Verwirrung um Glasfaser-Anschluss im Baugebiet Hoffstätte

hzDeutsche Glasfaser

Glasfaser-Anschlüsse gibt es im Baugebiet Hoffstätte noch nicht. Während ein Heeker Unternehmen schon Verträge vermittelt, verwirrt die Deutsche Glasfaser mit widersprüchlichen Auskünften.

Heek

, 29.05.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In vier Wochen will Thomas Homölle in sein neues Haus im Nienborger Baugebiet Hoffstätte einziehen. Seinen bisherigen Vertrag mit der Telekom hat er bereits per Sonderkündigungsrecht gekündigt. Im Neubau hoffte er auf einen schnellen Glasfaseranschluss. „So ging es allen in der Nachbarschaft“, sagt er. Doch dann die Ernüchterung: Die Deutsche Glasfaser habe mitgeteilt, dass es noch Jahre dauern könne mit dem Hochgeschwindigkeits-Anschluss.

Auch die Alternative überzeugt ihn nicht. Für den Anschluss an die Kupferleitung der Telekom verlangt diese rund 800 Euro Anschlussgebühr. „Das Geld sparen wir uns“, so Homölle und hofft weiter auf Glasfaser. Bis dahin will er das mobile LTE-Netz der Telekom nutzen.

„Da wirbt die Gemeinde junge Familien und dann gibt es kein schnelles Internet“, zeigt sich Homölle enttäuscht. Ein Umstand, der auch Jörg Rosery (CDU) auf den Plan rief, eine Anfrage im Gemeinderat zu stellen. „Es wundert mich, dass es im Neubaugebiet keine Glasfaser-Anschlüsse gibt“, so Rosery. „Das gehört doch zum Standard.“

„An uns liegt das nicht“, entgegnete Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. „Denn die Leerrohre liegen.“ Alles weitere sei Sache der Anbieter. Zwingen könne man schließlich niemanden. Auch er wundere sich und vermute, „dass die mit den Aufträgen nicht hinterherkommen.“ „Wir wissen nicht, woran es liegt“, erklärte auch Bauamtsleiter Herbert Gausling. „Wir können Gespräche mit den Anbietern führen, aber nicht selbst tätig werden.“

Die Deutsche Glasfaser kennt ihren eigenen Vertriebspartner nicht

Selbst tätig geworden ist in der Zwischenzeit Oliver Wichert von der Heeker Firma Elanko. „Wir haben uns da eingeklinkt“, berichtet er. Offenbar mit Erfolg: „Der Ausbau kommt definitiv“, verkündet Wichert. Schon jetzt könnten sich Interessenten bei der Firma Elanko melden, die dann einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser vermittle. „Wir sind Vertriebspartner und haben schon an die 15 Leute vermittelt“, so Oliver Wichert.

Davon wiederum weiß man in der Pressestelle der Deutschen Glasfaser nichts. „Wir haben nichts von einem Vertriebspartner gehört“, sagt Pressesprecher Dennis Slobodian. Doch die Website des Unternehmens selbst führt Elanko als Vertriebspartner und Oliver Wichert als Ansprechpartner für Heek auf.

Interesse an einem Anschluss des Neubaugebiets habe die Deutsche Glasfaser aber durchaus, so Slobodian. „Dafür müssen wir die Infrastruktur aber erst besitzen“, sagt der Unternehmenssprecher auf Nachfrage. „Wir sind gerade dabei, die Leerrohre der Gemeinde zu kaufen, sind in Gesprächen.“ Einen Zeitplan könne er aber noch nicht nennen.

Gemeinde weiß nichts von Kaufangebot

Davon wiederum weiß man bei der Gemeinde nichts. „Eine Anfrage ist mir im Moment nicht bekannt“, sagt Herbert Gausling auf Nachfrage. Wenn aber eine komme, gebe es auch eine schnelle Antwort. „Fakt ist, dass wir Leerrohre gelegt haben und für alle Lösungen offen sind: Verkauf, Vermietung und Nutzung.“

Die Enttäuschung der Anwohner könne er nachvollziehen: „Die gehen davon aus, dass es funktioniert.“ Deshalb wolle sich nun auch die Verwaltung einschalten. „Wir unterstützen, wo wir können. Wir werden noch mal Kontakt zur Deutschen Glasfaser aufnehmen, um zu sehen, woran es hapert.“

Herbert Gausling vermutet Kommunikationsprobleme zwischen Bau und Vertrieb. Kommunikationsprobleme beim Kommunikationsunternehmen. Oder wie Oliver Wichert es sagt: „Die Mühlen in den Konzernstrukturen mahlen langsam.“ Er will den Informationsfluss im Neubaugebiet demnächst auf ganz analoge Weise verbessern – und ein Info-Schild zu den Glasfaser-Angeboten aufstellen.

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