeit für eine ausführliche Beratung“, hebt der Pressesprecher hervor. In kleinen Filialen mit etwa nur zwei Kollegen sei das auch aus Sicherheitsgründen nicht immer zu gewährleisten. „Mit unserer getroffenen Entscheidung wollen wir dem Trend entsprechen.“

Übrigens ist Nienborg noch mal ein Sonderfall. Denn dort bot die Sparkasse nach der Eröffnung ihrer neuen Filiale 2018 im Ortsteil Heek ohnehin nur noch drei Stunden in der Woche eine persönliche Beratung an. Schon weit vor der Pandemie wurde der Großteil des persönlichen Kundenkontaktes in das Beratungscenter am Gabelpunkt verlegt.

Volksbank plant keine Filialschließung

Und was plant die Volksbank? „Wir planen keine Filialschließung. Im Gegenteil, wir investieren in unsere Filialen. Beispielsweise eröffnen wir in Kürze unser neues Bankgebäude an der Parallelstraße in Ahaus und im Sommer unser neues Bankgebäude in Wessum“, so Tobias Kühn.

Ebenfalls setze man sich derzeit intensiv mit den Planungen für den Neubau in Vreden an der Winterswyker Straße auseinander. „Die ersten Ideen und Überlegungen versprechen ein modernes und zweckmäßiges Gebäude für Vreden und für unsere Volksbank“, skizziert Kühn.

Noch keine Entscheidung über Standort am Kirchplatz

Zur Zukunft des Standortes am Kirchplatz habe man indes noch keine Entscheidung getroffen. „Wir machen uns intensive Gedanken und werden alles aktiv und frühzeitig kommunizieren.“

Dass die Pandemie beide Geldinstitute im täglichen, persönlichen Kundenkontakt vor Herausforderungen stellt, liegt auf der Hand. „Wir gehören zur kritischen Infrastruktur. Darum dürfen wir öffnen, aber selbstverständlich müssen wir alles dafür tun, den Infektionsschutz zu gewährleisten“, stellt Robert Klein klar. Dazu zähle im Falle der Sparkasse eben auch die Verlagerung der persönlichen Beratung in größere Filialen.

Auch seien aktuell die Öffnungszeiten für spontane Beratungen ohne Termin auf die Vormittagsstunden begrenzt. „Wir setzen auch auf die Luca-App“, so Robert Klein. Am Anfang sei das mit all den Schutzmaßnahmen noch ungewohnt gewesen, aber mittlerweile habe sich das eingespielt.

Wichtig: Das SB-Angebot mit Geldautomaten und Überweisungsterminals inklusive Kontoauszugsdrucker bleibt laut Sparkasse an allen genannten Standort erhalten.

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