Die Beratertätigkeit von Trion sorgt für viel Wirbel. © Till Goerke
Kommentar

Trion und Machercampus: Angeschlagener Boxer teilt aus

Dinkelbündnismitglied Prof. Dr. Berthold Wigger kassiert mit dem Projekt Trion Geld von einem Heeker Unternehmer für Beratertätigkeit. Von Reue keine Spur. Die Devise lautet Attacke. Ein Kommentar.

In der „Campus-Affäre“ hat Dinkelbündnismitglied und Ratsherr Prof. Dr. Berthold Wigger einen Heeker Unternehmer mit dem Projekt Trion gegen Bezahlung beraten. Der geplante Campus ist politisch noch nicht abgesegnet. Das hat Geschmäckle. Doch von Einsicht ist der Professor weit entfernt.

Stattdessen führte er sich im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss beim Thema Trion auf, als doziere er im Hörsaal. Mit dem feinen Unterschied, dass „seine“ Studierenden dieses Mal Mitglieder von SPD und CDU sowie der Verwaltung inklusive Bürgermeister waren.

Überheblich wirkend und garniert mit Fachtermini teilte Wigger verbal in alle möglichen Richtungen aus. Die Art und Weise ist nicht nur respektlos, sondern vor allem arrogant.

Zwar skizzierte Wigger in groben Zügen den „Werdegang“ Trions, doch sein eigentliches Ziel lautete „Attacke“. In alle Richtungen. Da fällt mir doch glatt das Sprichwort mit dem angeschlagenen Boxer ein. Sie gelten als besonders gefährlich. Aufgeben ist keine Option. Und in diesem Fall ist es offensichtlich auch keine Option, so etwas wie ein Schuldgefühl einzuräumen.

Und wer es sich rausnimmt, den Bürgermeister öffentlich derart zu „attackieren“, dem spreche ich jegliches Anstandsgefühl ab. Das kann man eleganter lösen. Nein, das muss man eleganter lösen. Mag sein, das so etwas mit Studierenden funktioniert, aber nicht in der Lokalpolitik, wo auf Augenhöhe agiert wird. Oder sage ich besser: Agiert werden sollte?

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