Wegen strenger Corona-Auflagen: Restaurant „Gabelpunkt“ schließt und setzt auf Plan B

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In Zeiten der Corona-Krise müssen Restaurants viele Auflagen einhalten. Marina und Roman Klauser vom Restaurant „Gabelpunkt“ reagieren und schließen ihren Betrieb. Nicht aber ohne einen Plan B.

Heek

, 18.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marina und Roman Klauser betreiben seit März 2019 das Restaurant Steakhaus Gabelpunkt am nördlichen Kreisverkehr in der Dinkelgemeinde. Mit viel Leidenschaft für den Beruf gehen die beiden dem Geschäft nach. Doch die Corona-Krise macht auch vor ihrem Restaurant keinen Halt. Die Auflagen, um geöffnet haben zu dürfen, wurden jüngst drastisch verschärft. Jetzt reagiert das Betreiberpaar.

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Das Restaurant wird für den regulären Publikumsverkehr geschlossen. Bereits am Mittwoch (18. März) werden keine Gäste mehr an den Tischen Platz nehmen können. Dafür soll es ab sofort einen Außerhaus- und Lieferservice geben. „Uns ist dieser Schritt nicht leicht gefallen, aber wir wollten nicht warten, bis es ein offizielles Verbot kommt, den Laden schließen zu müssen“, berichtet Marina Klauser im Gespräch mit der Redaktion.

Restaurants müssen eine Auflagenpalette einhalten

Zudem seien die strengen Vorgaben, die aktuell für den Betrieb eines Restaurants eingehalten werden müssen, „nicht ohne“ und mit „viel zusätzlichem Aufwand“ verbunden. „Keine Frage, das ist alles sinnvoll, aber ob sich das dann lohnt, ist eine andere Sache“, so Marina Klauser.

Restaurant Gabelpunkt, Bahnhofstraße 64, Telefon: (02568) 842

Folgende Vorkehrungen müssen im Restaurant getroffen werden:

  • Name, Adresse, Telefonnummer/Handynummer und E-Mail-Adresse der Besucher müssen erfasst und bereitgehalten werden. Das zuständige Gesundheitsamt ist zu ermitteln. Die erfassten Kontaktdaten der Besucher sind bis vier Wochen nach Ende der Veranstaltung aufzubewahren und auf Verlangen der jeweils zuständigen Gesundheitsbehörde herauszugeben.
  • Mindestabstände zwischen den Tischen müssen 2 Meter betragen (Reduzierungen der Besucherzahl)
  • Eine dem Infektionsrisiko angemessene Belüftung des Veranstaltungsortes muss gewährleistet sein.
  • Aktives Informieren der Besucher über allgemeine Maßnahmen des Infektionsschutzes.
  • Ausschluss von Personen mit akuten respiratorischen Symptomen
  • Auf enge Interaktion der Besucher verzichten.
  • Die Öffnungszeiten müssen aktuell zwischen 6 und 15 Uhr liegen.

Auch Bürgermeister Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff habe sich bereits telefonisch gemeldet, berichtet Marina Klauser. Es sei ein konstruktives Gespräch gewesen. „Er hat den Wunsch geäußert, dass wir doch schließen mögen, um dazu beizutragen, einer weiteren Ausbreitung des Virus zuvorzukommen.“

Betreiberpaar will einfach mal etwas ausprobieren

Und daraus heraus sei dann die Idee mit dem Außerhaus- und Lieferservice entstanden. Ganz spontan. Letzteres ist dabei Neuland für die Klausers. „Wir haben schon einige Jahre Gastro-Erfahrung, aber nicht im Lieferservice“, so Marina Klauser. „In Zeiten wie diesen muss man einfach mal etwas ausprobieren und anders machen.“

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Noch am Dienstag (17. März) ging es darum in den Großmarkt, um all das zu besorgen, was für einen solchen Service wichtig ist. Das Ausfahren der Bestellungen will Marina Klauser übernehmen. Am Wochenende sollen zudem ihre Eltern mit anpacken. Roman Klauser und ein fest angestellter Koch schmeißen die Küche. „Leider können wir unsere Aushilfskräfte so erst mal nicht weiter beschäftigen.“

Selbstverständlich gelten auch für den Außerhaus- und Lieferservice strenge Hygieneauflagen. Stichworte: Abstand und Handschuhe. „Wir werden auch darauf achten, dass nicht zu viele Kunden auf einmal ihr Essen abholen werden“, so Marina Klauser. Ohnehin müsse sich ja erst mal zeigen, ob die Idee funktioniert. „Wir werden sehen. Wir werden jedenfalls alles geben.“

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