Turbo-Internet wird Realität: Erstaunliche Zahlen und Fakten zum Ausbau im Außenbereich

hzBreitbandausbau

Die Gemeinden Heek, Legden und Schöppingen gehen den Breitbandausbau im Außenbereich Hand in Hand an. Einen Wettstreit gibt es nicht. Dennoch hat derzeit eine Kommune die Nase deutlich vorn.

Heek

, 01.10.2019, 17:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

Langsamer Seitenaufbau, E-Mails die nicht ankommen oder Downloads, die eine Ewigkeit dauern – Dinge die in den Außenbereichen der Gemeinden Heek, Legden und Schöppingen bald der Vergangenheit angehören sollen. Und in Teilen sogar schon jetzt Geschichte sind.

Denn: In allen drei Kommunen sind bereits die ersten Turbo-Anschlüsse im Außenbereich aktiv. In Heek ist seit Dienstag, 1. Oktober, der erste Anschluss scharf. In Schöppingen sind es zwei und in Legden sogar schon 30. Alle drei Kommunen gingen den bürokratisch komplizierten Weg und stellten Förderanträge für den Breitbandausbau.

Das Gesamtvolumen beläuft sich auf eine Millionensumme

Dabei beläuft sich das Gesamtvolumen des Ausbaus in allen drei Kommunen auf satte 5,6 Millionen Euro. „Etwa 250.000 Euro steuert jede Kommune selbst hinzu“, sagt Legdens Bürgermeister Friedhelm Kleweken am Dienstagmorgen bei der Breitband-Sondersitzung im Heeker Rathaus.

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An dieser nahmen auch Heeks Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff, Schöppingens Bürgermeister Franz-Josef Franzbach, Gerd Gevering (Geschäftsführer Firma Epcan), Bernhard Rose (Geschäftsführer Firma Grethen) sowie weitere Vertreter der Kommunen und Firmen teil.

Die Arbeiten könnten eher abgeschlossen sein als geplant

Und der aktuelle Stand der Arbeiten gefiel den Anwesenden. „Wir sind auf einem gutem Weg. Wir dürften, wenn alles fertig ist, deutschlandweit sehr weit vorne liegen“, so Franz-Josef Weilinghoff. Und „fertig“ hieß in den ursprünglichen Planungen im ersten Quartal 2021.

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Vertreter der drei beteiligten Gemeinden und der ausführenden Firmen kamen am Dienstagmorgen im Heeker-Rathaus zusammen, um über den aktuellen Stand der Dinge des Breitbandausbaus in den jeweiligen Außenbereichen zu sprechen. Darunter auch Legdens Bürgermeister Friedhelm Kleweken (4.v.l.), Schöppingens Bürgermeister Franz-Josef Franzbach (4.v.r.) sowie Heeks Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff (2.v.l.) © Till Goerke

Aktuell sieht es so aus, dass die Arbeiten bereits Ende 2020 abgeschlossen sein könnten – in allen drei Kommunen. „Das Datum ist nach derzeitigem Stand belastbar“, bestätigte Jürgen Lammers von der Gemeindeverwaltung Heek.

In Heek und Legden sind die ersten Anschlüsse bereits aktiv

Das Zahlenwerk für Heek: Ein Anschluss ist bereits aktiv, 12 Anschlüsse sind fertig (werden aber noch nicht genutzt), 124 weitere Anschlüsse werden noch in diesem Jahr fertig und am Ende sollen es 300 (aktiv und passiv) sein. In puncto Tiefbau ist bereits über die Hälfte, 30 von 45 Kilometern, geschafft. Von den geplanten zwei Hauptverteiler ist ebenfalls bereits einer in Ahle fertiggestellt.

„Wir rufen die Fördermittel fleißig ab. Wir lassen da keinen Cent liegen.“
Friedhelm Kleweken

Die Zahlen in Legden sehen sogar noch ein Stückchen besser aus. Denn dort sind bereits 30 Anschlüsse aktiv. 109 von 325 Anschlüssen sind fertig, beide Hauptverteiler sind aktiv und im Tiefbau fehlt nur noch der letzte von 55 Kilometern.

Fördergelder werden in NRW nur schleppend abgerufen

„Bisher hat bei uns fast alles reibungslos funktioniert, auch in der Zusammenarbeit mit den anderen beiden Kommunen“, stellte Legdens Bürgermeister Friedhelm Kleweken klar. Und: „Wir rufen die Fördermittel fleißig ab. Wir lassen da keinen Cent liegen.“

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Kleine Fähnchen markieren in der Bauernschaft Wext, wo die Leitungsrohre verlegt werden sollen. © Alex Piccin

Etwas, das, so deutlich muss man es sagen, nicht selbstverständlich ist. Immerhin stellt das Land NRW 880 Millionen Euro Fördermittel für den Breitbandausbau zur Verfügung. Doch laut Digitalministerium wurden bis September erst 30 Millionen von den Kommunen abgerufen, also lediglich ein winziger Bruchteil. Heek, Legden und Schöppingen sind somit auch ein Stück weit Vorreiter.

An einigen Stellen muss der Tiefbau in Eigenregie erledigt werden

Bei all den guten Zahlen soll aber nicht unter den Teppich gekehrt werden, dass es auch noch Baustellen gibt. Und zwar solche, die nicht in den Händen der ausführenden Baufirmen liegen. Denn einige Anwohner, das gilt für alle drei Kommunen, müssen den Tiefbau in Eigenregie durchführen: Die Leerrohre für die Glasfaserkabel werden nur bis zur Grundstücksgrenze verlegt.

„Das ist kein Hexenwerk und absolut machbar.“
Gerd Gevering über den Tiefbau in Eigenregie

Steht das Haus davon weit entfernt, muss der Besitzer den Tiefbau selbst in die Hand nehmen. Die Leerrohre werden gestellt. „Das ist kein Hexenwerk und absolut machbar. Es wäre schön, wenn das alle angehen würden“, so Gerd Gevering von der ausführenden Firma Epcan.

Einzelne Privatpersonen verlangsamen aktuell den Gesamtprozess

Auf rechtlichem Wege könne man zwar niemanden zwingen, aber jeder, der es nicht mache, verlangsame den Gesamtprozess. Denn in einem Unterverteiler laufen viele Anschlüsse zusammen und werden dort zusammengespleißt, sprich miteinander verbunden. Dieser Schritt mache aber erst „richtig Sinn“, wenn alle Anschlüsse gelegt seien. „Doch irgendwann gibt es auch hier eine Deadline“, so Gerd Gevering, ohne Details preiszugeben.

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